Burggastro: ausgebremst oder bevorzugt?

Worum es in den Differenzen zwischen Monika Lück und der Stadtverwaltung geht, wird nicht klar. Nur schriftliche Stellungnahmen.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Die Gastronomie in der Stolberger Burg wird ab dem kommenden Jahr nicht mehr von Monika Lück betrieben. Das steht seit einigen Tagen fest. Warum sie diese Entscheidung gefällt hat, und welche Rolle die Stolberger Stadtverwaltung dabei spielt? Dazu wollte sich Lück noch ausführlich in unserer Zeitung äußern – zumindest eigentlich. Nun verfasste Lück, die die Burggastronomie im Jahr 2011 übernahm, eine schriftliche Stellungnahme.

 

Darin schreibt sie: „Vor einem halben Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich die Burg verlasse. Die Burg ist mein Baby, es ging mir dabei nicht ums Geld. Natürlich muss man auf Dauer auch wirtschaftlich erfolgreich sein, aber die eigentliche Motivation war, die Burg zum Zugpferd für die Kupferstadt zu machen. Ich habe noch so viele Ideen, die man hätte umsetzen können – und das nicht nur auf die Burg bezogen.“

 

Auch in den Sozialen Netzwerken wurde das Thema diskutiert. Zahlreiche Leser bedauerten, dass Lück sich bereits Ende des Jahres zurückziehen wird. Ein Blick auf die Geschichte der Burggastronomie zeigt, dass Lück damit nicht allein ist. Im Jahr 2011 übernahm Lück die Burggastronomie. Ihre Vorgängerin war Bettina Austinat. Sie kündigte damals vorzeitig den Pachtvertrag für die Burggastronomie, um die Insolvenz zu vermeiden. Sie startete am 1. April 2007 in der Kupferstadt. Zuvor hatte Gamal „Giovanni“ Attia sich als Pächter ausprobiert. Er war der erste Pächter, nachdem die Stadt die Burg für fast eine Million Euro gastronomietauglich ausgebaut und saniert hatte. Zuvor scheiterte eine gastronomische Nutzung der Burg an der Interpretation ihrer Stiftung durch Moritz Krauss an die Bevölkerung. In Form einer Außengastronomie durch den „Burgkeller“-Betreiber Marko Markovic gelang 2003 der Einstieg in eine Bewirtschaftung. Der Pächter war im Folgejahr insolvent. Der „Kiste“-Wirt Guido Bodewig übernahm 2004. 2005 stellte sich Reiner Thomas der Aufgabe; er blieb acht Monate bis zum Jahresende.

 

Monika Lück ist in der Gastronomie keine Unbekannte. Sie betreibt nicht nur den Kupferhof Rosental, sondern auch das City-Hotel am Kaiserplatz, das sie um ein Bistro-Restaurant im Nachbarhaus erweiterte. Außerdem ist sie Inhaberin eines Großteils der Wohnungen in der sogenannten Russischen Botschaft am Steinweg. Dort gab es Pläne, das Gebäude innen und außen aufzuwerten. Es sollte eine neue Wärmedämmung und neue Fenster bekommen, die Balkone sollten saniert und farblich neu gestaltet werden. Außerdem sollte die Fassade neu gestrichen werden. Zum aktuellen Stand gab es von Lück gestern allerdings keine Antwort mehr.

 

Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier reagierte auf die Kündigung des Pachtvertrags zwischen Lück und der Stadtverwaltung. „Wir nehmen das mit Bedauern zur Kenntnis. Schließlich hat Frau Lück viel für die Wiederbelebung der Burg getan“, sagte er dazu bereits auf Nachfrage unserer Zeitung.

 

Aber warum konnte Lück ihre zahlreichen Ideen nicht umsetzen? Schließlich wollte doch auch die Stolberger Verwaltung die Burg in den nächsten Jahren weiter nach vorne bringen. Unter anderem sollte im Rahmen des Tourismuskonzepts 2020 eine Menge geschehen. Ein Kinderspielplatz und ein Rundweg mit verschiedenen Stationen sollen umgesetzt werden. Burggastronomin Monika Lück habe das Konzept positiv aufgenommen und es als gute Chance für die Fortentwicklung der Burg gesehen, erklärte Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger dazu Mitte des vergangenen Jahres. Der Verwaltung sei es wichtig, dass die Beteiligten vor Ort von Beginn an involviert seien und mitarbeiten wollten.

 

Monika Lück hat zum Thema Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung allerdings eine andere Auffassung, wie sie in ihrer Stellungnahme deutlich macht. „Leider finde ich in der Stadtverwaltung nicht die Unterstützung, die nötig ist, um zukunftsträchtige Projekte umzusetzen. Es wurden uns Zusagen zur Ausführung von umfangreichen Projekten gemacht, doch dann nicht eingehalten, was für uns gravierende geschäftliche Nachteile mit sich bringt.“ Und Lück geht noch einen Schritt weiter. „Investoren, die mit viel Einsatz in die Entwicklung Stolbergs investieren, werden wegen Bagatellen ausgebremst. Ich bedaure das zutiefst, aber es liegt nicht in meiner Macht, das zu ändern.“

 

Und was sagt die Stolberger Verwaltung zu diesen Vorwürfen? Vonseiten der Stolberger Verwaltung gab es ebenfalls eine schriftliche Stellungnahme. Als Verwaltung habe man in den zurückliegenden Jahren konstruktiv mit der Pächterin der Stolberger Burg in unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten können und sei dabei stets auf ihre Bedürfnisse eingegangen. So wurde bei der Vorbereitung und Durchführung der Kupferstädter Weihnachtstage stets darauf geachtet, dass diese nicht mit Firmenfeiern und Weihnachtsessen kollidieren, sondern in ein sinnvolles Gesamtkonzept eingebunden werden können.

 

Dank dieser guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung im Allgemeinen und dem Standesamt im Besondern habe sich die Burg in den zurückliegenden Jahren als ein wichtiger Standort für Eheschließungen und die anschließenden Feiern etablieren können, hieß es weiter. Für dieses Engagement danke man der Betreiberin ausdrücklich, und auch in Zukunft möchte man mit ihr die Zusammenarbeit fortführen, beispielsweise indem man die Bedeutung des ebenfalls von ihr geführten Kupferhofes Rosental als Standesamt noch weiter stärken wolle.

 

Gleichwohl gelte, dass es keine einseitige Bevorzugung einzelner Gewerbetreibender geben könne und es schade sei, dass es über diesen Grundsatz zu Verstimmungen auf Seiten der bisherigen Pächterin gekommen sei. Vonseiten der Verwaltung habe man die Kündigung der Burg bedauernd zur Kenntnis genommen, habe allerdings keine Notwendigkeit zu diesem Schritt gesehen. Man schätze die bisherige Betreiberin als eine verdiente, engagierte und couragierte Persönlichkeit und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg.

 

Auf der Ratssitzung im Mai soll das Thema auf der Tagesordnung stehen. Dabei geht es um eine Ausschreibung der Gastronomie, die zum 1. Januar 2019 neu besetzt werden soll. Voraussichtlich im September soll der Rat entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Laut Informationen unserer Zeitung gibt es bereits mehrere Interessenten. Dem noch zu ermittelnden neuen Betreibern wünscht die Verwaltung gutes Gelingen bei dem Vorhaben, das Wahrzeichen mit frischen Ideen und nicht nur als Hochzeitsstandort zu stärken.

 

Und was ist mit Monika Lück? Für sie ist das Thema Burggastronomie nun erledigt. Sie erklärte, dass sie sich dazu nicht weiter äußern wolle.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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