„Vielleicht haben Sie etwas zu feiern“

Beim Tag der Städtebauförderung. Rundgang durch die Innenstadt mit Ministerin Ina Scharrenbach. Programm „Soziale Stadt“ soll nahtlos anschließen.

Fotos: J. Lange
Fotos: J. Lange

Ina Scharrenbach hat sich auf Stolberg vorbereitet. Insider haben die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes vor dem Stolberger Pflaster gewarnt. Die Christdemokratin hat sich mit festem Schuhwerk gewappnet. Damit nimmt Scharrenbach alle Hürden fehlerfrei bei dem Rundgang durch die Innenstadt. Zwar zügig geht‘s gemeinsam mit den beiden Landtagsabgeordneten Werner Pfeil (FDP) und Stefan Kämmerling (SPD) vom Parkplatz des Fastfood-Restaurants auf der Mühle in Richtung Rathaus, aber Bürgermeister Tim Grüttemeier sowie die Beigeordneten Robert Voigtsberger und Tobias Röhm legen offen und informativ die Finger in die Wunden der Problembereiche, skizzieren angedachte Lösungsansätze und zeigen einer sichtlich interessiert zuschauenden und genau hinhörenden Ministerin die Fortschritte bei der Wiederbelebung der Innenstadt. Grüttemeier & Co. haben bei der Tour Hintergedanken. In Scharrenbachs Ministerium fällt am 3. Mai die Entscheidung über eine Aufnahme Stolbergs in das Förderprogramm „Soziale Stadt“. Es soll sich nahtlos anschließen an die auslaufende Städtebauförderung der Talachse.

 

„Mit reinen Städtebaumitteln kommen wir hier nicht weiter“, sagt Grüttemeier mit Blick auf Leerstände und Zustände auf der Mühle. Sie bietet Beispiele reichlich für den Trading-Down-Effekt. Leerstände, Bauruinen, Spielhallen. „Als einzige Kommune in der Städteregion haben wir den Kampf gegen Spielhallen konsequent aufgenommen“, sagt der Bürgermeister und erntet die Zustimmung der Ministerin. Tobias Röhm erläutert die Pläne zur Erneuerung der Mühlener Brücke. Robert Voigtsberger ergänzt die überdurchschnittlichen Quoten von Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund und Leistungsempfängern. Es ist nicht das Bild einer strahlenden Kupferstadt, das vermittelt wird, sondern das einer hilfsbedürftigen Stadt. Die Kulisse trägt ihr Übriges dazu bei. Das Bild scheint zu wirken.

 

Vom Mühlener Markt führt der Weg zum Kaplan-Dunkel-Platz. Die versteckt liegende Oase soll belebt werden, erzählt Voigtsberger. Hierhin soll der Haupteingang des Kulturzentrums verlegt werden, um den Platz zu beleben und einen stärkeren Zugang auch der im Umfeld ansässigen sozialen Akteure in Richtung Mühle zu ermöglichen.

 

„Sie haben schöne Plätze“, bilanziert Scharrenbach, „die offensichtlich zu nutzen sind.“ Es werde eine spannende Aufgabe, beispielsweise den an der Vicht liegenden Kaplan-Dunkel-Platz „zu qualifizieren und nutzbar zu machen für die Bewohner von Jung bis Alt“.

 

Was bewegt werden kann, sieht Scharrenbach auf ihrem weiteren Weg. „Sehr schön“, ruft die Ministerin spontan aus beim ersten Blick auf den Bastinsweiher. Entlang der Rathausstraße beeindrucken das Neubauprojekt für das städteregionale Gesundheitsamt und das seit einem Jahr bestehende Familienbüro. Die Einrichtungen ziehen Leben und Beschäftigung in die Innenstadt. Im Familienbüro sind zudem Dienstleistungen aus dem Rathaus herausgeholt und Serviceleistungen gebündelt worden. „Ein niedrigschwelliges Angebot“, sagt Voigtsberger. Ina Scharrenbach stimmt zu. Es sei ein Schritt auf die Menschen zu; die subjektive Hürde, in ein Rathaus gehen zu müssen, schwinde.

 

Den Weg dorthin nutzt Tobias Röhm, um die Umgestaltung der Rathausstraße zu erläutern. Die innerstädtische Lebensader dürfe nicht unterbrochen werden. Es gebe flankierende Unterstützung für den Einzelhandel, und im August werde der Neubau zwischen Kaiserplatz und Schellerweg komplett fertig. „Das ist der komplizierteste Abschnitt“, so der Technische Beigeordnete.

 

Ein weiteres Hoffnungsprojekt sieht sich Ina Scharrenbach an der Grüntalstraße an. Das ehemalige Haus des Sparvereins und spätere Verwaltungsdomizil im Haus Nr. 5 soll zu einem Begegnungszentrum ausgebaut werden. Sozialplaner Leo Jansen skizziert das Vorhaben, das auch der offenen Ganztagsbetreuung der Grüntalschule zugute kommen soll, bevor im Rathaus in einer siebenminütigen Präsentation noch einmal Eckpunkte und den Weg der Konzeptionierung des sozialen Leitbildes vorgeführt werden. Scharrenbach fällt eins dabei besonders auf: die umfangreiche Einbeziehung der Bürger in die Findungs- und Entscheidungsprozesse.

 

„Stolberg macht Spaß“, sagt sie schon unterwegs zu Kindern, die sich spontan nach den Eindrücken der Ministerin erkundigen. Die Stolberger Art, „Dinge offen anzusprechen und miteinander anzupacken“, beeindrucken sie ebenso wie die enge Verbindung der Bürger zur Historie ihrer Kupferstadt.

 

„Die Stadt Stolberg ist für uns als Landesregierung ein verlässlicher und vertrauensvoller Partner in der Abarbeitung der Städtebau-Förderprogramme“, betont die Ministerin. Mit den Mitteln von Bund und Land werde „der Mut und die Kreativität hier in Stolberg“ unterstützt. „Und man merkt, dass sich vieles verändert“, zeigt sich Ina Scharrenbach beeindruckt: „Ich hoffe, dass das in der Zukunft so weitergeht. Der Mut des Bürgermeisters ist da, die Kreativität der Verwaltung und der Bürger auch“.

 

Die Heimat- und Bauministerin zeigt sich optimistisch, natürlich ohne eine Förderzusage zu geben. Aber bei ihrer Abreise in Richtung Aachen und Konzen zurück bleibt eine ebenso optimistisch gestimmte Verwaltungsspitze. Sie setzt darauf, dass nach den Mitteln aus dem Stadtumbau West die Weiterentwicklung Stolbergs mit der Förderung des Programms Soziale Stadt fortgesetzt werden kann. Am 3. Mai wird Stolberg schlauer sein. Zwei Tage später wird der Tag der Städtebauförderung begangen. „Vielleicht haben Sie ja dann etwas zu feiern“, schmunzelt Ina Scharrenbach zum Bürgermeister.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

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E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

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