Zwei Großeinsätze innerhalb 17 Stunden

Samstagabend brennt Abfall auf dem Wertstoffhof in der Steinfurt. Ein Bauernhof in Werth steht gestern Mittag in Flammen.

Fotos: J. Lange
Fotos: J. Lange

„Alle Achtung vor der Leistung dieser Jungs“, sagt eine Augenzeugin in Werth. „Die waren sofort zur Stelle und haben mit dem Löschen begonnen.“ Als erste am Einsatzort eines brennenden Bauernhofes an der Dorfstraße ist die Werther Löschgruppe. Die Kameraden der Hauptwache sowie der Löschgruppen aus Gressenich, Mausbach, Vicht und Zweifall folgen kurz darauf. Es ist der zweite Großeinsatz für die Wehr innerhalb 17 Stunden an diesem Wochenende. Nachdem bereits der Samstagabend für ein langwieriges Eingreifen bei dem Brand auf dem Wertstoffhof in der Steinfurt sorgt, stellt sich der Einsatz an der Dorfstraße mit ihrer verwinkelten Bausubstanz als tückisches Unterfangen heraus. Kurz vor 12 Uhr wird der Alarm ausgelöst. Wie am Abend zuvor ist die dunkle Rauchsäule über dem Brandort von weitem zu sehen. Ein Anbau an der Rückseite steht in hellen Flammen, die bereits auf das Dachgeschoss des Wohnhauses übergreifen.

 

Ein weiteres Übergreifen auf die Nachbarbebauung können die rund 75 Einsatzkräfte unter Leitung von Feuerwehrchef Andreas Dovern ebenso verhindern, wie sie sich erfolgreich auf die Suche nach den Haustieren machen. Nach einer Viertelstunde werden zwei Kaninchen in ihrem Käfig augenscheinlich wohlbehalten geborgen, weitere zehn Minuten trägt ein Feuerwehrmann den rußgeschwärzten Pitbull Terrier aus dem Haus. Alle drei Tiere werden mit Sauerstoff behandelt und der Hund später in eine Tierklinik gebracht. Menschen werden nicht verletzt; der per Hubschrauber eingeflogene Notarzt braucht nicht einzugreifen.

 

Mit mehreren Trupps unter Atemschutz geht die Feuerwehr gegen den Brand vor – mit drei Strahlrohren im Innenangriff sowie mit zwei von außen. Andere Kräfte stellen die Wasserversorgung mit Schlauchleitungen zu mehreren Hydranten in der Dorfstraße sicher. „Umfangreich, aber sehr dosiert werden die Löschangriffe vorgetragen“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Konrads: „Auch von der Drehleiter“ aus, von der auch die Ziegel vom Dach geholt werden, um letzte Brandnester zu löschen. Immerhin soll es noch bis 15 Uhr dauern, bis alle Kräfte – mit Ausnahme einer Brandwache – wieder abrücken können. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen.

 

 

Dies gilt auch für den Brand auf dem Wertstoffhof, wo sich Ende März vor einem Jahr bereits ein vergleichbarer Zwischenfall ereignet hat. Drei Stunden lang sind diesmal rund 150 Einsatzkräfte gebunden, bis die Flammen in einer etwa 20 mal 30 Meter messenden Müllbox gelöscht sind. Bis Mitternacht verbleibt eine Brandwache in der Steinfurt.

 

Gegen 19 Uhr treffen zahlreiche Notrufe aus dem Stadtgebiet wegen der starken Rauchwolke in der Steinfurt bei der Feuerwehr ein. Bei leichtem Wind zieht der Qualm in Richtung Indetal und Eschweiler ab, als die Kräfte der Hauptwache sowie der Löschgruppen Atsch, Büsbach, Donnerberg, Mitte und Münsterbusch eintreffen.

 

Einsatzleiter Andreas Dovern lässt sofort die Bevölkerung der angrenzenden Wohngebiete warnen, die Fenster und Türen geschlossen zu halten – per Warn-App „Nina“, Rundfunkdurchsagen und Sozialen Medien. Die Supermärkte an der Stadtgrenze werden gebeten, ihre Lüftungsanlagen sicherheitshalber auszuschalten. Aus Simmerath und Eschweiler werden die Spezialeinheiten für Luftmessungen herbei geordert.

 

„Wir werden sehr viel Wasser brauchen“, sagt der Leiter des Amtes für Brandschutz beim ersten Blick auf den Brandherd. Es ist eine offene Müllbox für unterschiedliche Abfallfraktionen, die in Flammen steht. Und wie vor einem Jahr gilt es, das angrenzende Lager für Gefahrstoffe vor Hitze und Flammen zu schützen. Die trennende Brandschutzmauer ist erst wenige Monate zuvor erneuert worden. Mit Wasserriegeln wird dieses Gebäude gekühlt, Feuerwehrleute unter Atemschutz sondieren kontinuierlich die Lage im Inneren.

 

Derweil gehen auf dem Außengelände weitere Trupps mit einem B- und vier C-Rohren und einem Wasserwerfer gegen den Brand in dem Müllhaufen vor, der in seinem Inneren den Flammen immer wieder neue Nahrung bietet. Andere Einsatzkräfte bauen eine Wasserversorgung mittels Schlauchleitungen zu mehreren Hydranten in der Hauptstraße des Gewerbegebietes auf, die in diesem Abschnitt komplett für den Verkehr gesperrt ist.

 

Zeitweise erweckt ein schwächer werdender Qualm den Eindruck, dass das Feuer so langsam unter Kontrolle kommt. Doch wenige Minuten später werden die Rauchschwaden wieder dichter. Zusätzlich zum Wasser setzt die Feuerwehr Schaum ein, um den Glutnestern den Sauerstoff zu nehmen. Später am Abend kann ein Bagger des Betreibers zur Unterstützung eingesetzt werden. Er zieht den Abfallhaufen vorsichtig auseinander, damit die Feuerwehr die Flammen besser ablöschen kann.

 

Doch es qualmt erst einmal kräftig weiter. Bei anbrechender Dunkelheit, gegen 20.30 Uhr, muss die Eschweilerstraße (L 238) und auch die untere „Steinfurt“ von der Polizei komplett für den Verkehr gesperrt werden. Die Sicht liegt kaum noch bei zehn Metern, weil der Qualm das Tal füllt.

 

In der Zwischenzeit drehen die Erkunder der Messeinheiten ihre Kreise in den am meisten gefährdeten Gebieten von Eschweiler und in Merzbrück. Gegen 21.45 Uhr folgt die Entwarnung. „Die Luftmessungen ergaben keine kritischen Werte“, sagt Konrads.

 

Am frühen Abend treffen in der Steinfurt Kreisbrandmeister Bernd Hollands, der sich auch am Sonntag in Werth ein Bild von der Lage macht, und ein Abrollcontainer mit Nachschub für die unter Atemschutz eingesetzten Einheiten aus Würselen ein. Auf der anderen Straßenseite räumen die Kameraden der Eschweiler Feuerwehr einen weiteren Abrollcontainer aus: Die Verpflegungseinheit bietet an diesem warmen Abend zunächst einmal kalte Getränke, damit die erschöpften Einsatzkräfte sich erfrischen und eine Atempause nehmen können. Die Feuerwehr richtet sich auf eine lange Nacht in der Steinfurt ein ...

 

Zur Besetzung der verwaisten Feuer- und Rettungswache an der Kesselschmiede und zur Sicherstellung des Grundschutzes im Stolberger Stadtgebiet setzt Andreas Dovern derweil den 3. Löschzug mit den Gruppen aus Breinig, Dorff und Venwegen ein. Zudem werden die dienstfreien hauptamtlichen Kräfte alarmiert. Zumindest in dieser Nacht bleibt die Lage im übrigen Stadtgebiet ruhig. Lediglich zu einem angefahrenen Fuchs nahe Gut Schwarzenbruch muss ein Trupp ausrücken.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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Dr. Tim Grüttemeier

 

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