„Vorschläge werden ernst genommen“

Interview mit Julia Hellebrandt, sie sich als Sprecherin im Jugendparlament engagiert, weil sie mit anderen etwas bewegen will.

Foto: Marie-Luise Otten
Foto: Marie-Luise Otten

Das Stolberger Jugendparlament setzt sich aus Vertretern der weiterführenden Schulen, Jugendtreffs und diverser Jugendorganisationen in Stolberg zusammen und ist mittlerweile ein etablierter und anerkannter Bestandteil des kommunalen Geschehens in Stolberg geworden. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich aktiv an kommunalpolitischen Planungsprozessen zu beteiligen und die Interessen Stolberger Jugendlicher zu vertreten. Julia Hellebrand gehört neben Jorick Espeter und Steffi Khan zu den Sprechern des Jugendparlaments in Stolberg. Wie die junge Abiturientin auf dieses Parlament aufmerksam wurde, warum sie hier mitwirkt und ob sie das Amt veränderte, hat sie im Interview mit Marie-Luise Otten erzählt.

 

Wie wurden Sie auf das Jugendparlament aufmerksam?

 

Hellebrand: Ich bin im Politikunterricht der 9. Klasse auf Jugendparlamente im allgemeinen aufmerksam geworden. Im Mai 2015 gab mir der SV-Lehrer dann eine Einladung zur Sitzung des Stolberger Jugendparlamentes.

 

Warum machen Sie beim Jugendparlament mit?

 

Hellebrand: Durch das JuPa habe ich die Möglichkeit, meine Meinung und die meiner Freunde und gleichaltrigen Verwandten zu vertreten, mit Menschen in Kontakt zu treten, die die kommunale Politik wesentlich beeinflussen, und ich lerne Jugendliche kennen, die auch etwas bewegen möchten, ohne dafür extra einer Partei beizutreten.

 

Lohnt es sich, ein Jugendparlamentarier zu sein?

 

Hellebrand: Auf jeden Fall! Aus den oben genannten Gründen.

 

Was ist Ihnen in Bezug auf das Jugendparlament wichtig?

 

Hellebrand: Dass wir als das Jugendparlament weiterhin in so vielen kommunalen Prozessen integriert werden, dass wir auch in Zukunft eine starke Truppe an engagierten jungen Menschen sind, und dass wir harmonisch und produktiv intern zusammenarbeiten können.

 

Welche persönlichen Vorteile sehen Sie in der Mitwirkung?

 

Hellebrand: Ich persönlich habe nun zu vielen interessanten Leuten einen Draht, den ich ohne meine Mitwirkung nie gehabt hätte. Darüber hinaus habe ich richtig gute Freunde im Jugendparlament kennengelernt. Und – das muss ich auch frei raus sagen – es macht sich letzten Endes auch gut auf dem Lebenslauf.

 

Welche jugendrelevanten Ziele verfolgen Sie?

 

Hellebrand: Ich als einzelne Person verfolge die Ziele, die das JuPa in den Sitzungen entwickelt. Im Moment beschäftigen wir uns mit dem „Calisthenics Park“, der bald am Amselweg entsteht. Außerdem werde ich mich mit dem Thema Zusammenarbeit der einzelnen Schülervertretungen in Stolberg befassen.

 

Können die Jugendlichen wirklich etwas erreichen?

 

Hellebrand: Sicher doch! Jugendliche mögen vielleicht noch nicht wahlberechtigt sein, aber das bedeutet doch keineswegs, dass ihnen niemand zuhört. Das JuPa hat Mandate in diversen Ausschüssen, und wenn jemand als Jugendlicher etwas erreichen will, dann kann er/sie gerne Mitglied werden und sich mit uns zusammenschließen.

 

Wie reagieren die Politiker in Stolberg auf Ihre Vorschläge?

 

Hellebrand: Unsere Vorschläge werden von der Politik ernst genommen und in keiner Weise belächelt oder klein geredet. Generell kann man sagen, dass Vorschläge willkommen sind und dass man nur auf offene Ohren trifft, insbesondere beim Bürgermeister. Wofür wir als JuPa auch sehr dankbar sind.

 

Wie wird das Jugendparlament von den Jugendlichen aufgenommen?

 

Hellebrand: Man trifft auf gemischte Gesichter. Viele sind interessiert, einige halten es für spießig oder überflüssig und wiederum anderen ist es gleichgültig, da sie sich weder für Stolberg noch für die Politik interessieren.

 

Was lässt sich gegen allgemeines Desinteresse tun?

 

Hellebrand: Ich schätze, dafür gibt es gar nicht DIE Erfolgsformel. Es ist doch so, als würde man einem Freund von einer Band oder einer Musikrichtung überzeugen wollen. Man spielt ihm ein paar Lieder vor, erzählt ihm einige „fun facts“ und wiederholt den Prozess immer und immer wieder. Aber letzten Endes entscheidet der Freund, ob die Band ihm gefällt oder nicht. Deshalb machen wir als JuPa auch immer Werbung, wo es möglich ist. Man findet uns übrigens auch auf Facebook (Jugendparlament Stolberg), Instagram (@jupastolberg) und Snapchat (@jupastolberg).

 

Ist das Jugendparlament ein Sprungbrett für weitere politische Tätigkeit im Anschluss?

 

Hellebrand: Sicherlich ist die Arbeit im JuPa eine tolle Erfahrung und man lernt, was notwendig ist, um Dinge zu verändern. Man wird aber nicht direkt Bürgermeister, weil man Mitglied oder sogar Sprecher im Jugendparlament war. Die meisten politischen Ämter werden am einfachsten mit einer Parteimitgliedschaft erworben, und da das Jugendparlament ein überparteiliches Gremium ist, kann man das JuPa in diesem Sinne nicht als Sprungbrett bezeichnen.

 

Bis zu welchem Alter kann man im Jugendparlament mitarbeiten?

 

Hellebrand: Offiziell bis 23, allerdings sind wir da flexibel und schmeißen bestimmt niemanden mit Beginn des 24. Lebensjahres raus.

 

Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie für das Jugendparlament?

 

Hellebrand: Das variiert stark von dem, was dann in näherer Zukunft passiert. Es gibt Wochen, da muss ich gar nichts machen, und dann gibt es Tage, wo ich dreimal in der Woche für je zwei bis vier Stunden aktiv bin. Pauschal kann man das also nicht sagen.

 

Hat der Posten als Sprecherin Sie verändert? Wenn ja, inwiefern?

 

Hellebrand: Im Grunde genommen hat mich das Sprecher-Dasein charakterlich nicht verändert. Ich schätze, ich bin selbstsicherer und erwachsener geworden in Bezug auf Diskussionen, Entscheidungen und Bewältigung von Stress-Situationen. Ich habe allerdings bemerkt, dass ich mich in den letzten Jahren immer besser rhetorisch ausdrücken konnte.

 

Was nehmen Sie mit für den Alltag?

 

Hellebrand: Im Jugendparlament ist Teamwork wichtig und als Sprecherin muss man sich manchmal auch durchaus durchsetzen und in manchen Situationen auch gut mit den Wörtern jonglieren können. Diese drei Eigenschaften nehme ich in den Alltag mit.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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