Nach der Erkenntnis folgt die Umsetzung

Sozialplan der Städteregion untermauert Ergebnisse der städtischen Sozialberichterstattung. Interkommunaler Austausch möglich.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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In welchem Stadtteil sind die Menschen am ältesten? Wo ist die Kinderarmut besonders hoch? Und wo leben die meisten Alleinerziehenden? Antworten auf diese Fragen gibt der Sozialplan der Städteregion Aachen, der erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. In insgesamt 93 Sozialräume wurden die einzelnen Kommunen der Städteregion unterteilt. Natürlich spielt auch die Kupferstadt, die in insgesamt 17 verschiedene Sozialräume eingeteilt wurde, eine wichtige Rolle. Und wie sehen ihre Ergebnisse in Sachen Altersstruktur, Armut, Arbeitslosigkeit, Gesundheit und Bildung aus? So viel sei verraten: Die Stolberger Werte liegen nicht immer im Durchschnitt. Vor allem in Sachen Kinderarmut ist Stolberg Spitzenreiter. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

 

  • Bevölkerungsdichte und Altersstruktur: Schevenhütte, Breinigerberg und Dorff weisen mit weniger als 0,2 Prozent den niedrigsten Anteil an der Gesamtbevölkerung auf. Dort leben nicht mehr als 2100 Menschen. Den geringsten Wert der Bevölkerungsdichte in der gesamten Städteregion weist Schevenhütte auf. Dort leben gerade einmal 50 Einwohner pro Quadratkilometer. Auch in Sachen Altersstruktur gehört die Kupferstadt zu den Spitzenreitern.
  • Der älteste Sozialraum befindet sich in Venwegen. Dort beträgt das sogenannte Medianalter 52 Jahre. 32 Prozent der Bevölkerung in Venwegen sind sogar älter als 65 Jahre. Laut dem Sozialplan der Städteregion liegt das vor allem an der dort angesiedelten Senioreneinrichtung und der überwiegend ländlichen Struktur mit wenigen kleinen Siedlungen. Die meisten Menschen über 80 Jahren leben in Dorff (13 Prozent). Unterstolberg dagegen zählt mit zu den Sozialräumen, in denen das Medianalter niedrig ist. Dort liegt es zwischen 36 und 40 Jahren. Dort ist auch der Anteil an Kindern und Jugendlichen besonders hoch. Er liegt bei 21,8 Prozent.
  • Herkunft: Insgesamt 33 der 93 Sozialräume in der Städteregion weisen einen niedrigen Wert an nichtdeutscher Bevölkerung – damit sind Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft gemeint – auf. Zu den Sozialräumen mit dem niedrigsten Wert gehören Dorff (3,1 Prozent) und Venwegen (3,7 Prozent). In Unterstolberg hingegen beträgt der Wert 32,2 Prozent. Dort machen Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft knapp ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Den geringsten Anteil von Personen mit Migrationshintergrund – damit sind Personen mit mindestens einem nichtdeutschen Pass gemeint – gibt es in Dorff (4,3 Prozent) und Venwegen (4,6 Prozent). In Unterstolberg sind es 40,6 Prozent. Und wie sieht es bei den Kindern aus? In Unterstolberg beispielsweise hat mehr als jeder zweite Schulneuling eine nichtdeutsche Herkunft. Die niedrigsten Anteilwerte in der Städteregion haben die Sozialräume Werth, Gressenich und Schevenhütte. Hier liegt der Anteil der Kinder nichtdeutscher Herkunft bei 9,2 Prozent.
  • Arbeitslosigkeit: Auch bei der Arbeitslosigkeit gehört ein Stolberger Sozialraum zu den Spitzenreitern in der Städteregion. In der gesamten Städteregion liegt der Anteil der betroffenen Personen bei 6,2 Prozent. In Oberstolberg liegt dieser Wert allerdings bei 15,5 Prozent. Mindestsicherungsleistungen erhielten in der Städteregion insgesamt knapp 65 000 Menschen. Macht 11,5 Prozent. Die Sozialräume Unterstolberg und Oberstolberg haben mit 29,8 Prozent und 32,5 Prozent die höchsten Werte, die beinahe dem dreifachen Wert des städteregionalen Durchschnitts entsprechen. Besonders viele Leistungsempfänger leben ebenfalls in Oberstolberg (34,1 Prozent) und Unterstolberg (29,8 Prozent). Die meisten Alleinerziehenden, die Leistungen erhalten leben in Atsch (über 18 Prozent). Der Anteilswert armutsgefährdeter Kinder beträgt in der Städteregion 19,1 Prozent. In Unterstolberg liegt dieser Wert bei 42,5 Prozent, in Oberstolberg sind es sogar 53,1 Prozent – ein trauriger Spitzenwert in der Städteregion. Von der Altersarmut sind vor allem Menschen in Unterstolberg (9,5 Prozent) betroffen.
  • Familienformen und Bildungsniveau: Die klassische Familienkonstellation, bestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern, gibt es nur noch selten. Das wird am Beispiel Oberstolberg deutlich. Der Sozialraum hat mit insgesamt 22,8 Prozent den höchsten Anteil an Kindern, die bei alleinerziehenden Eltern leben, in der gesamten Städteregion. In Sachen Bildungsniveau zählt der Sozialraum allerdings zu den Schlusslichtern. Mit einem Wert von 3,8 zählt Oberstolberg zu den drei Sozialräumen in der Städteregion, die den geringsten Bildungsindex vorzuweisen haben.
  • Gesundheit: In der Regel sind 80 Prozent der Kinder in den Sozialräumen der Städteregion normalgewichtig. In Oberstolberg und Donnerberg weichen die Werte allerdings ab und liegen bei unter 74 Prozent. Dabei leben in Oberstolberg die wenigsten normalgewichtigen Kinder (68,3 Prozent). Die höchsten Anteilswerte findet man in Schevenhütte, Dorff und Venwegen. Dort liegt der Anteil normalgewichtiger Kinder bei über 86 Prozent. Den höchsten Wert erreicht Venwegen. Dort sind 93 Prozent der Kinder normalgewichtig.
  • Bildung und Erziehung: Es gibt allerdings auch gute Nachrichten für die Kupferstadt. In Sachen Kinderbetreuung zählt sie ebenfalls zu den Spitzenreitern. Die höchsten Anteilwerte bei Kindern unter drei Jahren (über 46 Prozent) gibt es in Schevenhütte, Vicht, Breinigerberg, Dorff und Breinig. In Breinig werden sogar die meisten Kinder unter drei Jahren öffentlich betreut. Die Betreuungsquote liegt dort bei 66 Prozent. Bei den Kindern über drei Jahren liegt die Betreuungsquote in Atsch und Breinigerberg sogar bei 100 Prozent.
  • Bedeutung für Stolberg: Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger hält die Sozialplanung der Städteregion für „absolut begrüßenswert und sinnvoll“. Es gebe einige Kommunen, die ähnliche Bedarfslagen haben. So könne man sich interkommunal austauschen und voneinander lernen, meint er. In Sachen Sozialberichterstattung war Stolberg der Städteregion einige Monate voraus. Bereits im Vorfeld habe man allerdings eng zusammengearbeitet, damit nun beide Seiten von den Ergebnissen profitieren können.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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