Fühlen uns für Menschen verantwortlich

Seit einem Jahr ist der geschäftsführende Vorstand der Stolberger Tafel tätig. Wohl von Kunden und Mitarbeitern an erster Stelle.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Ein aufregendes Jahr liegt hinter Gisela Becker-Bonaventura, Alfred Baldes und Rolf Wieczarkowiecz. Seit fast genau einem Jahr sind sie in dieser Konstellation als geschäftsführender Vorstand der Stolberger Tafel tätig. Ein Grund, um auf das vergangene Jahr einmal zurückzublicken. Schließlich gab es im Laufe der vergangenen Monate zahlreiche Erlebnisse, die den Vorstand der Stolberger Tafel beschäftigten – positive und negative.

 

Insgesamt 850 Familien – also knapp 2000 Personen – werden derzeit von der Stolberger Tafel versorgt. Gisela Becker-Bonaventura, Vorsitzende der Stolberger Tafel, hat folgende Erfahrung gemacht: „Die Zahl der Haushalte nimmt ab, dafür wird die Anzahl der Personen in den einzelnen Haushalten aber höher.“ Zwar sind die meisten Haushalte, die von der Tafel profitieren, Single-Haushalte, doch ein Blick auf die aktuellen Zahlen macht deutlich, dass es auch immer mehr Großfamilien in der Kupferstadt sind. So werden beispielsweise gleich acht Haushalte, in denen 13 Personen leben, von der Stolberger Tafel versorgt. Auch Stolberger Einrichtungen wie das Agnesheim, die Unterkünfte am Kelmesberg oder auch die Wabe werden mit Lebensmitteln versorgt.

 

Das Hauptgeschäft sei zwar die Versorgung mit Lebensmitteln, ab und an komme es allerdings auch vor, dass man beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen oder Anträgen helfe. „Wir sind ein sozialer Verein und fühlen uns für die Menschen verantwortlich. Das geht über die Versorgung mit Lebensmitteln hinaus“, sagt Alfred Baldes, stellvertretender Vorsitzender der Stolberger Tafel. „Wenn wir den Kunden auch nur ein wenig entlasten können, so dass am Ende des Monats vielleicht mal ein bisschen Geld übrig bleibt, dann ist damit schon viel gewonnen. Das ist auch der Sinn und Zweck einer Tafel“, ist Alfred Baldes sich sicher.

 

Doch nicht nur das Wohl der Kunden liegt ihm und seinen Kollegen im geschäftsführenden Vorstand am Herzen, sondern auch das Wohl der Mitarbeiter. „Die Stolberger Tafel wird getragen durch Menschen, die ihrem aktiven Berufsleben Adieu gesagt haben“, sagt er. Gleich fünf Ehrenamtler sind zwischen 81 und 90 Jahren alt. Neue Mitstreiter zu finden sei jedoch keine einfache Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn es um Fahrer geht, die derzeit dringend gesucht werden (siehe Infobox).

 

Allerdings gibt es in Sachen Ehrenamt auch gute Nachrichten. Das Team der Tafel konnte nun durch zwei junge Frauen ergänzt werden, die derzeit auf einen Studienplatz warten. Ein weiterer Ehrenamtler unterstützt das Team jeden Freitag und Samstag. „Wir finden immer eine Lösung. Der Zusammenhalt in unserem Team ist toll und die große Bereitschaft unserer Ehrenamtler finde ich beeindruckend“, sagt Gisela Becker-Bonaventura.

 

Auch zwei Teilnehmer des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ sind seit einigen Monaten in der Stolberger Tafel tätig. Was Gisela Becker-Bonaventura allerdings bedauert: „Das Projekt läuft nur noch bis zum

31. Dezember 2018 und leider gibt es kein Nachfolgeprojekt.“ Sie und ihre Mitstreiter geben die Hoffnung allerdings nicht auf und versuchen weiterhin neue Ehrenamtler für die Arbeit in den Räumen an der Eschweilerstraße zu begeistern.

 

Wenn Becker-Bonaventura, Baldes und Wieczarkowiecz auf die vergangenen Monate zurückblicken, dann spielt natürlich auch die Essener Tafel eine große Rolle. Sie hatte seit Januar dieses Jahres Ausländer als Neukunden bei der Essensausgabe abgelehnt und damit bundesweit für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Becker-Bonaventura und ihre Mitstreiter hatten sich von dieser Vorgehensweise klar distanziert und darüber auch ihre Sponsoren informiert. „Bei uns sind keine Probleme aufgetreten. Wir würden nie auf die Idee kommen, einen Menschen, der Hilfe braucht, abzuweisen“, sagt Becker-Bonaventura.

 

Sie und Alfred Baldes sind der Meinung, dass dies vor allem an den sehr guten Organisationsstandards der Stolberger Tafel liege. In einigen Tafeln würden fertig verpackte Tüten an die Kunden verteilt. Das käme in Stolberg nicht infrage. Hier lege man Wert darauf, dass die Kunden sich ihre Ware selbst aussuchen können und dafür auch einen kleinen Obolus zahlen. „Das hat etwas mit Wertschätzung zu tun“, ist sich Becker-Bonaventura sicher und Alfred Baldes ergänzt: „Die Grundnahrungsmittel haben wir im Prinzip immer da und wir versuchen, dass hier auch die letzten Kunden noch immer zufrieden rausgehen.“ Erst gestern beschloss man in Essen, dass der Ausländer-Stopp wieder aufgehoben werden solle.

 

Und wie ist die Stolberger Tafel für die Zukunft aufgestellt? In diesem Jahr gibt es noch weitere Aufgaben, die auf dem Programm von Gisela Becker-Bonaventura & Co. stehen. Am Montag, 16. April, findet um 18.30 Uhr erst einmal die Mitgliederversammlung der Stolberger Tafel im Ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße statt. Aktionen sind derzeit nicht in Planung.

 

Dafür steht allerdings ein anderes Projekt an: die Anschaffung eines neuen Kühlwagens. Dieser sei dringend erforderlich (wir berichteten). Die ersten Rückmeldungen aus der Stolberger Bevölkerung habe es bereits gegeben. „Damit können wir schon einmal sehr zufrieden sein“, sagt Kassierer Rolf Wieczarkowiecz.

 

Fahrer werden dringend gesucht

  • Neue Ehrenamtler, die sich bei der Stolberger Tafel engagieren möchten, sind dort jederzeit herzlich willkommen.
  • Derzeit werden vor allem Fahrer, die die Ware in den Supermärkten abholen und diese dann anschließend in die Räume an der Eschweilerstraße bringen, dringend gesucht.
  • Auch Menschen, die keinen Führerschein besitzen, sind als Beifahrer und Helfer gerne gesehen.
  • Stolberger, die sich gerne engagieren möchten, können sich bei Gisela Becker-Bonaventura oder Alfred Baldes unter ☏ 860421 oder per E-Mail an stolbergertafel @ netcologne.de melden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

52220 Stolberg

www.tim-gruettemeier.de
tim.gruettemeier@stolberg.de
Telefon: 02402 / 13-200
Fax: 02402 / 13-222

Verlinkungen:

Internetseite der Stadt
Internetseite der Stadt
Internetseite der CDU
Internetseite der CDU

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.