Zu einem Teil des Inventars geworden

René Paul und Jolanta Mika arbeiten zusammen ein halbes Jahrhundert im Samaritanerheim. Vorbereitungen für Umzug laufen an.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

An den Oktober 2016 können sich Jolanta Mika und René Paul noch ganz genau erinnern. Damals stand ein Umzug auf dem Programm. Dabei handelte es sich allerdings um keinen gewöhnlichen Umzug. Vielmehr zog das gesamte Stolberger Samaritanerheim von der Innenstadt nach Venwegen. „Der Umzug war eine große Herausforderung für uns alle“, sagt Jolanta Mika und lacht. Sie ist Pflegedienstleiterin im Samaritanerheim und genau wie ihr Kollege René Paul, Leiter des sozialen Dienstes, seit 25 Jahren in der Senioreneinrichtung beschäftigt. Der Umzug gehört für beide Mitarbeiter zu einem der außergewöhnlichsten Ereignisse in ihrer beruflichen Laufbahn. Und bald schon soll es wieder soweit sein. Die Vorbereitungen für den Rückzug in die Innenstadt laufen bald an. Aber dazu später mehr.

 

Jolanta Mika und René Paul gehören fast schon zum Inventar des Samaritanerheims. Wer, so wie sie, bereits seit 25 Jahre in der Pflege oder im sozialen Dienst arbeitet, hat auch zahlreiche Reformen und neue Gesetze erlebt. Mit der Arbeit vor 25 Jahren hat der heutige Alltag von Jolanta Mika und René Paul nur noch wenig zu tun. „Die Pflege wurde im Laufe der Jahre immer professioneller“, sagt Jolanta Mika. Ausführliche Pflegedokumentationen habe es damals beispielsweise nicht gegeben. „Als ich angefangen habe, war unsere Einrichtung noch ein richtiges Altenheim.“ Was Mika damit meint? „Die Damen kamen damals noch mit Stock und Tasche in den Speisesaal. An Rollatoren hat noch niemand gedacht und deshalb waren die Einrichtungen dafür auch gar nicht ausgelegt“, sagt sie.

 

Auch der Gesundheitszustand der Bewohner hätte sich im Laufe der Jahre verändert. „Die Menschen leben heute länger. Also gibt es natürlich auch viel mehr Erkrankte. Damals half man den Bewohnern nur bei kleinen Dingen und begleitete sie beispielsweise ins Bad. Heute werden oft Aufstehhilfen oder Lifter gebraucht und deshalb müssen auch die Zimmer größer sein als damals“, sagt Mika. Neben der Pflege gehören unter anderem auch eine ausführliche Dokumentation und Beratungsgespräche mit den Angehörigen zu ihrem Alltag.

 

Auch die Zusammenarbeit zwischen der Pflege und dem sozialen Dienst sei heute nicht mehr wegzudenken. Als René Paul vor 25 Jahren in der Einrichtung anfing, steckte der soziale Dienst allerdings noch in den Kinderschuhen. Das Angebot war damals eher übersichtlich. „Als ich angefangen habe, wurde ein Mal in der Woche Gymnastik durch eine externe Kraft angeboten und das war es“, sagt er und lacht. Heute wäre das nicht mehr vorstellbar. Paul weitete das Angebot zunächst auf drei Stunden Gymnastik in der Woche aus.

 

Die eigene Heimzeitung, der „Samaritaner Report“, erschien zum ersten Mal 1992. Damals war die Gestaltung noch besonders aufwendig, erinnert sich René Paul. Geschrieben wurden die Artikel auf der Schreibmaschine, im Copy-Shop wurden die Exemplare dann vervielfacht. Auch heute erscheint die Zeitung noch zwei Mal im Jahr. Was den Bewohnern allerdings besonders viel Spaß macht: Bewegung, Musik und Kunst. „Es gibt drei wichtige Säulen in der Dementen-Betreuung: Bewegung, Musik und Kunst“, weiß auch René Paul. Natürlich können auch Bewohner, die nicht an Demenz leiden, an den Angeboten teilnehmen. René Paul ist es ein besonderes Anliegen, dass die Teilnahme in jedem körperlichen und geistigen Zustand möglich ist. Was das in der Praxis bedeutet? Menschen, die bettlägrig sind, haben die Möglichkeit, per Kopfhörer Musik zu hören oder auch auf dem Tablet Spiele zu spielen. „Wir versuchen auch immer wieder moderne Technik einzubauen und das kommt sehr gut an“, sagt Paul. Singkreise, bunte Nachmittage, eine Mal- und Politikrunde gehören ebenfalls zum Angebot dazu.

 

Und in Sachen Sport? Auch die Gymnastik gibt es noch. Je nach Zustand der Bewohner allerdings in einer abgespeckten Version. Das kommt auch bei den Kollegen der Pflege gut an. „Die Pflege profitiert definitiv davon. Die Bewohner sind fitter. Sie üben Gangsicherheit und Sturzprophylaxe und es macht ihnen vor allen Dingen großen Spaß“, sagt Jolanta Mika.

 

Zum 900. Geburtstag der Kupferstadt hat sich René Paul noch etwas Besonderes einfallen lassen: In den kommenden Wochen soll es verstärkt um die Geschichte der Stadt gehen. „Erinnerungsarbeit ist besonders wichtig“, sagt Paul. Das ist allerdings nicht die einzige Neuerung, die in diesem Jahr auf dem Programm von Jolanta Mika, René Paul und ihren Kollegen steht. Bis Ende dieses Jahres müssen insgesamt 100 Gemeinschaften und Gemeinden im Bistum Aachen ein sogenanntes institutionelles Schutzkonzept erarbeiten. Dieses greift beispielsweise in der Altenhilfe, Behindertenhilfe, in Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie in Krankenhäusern und soll sexueller Gewalt entgegenwirken.

 

Die wohl größte Herausforderung für die Mitarbeiter und Bewohner des Samaritanerheims wird allerdings ein weiterer Umzug. Spätestens Anfang 2019 sollen Bewohner und Angestellte nämlich wieder in die Innenstadt zurückkehren – in ein modernisiertes Heim. Erst vor wenigen Wochen fand das Richtfest statt. Das Dach ist mittlerweile bereits auf dem Neubau befestigt, sagt Geschäftsführer Dirk Renerken.

 

Die Planungen für den Umzug laufen langsam an. „Beim letzten Mal brauchten wir ungefähr ein Jahr Vorlaufzeit“, sagt Jolanta Mika. Der eigentliche Umzug dauerte im Endeffekt gut drei Tage. „Aber nur, weil auch alle fleißig mitgeholfen haben. Vor allem viele Angehörige und Ehrenamtler“, so Mika weiter. Genau dieser Zusammenhalt zwischen den Kollegen und das gute Verhältnis zu den Bewohnern sei es auch, das die Arbeit für sie und René Paul ausmache – und das seit 25 Jahren. Eins steht für die beiden jedenfalls fest: „Langweilig wird es hier definitiv nie“, sagen sie und lachen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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