Wenn das Leben aus den Fugen gerät ...

... ist Claudia Schmidt die richtige Ansprechpartnerin. 86 Menschen hat sie bei Finanzen, Wohnungs- und Arbeitslosigkeit beraten.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Menschen, die mit ihrem alltäglichen Leben nicht zurechtkommen und in besonderen sozialen Schwierigkeiten stecken, sind bei Claudia Schmidt an der richtigen Adresse. Sie ist Sozialarbeiterin bei der Wabe in Stolberg und bietet unter anderem Hilfe bei finanziellen Problemen, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit an. Allein im vergangenen Jahr haben 86 Personen in den Räumen an der Rathausstraße Hilfe gefunden. Ein Plus von 7,5 Prozent. Das größte Problem in Stolberg: bezahlbarer Wohnraum. Ihn zu finden, sei nahezu unmöglich.

 

„Die Wohnungsnot ist in Stolberg ein großes Problem, und es gibt immer mehr Menschen, die gar keine Wohnung haben“, sagt Schmidt. Fünf Klienten konnten im vergangenen Jahr in der städtischen Obdachlosenunterkunft untergebracht werden, neun Menschen waren ohne festen Wohnsitz. Ein Problem, das vor allem junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren betreffe – auch Frauen. Teilweise geben sie für einen Schlafplatz sogar ihren Körper her und prostituieren sich. Die Regel ist das allerdings nicht.

 

Damit Menschen ohne festen Wohnsitz trotzdem erreichbar sind, hat die Beratungsstelle im vergangenen Jahr für sie eine Postanschrift eingerichtet. Bedeutet: Klienten können die Adresse der Beratungsstelle bei den Behörden angeben und sind so erreichbar. Nur so können sie auch Sozialleistungen erhalten. Bisher wurde für fünf Personen eine Postadresse eingerichtet.

 

Die Gründe für den Wohnungsmangel in Stolberg sind vielfältig. „In Stolberg gibt es zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Und die Wohnungen, die bezahlbar sind, weisen oft große Mängel auf“, sagt Schmidt. Nur eine Person konnte mit Hilfe der Fachberatungsstelle im vergangenen Jahr eine neue Unterkunft finden (siehe Infobox). Doch nicht nur die Anzahl und Ausstattung der vorhandenen Wohnungen sei oft ein Problem. Hinzu komme, dass die vorgegebenen Miethöchstgrenzen, die von Jobcenter und Sozialamt vorgegeben werden, zu niedrig seien.

 

Problematisch sei außerdem, dass ein Großteil der Klienten verschuldet sei und damit für zahlreiche Vermieter nicht in Frage komme. Claudia Schmidt übernimmt dann oft die Rolle der Vermittlerin. In 22 Fällen wurde im vergangenen Jahr das bereits bestehende Mietverhältnis durch Verhandlungen mit dem Vermieter gesichert.

 

Das Thema öffentlich geförderter Wohnungsbau steht auch auf der Agenda der Stolberger Stadtverwaltung. Die Politik beauftragte die Verwaltung nun mit der Erstellung eines Handlungskonzepts. Zudem soll eine Projektgruppe eingerichtet werden, in der sich Fachleute aus der Immobilienbranche – inklusive Mieter – und aus der Verwaltung austauschen (wir berichteten).

 

Doch nicht nur das Thema Wohnungsnot beschäftigt die Klienten von Claudia Schmidt. „Die Menschen, die zur mir kommen, müssen mit sehr wenig Geld auskommen. Ein kleiner Bruch, wie beispielsweise eine Krankheit oder private Sorgen, bringt oft das ganze System zum Schwanken“, sagt die Sozialarbeiterin. Meist sei nicht nur ein Problem vorhanden, dieses sei allerdings oft der Auslöser für den Besuch in der Beratungsstelle.

 

Besonders häufig werden die Schuldnerberatung und Finanzsicherung in Anspruch genommen. Auch die Möglichkeit der Geldverwaltung besteht. Was man sich darunter vorstellen kann? Jeder, der dies in Anspruch nimmt, hat bei der Wabe ein eigenes Geldverwaltungskonto. Darauf werden die Einkünfte überwiesen. Monatliche Überweisungen wie Miete, Strom oder auch Ratenzahlungen sollen davon getätigt werden. Der Rest wird ausgezahlt. Das Ziel: „Irgendwann sollen unsere Klienten das auch wieder selbst können“, sagt Schmidt. Dazu gehöre auch eine feste Tagesstruktur, die vielen Klienten, aufgrund von Arbeitslosigkeit, fehle. Die Vermittlung in Arbeit sei deshalb ein weiteres wichtiges Thema. Die Nähe zum Sozialkaufhaus der Wabe spielt dabei eine wichtige Rolle. Zwei Personen konnten im vergangenen Jahr in ein Arbeitsprojekt der Wabe vermittelt werden. „Immer wieder höre ich von Menschen, die in den Projekten arbeiten, dass sie glücklich sind, weil sie nun eine feste Tagesstruktur haben und das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Da ist die Anbindung zum Sozialkaufhaus sehr positiv“, so Schmidt.

 

Seit rund einem Jahr befindet sich das Büro von Claudia Schmidt in der Rathausstraße. Die zentrale Lage könne auch ein Grund für die steigende Zahl von Beratungsgesprächen sein, sagt sie.

 

Doch das sei nicht der einzige Grund. Was besonders auffalle: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Menschen zugenommen, die die Sozialarbeiterin bitten, sie zu Terminen in Ämtern zu begleiten. „Ich höre oft, dass die Leute sich schikaniert fühlen“, so Schmidt. Auch das Thema Ausgrenzung aus der Gesellschaft spiele oft eine Rolle. „Darunter leiden unsere Klienten. Deshalb besteht unsere Arbeit auch ganz oft darin, sie aufzumuntern und ihr Selbstwertgefühl zu stärken“, sagt Claudia Schmidt.

 

Die Beratungsangebote der Wabe im Überblick:

  • Im vergangenen Jahr suchten insgesamt 86 Personen die Fachberatungsstelle der Wabe auf. Darunter 46 Frauen und 40 Männer.
  • 74 Menschen nahmen das Angebot der persönlichen Hilfe oder psychosozialen Beratung in Anspruch.
  • In 19 Fällen ging es um die Schuldnerberatung. Bei 22 Klienten stand das Thema Finanzsicherung im Vordergrund.
  • 30 Mal fand Behördenkontakt zur Agentur für Arbeit, dem Jobcenter oder dem Sozialamt statt. Die Beschaffung von Personal- und Arbeitspapieren stand bei sieben Klienten im Mittelpunkt.
  • 22 Menschen suchten Hilfe bei der Wohnungssicherung, eine Wohnung konnte in einem Fall vermittelt werden. Bei drei Personen ging es um die Haftvermeidung. Sieben Klienten nahmen die Geldverwaltung in Anspruch.
  • Der Erhalt von Strom und Heizung spielte bei einer Person eine Rolle. Die Vermittlung in versicherungspflichtige Arbeit gelang in drei Fällen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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