Vorsicht auch in den eigenen vier Wänden

Denn dort lauern Gefahrenquellen, weiß Feuerwehrmann Stefan Litzel. Mangelndem Brandschutz mit Aufklärung entgegenwirken.

Fotos: Sonja Essers
Fotos: Sonja Essers

Es waren chaotische Zustände, die sich am Wochenende im sibirischen Kemerowo abspielten. Bei einem Brand in einem Einkaufszentrum kamen mindestens 64 Personen ums Leben – darunter auch zahlreiche Kinder. Sprinkleranlagen gab es nicht, die Notausgänge waren blockiert. Ein Feueralarm wurde ausgeschaltet. Mangelnder Brandschutz wäre in Deutschland nahezu undenkbar, trotzdem werde das Thema – vor allem in den eigenen vier Wänden – oft verharmlost, weiß Stefan Litzel. Er ist stellvertretender Wachleiter und Leiter der Brandschutzdienststelle der Stolberger Feuerwehr und meint: „Brandschutz kostet zwar Geld, davon hängen allerdings auch Leben ab. Selbst durch Kleinigkeiten können nicht nur Werte, sondern auch Menschenleben vernichtet werden. Das wird oft unterschätzt.“ Dabei könnte man viele Brände durch das richtige Handeln verhindern.

 

Litzel weiß, dass gerade alte und überlastete Elektrogeräte oftmals einen Brand in Gang setzen können. „Sie sind in vielen Fällen die Hauptgefahrenquelle“, sagt er. Im Rahmen der Aufklärungsarbeit greifen er und seine Kollegen vom vorbeugenden Brandschutz auch immer wieder auf einige Brandverursacher zurück, die in einer Vitrine im Eingangsbereich der Hauptwache an der Kesselschmiede zu sehen sind. Überhitzte Bügeleisen und Mixer sind dort genauso zu sehen wie abgebrannte Weihnachtsgestecke oder auch ein zum Aschenbecher umfunktionierter Blumentopf. Sie lösten in den vergangenen Jahren in Stolberg Verrußungen und Brände aus, die fast alle hätten verhindert werden können.

 

Oft seien der falsche Umgang oder das falsche Verhalten die Ursache gewesen, sagt Litzel und nennt als Beispiel dafür eine ausgebrannte Steckdose. „Eine gute Steckdose ist auf maximal 3500 Watt Leistung begrenzt. Je mehr Strom durchfließt, umso wärmer wird das Kabel“, so Litzel. Weit verbreitet sei auch das Reißen an Kabeln. „Das ist ein absolutes Fehlverhalten im Umgang mit elektrischen Geräten“, so Stefan Litzel weiter.

 

Bügeleisen, Mixer & Co. sollten stets unter Aufsicht genutzt und nach dem Gebrauch nicht einfach abgestellt werden. Durch die erhitzten Geräte können nämlich leicht Brände entstehen, wie zwei Beispiele aus der Vitrine zeigen. „Unachtsamkeit ist oft ein wichtiger Punkt. Viele Menschen gehen damit einfach zu sorglos um“, sagt Litzel. Bei Geräten, die permanent ans Stromnetz angeschlossen sind, wie beispielsweise Waschmaschine, Trockner oder auch Kühlschrank, seien regelmäßige Wartungen und Säuberungen wichtig. Diese müssten jedoch auch von Fachmännern durchgeführt werden.

 

Eine weitere, oft unterschätzte Gefahrenquelle sind Kerzen und Kerzenhalter. Immer wieder kommt es vor, dass Brände entstehen und Wohnungen verrußt sind, weil sich beispielsweise Gestecke daran entzündet haben. Auch in der Vitrine der Stolberger Feuerwehr ist ein solches zu finden. Übrig blieben einzig ein verkohltes Gesteck und ein Metallteller. „Ein Glück, dass er sich unter dem Gesteck befand. Er konnte Schlimmeres verhindern“, erinnert sich Litzel an den Einsatz.

 

Doch nicht nur auf typische Gefahrenquellen sollte man achten. Auch ein eher kurioses Beispiel hat Litzel parat: einen Blumentopf. Bei einer Feier wurde dieser zum Aschenbecher umfunktioniert. Das Ergebnis: Die heiße Asche traf auf angetrocknete Blumenerde und verursachte so einen Brand. Den Geruch des entstehenden Feuers nahmen die Besucher der Feier zwar wahr, konnten diesen allerdings nicht lokalisieren. Und auch die Stolberger Feuerwehr konnte die Ursache zunächst nicht ausmachen. Erst eine Wärmebildkamera spürte das

Glutnest im Blumentopf schließlich auf.

 

Damit es nicht so weit kommt, spielt die Brandschutzerziehung für Stefan Litzel und seine Kollegen eine besonders wichtige Rolle – und das schon von Klein auf. In Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen sind die Stolberger Feuerwehrmänner regelmäßig zu Gast. „Das scheint auch bei den Kindern zu fruchten“, sagt Litzel. Auch die Rauchmelderpflicht erleichtere den Einsatzkräften die Arbeit. Wie viele Brände durch das frühzeitige Anschlagen eines Rauchmelders bisher erkannt werden und noch verhindert werden konnten, sei derzeit nicht bekannt, sagt Litzel.

 

Doch nicht nur die Brandschutzerziehung gehört zu den Aufgaben von Litzel. Er und seine Kollegen führen auch Baubesuche durch und achten darauf, ob Notausgänge, Flucht- und Rettungswege vorhanden sind. Auch Baumaterial und Türen spielen bei dem Ausbruch eines Brandes eine wichtige Rolle. Bricht beispielsweise ein Brand in einem Keller aus und dieser ist durch eine entsprechende Brandschutztüre vom Treppenhaus getrennt, kann der Treppenraum noch rund 30 Minuten zur Flucht genutzt werden. „Kann man ihn nicht mehr nutzen, ist man auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen – und da sind entsprechende Rettungswege lebensrettend.“ Davor steht allerdings ganz klar die Früherkennung: „Rauchmelder sind da natürlich das A und O“, so Litzel.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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