Mit einer Legende endet der Schulunterricht heute

Büsbacher Reiterverein stellt sich dem Umbruch . Einen Rückgang der Mitgliederzahlen um 50 Prozent befürchtet. Das hat Auswirkungen auf den Unterhalt der Anlagen. Weiterhin Pensionspferde und Einzelunterricht.

Archivbild: J. Lange
Archivbild: J. Lange

Die Donnerstagsstunde ist eine Legende. Keine andere Schulstunde auf Gut Hassenberg hat solch treue Reitschüler – und das teilweise über Jahrzehnte hinweg bis ins hohe Alter. Wenn heute die Gruppe um 20.30 Uhr absattelt, schreibt sie Geschichte. Die Ära der Schulstunden mit Hans Flaam endet dann auf dem Reiterhof. Seit dem Tode seines Vaters 1982 hat der nahezu täglich dem Nachwuchs das Reiten beigebracht. Einige Einzelstunden wird der 61-Jährige Reitlehrer weiterhin geben und mit seiner Familie den Pensionsstall bewirtschaften.

 

Aber für den Büsbacher Reiterverein stellt sich die Frage, wie die Zukunft zu meistern ist. Offen diskutierte der Vorstand um Dunja Reul jetzt mit den Mitgliedern die Lage. Wie sie wirklich sein wird, wird man frühestens im kommenden Jahr abschätzen können. Aber Reul rief die Reiterfreunde dazu auf, sich Gedanken über neue Strukturen des Vereins zu machen. Denn das Ende des Schulbetriebs wird Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen haben, und die Mitgliedsbeiträge sind die einzige solide Einnahmequelle, mit der die laufenden Fixkosten für den Betrieb der Reitanlage finanziert werden können.

 

Bei aktuell 214 Mitgliedern vereinnahmt der Verein gut 14 000 Euro per anno. Die Ausgaben für Versicherungen, Strom, Wasser, Verbände, etc. liegen bei knapp 11 000 Euro. Noch verbleibt ein kleines Plus für fortlaufend erforderliche Investitionen zur Substanzerhaltung und Erneuerung der fast 50 Jahre alten Anlagen. Aktuell steht eine Erneuerung der Böden in Halle und Longierzirkel an.

 

Mit dem Ende des Schulunterrichtes befürchtet der Vorstand einen deutlichen Aderlass bei den Mitgliedszahlen. „Der Schulunterricht war wie eine Schiene, auf der die Mitglieder automatisch kamen“, formuliert Reul. Konservativ gerechnet befürchtet der Vorstand für die Zukunft einen 50-prozentigen Mitgliederschwund. Damit entsprechend würde das Beitragsaufkommen deutlich unter dem Aufwand zur Vereinsführung rutschen. Die beiden weiteren finanziellen Standbeine des Vereins sind nicht solide und unkalkulierbar. Einnahmen aus der gastronomischen Bewirtschaftung vor allem während der Reitturniere sind von vielen Faktoren, allen voran das Wetter am Veranstaltungstag, abhängig. Vergleichbares gilt für die Durchführung des Turniers. In den vergangenen Jahren konnten in beiden Bereichen durchaus positive Ergebnisse erzielt werden. „In erster Linie aus diesen Einnahmen konnten wir die Investitionen in unsere Anlage finanzieren“, verdeutlich Dunja Reul. Zwischen 6000 und 20 000 Euro steckte der Club in den vergangenen vier Jahren in die dringend erforderliche Modernisierung – ebenso wie dazu frühere Rücklagen entsprechend den Vorstellungen des Finanzamtes aufgelöst und eingebracht wurden. Das habe sich herumgesprochen. Die Anlage gewinne wieder an Beliebtheit, neue Einstaller – darunter viele junge Leute – seien gekommen, und auch die Reitturniere erfreuen sich wieder einer guten Resonanz. Gleichwohl müsse nun über neue konzeptionelle Ansätze nachgedacht werden, um den 69 Jahre alten Verein nachhaltig in die Zukunft führen zu können – eine Herausforderung für Vorstand und Mitglieder in den nächsten Monaten.

 

Dabei kann auf ein gesundes und solides Vereinsleben aufgebaut werden, wie aus den Berichten von Jugendwartin Faride Jabakhanji, der erkrankten Freizeitwartin Andrea Lawniczak und Sportwart Markus Rauscheid hervorging. Gemeinsame Veranstaltungen, Lehrgänge, Übungsturniere und Weihnachtsfeier wurden sehr gut angenommen und fanden Resonanz über die Vereinsgrenzen hinaus.

 

Das Programm soll fortgesetzt werden; konkret ist ein gemeinsamer Besuch des CHIO in Aachen in Vorbereitung. Für den 1. Mai angesetzt ist ein WBO-Turnier, das je nach Wetter auch draußen ausgerichtet werden soll. Das große Sommerturnier ist für den 10. bis 12. August auf Gut Hassenberg terminiert. Sportlich waren die Büsbacher bis in die mittelschweren Klassen erfolgreich unterwegs. Beispielweise auf Kreisebene im Intermediat Cup Lillith Kreuzer im Springen und in der Dressur Vivienne Raatz als Zweite sowie mit Bronze Kim Gerhartz in der Kreismeisterschaft Dressur. Eva Keischgens und Vivienne Raatz siegten in einer gemischten Mannschaft mit Brand in der E-Dressur, während in der A-Dressur die Büsbacher Equipe mit Theresa Rüdiger, Andrea Müller und Claudia Berg Bronze holten (siehe auch Box).

 

Eine ordnungsgemäße und solide Finanzverwaltung bescheinigten die beiden Kassenprüfer Claudia Rutz und Lisa Flaam der Kassiererin Andrea Müller. Anstelle von Rutz wird Andrea Heiliger gemeinsam mit Flaam die nächste Bilanz prüfen.

 

Büsbacher Vereins- und Stadtmeister

  • Vereinsmeister im Reiterwettbewerb: auf Schulpferden Miriam Koch und Nina Loo sowie auf Privatpferden Larissa Röntgen, Anna Homolka, Louisa Müller und Lilly Homolka sowie im Springreiterwettbewerb Johanna Rauscheid.
  • Zugleich auch Stadtmeister sind Eva Keischgens (Freizeitreiter Dressur), Heike Schmitz (Freizeitreiter Springen), Andrea Müller (Reiter Dressur und Jaqueline Quadflieg (Reiter Springen).

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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