Stolbergs Historie seit 1118 beleuchtet

Stadtarchivar Christian Altena hält einen spannenden Vortrag zur Geschichte Stolbergs bis zum Jahr 1956. Dienstag Fortsetzung.

Foto: T. Dörflinger
Foto: T. Dörflinger

Der Entwicklung Stolbergs im Verlaufe von 800 Jahren hatte sich jetzt Christian Altena im Saal des Kulturzentrums Frankental gewidmet.

 

Der Stadtarchivar eröffnete mit seinem Vortrag unter dem Titel „Eine kurze Geschichte Stolbergs von 1118 bis 1956“ eine von der Volkshochschule und dem Stadtarchiv initiierte Reihe, die sich um das 900-jährige Jubiläum der Kupferstadt Stolberg dreht. Den rund 40 Besuchern bereitete der abwechslungsreiche und spannende Vortrag große Freude. Im Mittelpunkt stand dabei der Werdegang Stolbergs von dem verstreut im Vichttal liegenden Gewerbestandort des 16. Jahrhunderts bis zur leistungsfähigen Industriestadt Mitte der 1950er Jahre.

 

Außerdem spielte die Unterherrschaft Stolberg eine große Rolle, deren einstige Grenzen mit dem heutigen Innenstadtbereich weitgehend identisch sind. Selbstverständlich wurde auch die Dynastie derer von Stalburg nicht außer Acht gelassen, die der Burg und Stadt im Vichttal ihren Namen gegeben hat.

 

Die im 16. Jahrhundert verstreut im Vichttal liegenden Gewebestandorte stellte Altena dar, indem er Abbildungen aus dem 1544/45 entstandenen Vichttalplan des Egidius von Walschaple präsentierte. Städtebaulich, architektonisch, wirtschaftlich und politisch stellte Altena die Grundzüge der Ortsentwicklung dar, die ihre Besonderheiten aufweist. Nicht Jahreszahlen und Personennamen, sondern die konkreten Entwicklungen, die aus einem grünen Tal eine Stadt werden ließen, wurden durch Fotos, historische Zeichnungen und Karten sowie durch Rekonstruktionen deutlich.

 

Gefördert hatte die Ansiedlung der kleinen Manufakturen und Mühlen das Vorhandensein von Wasserkraft und Bodenschätzen, die überwiegend aus Zinkerzen bestanden. Schließlich konnte die Vicht Hammerwerke antreiben, die der Verarbeitung von Messingerzeugnissen dienten. Um diese locker im Tal liegenden Gewerbestandorte siedelten sich vor allem mit Beginn der Industrialisierung nach 1800 dauerhaft Menschen an.

 

Schließlich hatte man sich anfänglich laut Altena als Arbeitskräfte für die Kupferhöfe und -mühlen der Menschen bedient, die außerhalb von Stolberg in der nahen Nordeifel gelebt hatten. Einen geschlossenen Siedlungskern hatte es im 16. und 17. Jahrhundert nur rund um die Burg gegeben. Doch die historischen Gewerbestandorte „auf der grünen Wiese“, wie Altena sie treffend bezeichnete, hatten nicht nur die Menschen angezogen, sondern auch andere Gewerbetreibende, die Glas- und Zinkhütten sowie Tuchmanufakturen und weitere Metallbetriebe einführten. Somit hat sich Stolberg aus einem „chaotischen Geflecht mit verschiedensten Kernen und topografischen Gegebenheiten“ entwickelt, stellte der studierte Geograph dar: Kerne, die durch Verbindungswege erschlossen wurden, die nicht dem heutigen Straßenverlauf folgten.

 

„Ein Straßendorf kommt somit als Kristallisationspunkt der Stadtwerdung Stolbergs nicht in Frage“, versicherte der Historiker, der seine Gäste mit einer dynamischen Darstellung fundiert informierte.

 

Burg und Kupferhöfe waren Siedlungskerne, die mit dem Städtebau und der Ausdehnung von Fabriken im 19. Jahrhundert langsam den Talgrund zu einem Stadtraum formten. Das ungeordnete Zufallsprinzip der Höfe und Gärten wurde in ein geordnetes Verkehrs- und Raumsystem übertragen, was Stadtplaner aber bis heute vor Herausforderungen stellt, wie der Stadtarchivar in Hinblick auf die aktuellen Maßnahmen rund um das Entwicklungskonzept „Talachse“ darstellte. Ab 1881 bildete der Kaiserplatz ein neues Stadtzentrum, wie auch in ungebauten Plänen der aktuellen Ausstellung des Stadtarchivs „Ungebaut - Pläne für die Schublade“ ersichtlich ist.

 

Denn das ungebaute „Jahrtausendhaus“ von 1925 stellte den Höhepunkt des Vortrags dar, der versuchte, Ordnung in die komplexe Stadtgeschichte zu bringen. „Man merkt, es kommt ihm vom Herzen“, meinte ein Besucher anerkennend. Anlässlich des Altena-Vortrages kam im Saal des Kulturzentrums die von der Volkshochschule kürzlich akquirierte neue Technik zum Einsatz. Schließlich hat die Volkshochschule inzwischen einen Beamer für Saalveranstaltungen und eine Mikrofonanlage angeschafft.

 

Fortgesetzt wird die von der Volkshochschule und dem Stadtarchiv initiierte Reihe am Dienstag, 27. März, um 19 Uhr, im Saal des Kulturzentrums Frankental. Dann zeigt und kommentiert Christian Altena den Farbfilm „1956 - Stolberg im Jahr des 100-jährigen Stadtjubiläums“.

 

Präsentiert werden dabei Szenen des Festzuges vom September 1956 und die mit dem Jubiläum verbundenen Veranstaltungen und Aktivitäten. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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