Schweigen im Rat über Aachen und Eschweiler

Die Sozialdemokraten der beiden Nachbarstädte wollen ein gemeinsames Gewerbegebiet in der Indestadt forcieren. Regionaler Konsens in Gefahr?

Archivbild: J. Lange
Archivbild: J. Lange

Manches Mal ist es besonders auffällig, wenn keiner etwas sagt. So geschehen in Hauptausschuss und Stadtrat zum städteregionalen Gewerbeflächenkonzept. Gab es in der Woche zuvor im Ausschuss für Wirtschaftsförderung noch Nachfragen, wie denn in der Praxis ein solches interkommunales Gewerbegebiet abgestimmt und realisiert werden soll, so winkten die Ratsmitglieder nun den Beschluss kommentarlos durch.

 

Demnach soll die Städteregion das mit allen angehörigen Kommunen abgestimmte Gewerbeflächenkonzept als Fachbeitrag im Rahmen der Überarbeitung des Regionalplans bei der Bezirksregierung vorlegen. Das soll mit Hilfe der Agit bis zum Jahresende erledigt sein. Vor allem Eschweiler (bisheriges Kraftwerk-Umfeld), Herzogenrath (am Technologiepark) und Würselen (am Flughafen) böten sich als interkommunale Gewerbegebiete an. Während die Indestadt über 22 Hektar mehr freie Gewerbefläche verfügt, als sie laut Prognose bis 2035 benötigt, fehlen alleine Stolberg weitere 20 Hektar. Acht der zehn Kommunen fehlt Gewerbefläche, die wiederum durch gemeinsame Wirtschaftsgebiete – etwa in Eschweiler – bereitgestellt werden soll.

 

Bemerkenswert ist das Schweigen im Stolberger Stadtrat aufgrund des zuvor bekannt gewordenen Vorstoßes der SPD-Ratsfraktionen aus Eschweiler und Aachen, ein gemeinsames Gewerbegebiet zu realisieren. Während in der Kaiserstadt die Koalition aus CDU und SPD das Projekt noch auslotet, bestätigte Bürgermeister Rudi Bertram gegenüber unserer Eschweiler Redaktion schon länger mit Aachen zu diesem Thema im Gespräch zu sein. „Mit der Zusammenarbeit von Aachen und Eschweiler würde der Flächenpool mit Leben gefüllt“, meint Bertram. Zu den Plänen gebe es einen „Letter of Intent“, also eine Absichtserklärung der Aachener Verwaltungsspitze. Darüber, wo das Eschweiler-Aachener Gewerbegebiet entstehen könnte, schweigt Bertram.

 

Während Aachens SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Servos bekräftigte, dass der Weg in seinen Augen alternativlos sei, bestehe bei den Christdemokraten ist noch Diskussionsbedarf. Dem Vernehmen nach sollen Teile der Aachener CDU den regionalen Konsens in Gefahr sehen, wenn Aachen und Eschweiler gemeinsame Sache machen.

 

Frühere Stolberger Vorschläge, das Gewerbegebiet Camp Astrid auf Eschweiler Seite auszuweiten, waren dagegen von der Nachbarkommune stets vehement abgelehnt worden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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