Matschige Wege sorgen für Aufregung

Aufgrund von Holzarbeiten und Niederschlag gibt es im Stolberger Wald schlammige Strecken. Den Förster ärgert unsachliche Kritik.

Fotos: Anne Schröder
Fotos: Anne Schröder

Sie sorgen zurzeit für Diskussion: Die matschigen Wege im Stolberger Wald. Regenwasser füllt die Furchen, die von Traktoren und Lkw hinterlassen werden, wenn sie das Holz aus dem wirtschaftlich genutzten Wald abführen – der Boden weicht auf. Für Spaziergänger nicht immer angenehm. Aber: „nur fünf bis zehn Prozent der Wege im Stadtwald sind in so einem Zustand“, weiß Förster Theodor Preckel, der kein Verständnis für die Aufregung hat. Allein in Gressenich sei eine Gesamtstrecke von mindestens

20 Kilometern Waldweg, die Spaziergänger sehr gut ohne Beeinträchtigung nutzen könnten.

 

6000 Tonnen Holz müssen dieses Jahr alleine aufgrund der Stürme Friederike und Burglind geborgen werden, hinzu kommen weitere 7 500 Tonnen Holz von Bäumen, die planmäßig gefällt werden. Noch im Wald werden die Bäume „filetiert“, also Äste abgeschnitten und in verschiedene Segmente zersägt. Traktoren bringen die Stämme dann für die Speditionen an den Wegesrand, wo sie von den Lkw abgeholt werden. „Wir sind auf die Maschinen angewiesen, die Wege müssen befahren werden. Aber wir achten auch darauf, dass die Transportwege gering gehalten werden“, erklärt Preckel.

 

Dass die Wege zurzeit so aussehen, ist auch der Jahreszeit geschuldet. Die Einschlagszeit ist im Winter, im Sommer werden vor allem Pflegemaßnahmen vorgenommen – unter anderem weil viele Tiere ihren Nachwuchs in der Zeit großziehen. Die Stürme, die den Wald schädigen, beginnen bereits am Ende der Herbstzeit. Die zwei schweren Orkane in dieser Saison bedeuten nun viel Arbeit im gesamten 1500 Hektar großen Waldgebiet, erklärt der Förster.

 

„Auch Engpässe bei den Speditionen und den Sägewerken, die voll sind, sorgen dafür, dass die Arbeiten noch anhalten. 50 Prozent der Holzabfuhr sind bereits erledigt.“

 

Vor allem die heimische Industrie werde beliefert, Sägewerke in Zweifall, Heistern und Würselen gehören dazu. „Das Holz bleibt in der Region“, heißt es von Preckel. Die geworfenen Bäume könnten auch nicht liegen gelassen werden, weil sich sonst Borkenkäfer ausbreiten, die dem Wald schaden würden. „Das Holz muss und soll genutzt werden. Wir müssen jetzt zügig daran arbeiten“.

 

Die Arbeiten werden sich nach Aussage des Försters noch ein paar Wochen hinziehen. Erst dann würden die Wege instand gesetzt. Nicht vorher. „Das macht ja keinen Sinn. Wenn ich die Wege jetzt schon herrichte, dann würde man mir vorwerfen, Steuergelder zu verschwenden. Schließlich würden die Waldwege weiterhin zur Holzabfuhr genutzt“, sagt der 62-Jährige.

 

Marion Kauth geht täglich mit ihrem Hund im Gressenicher Waldgebiet spazieren. Sie fühlt sich durch die Arbeiten nicht gestört. „Es ist ja auch dem Wetter geschuldet, dass es hier matschig ist. Dann ziehe ich mir einfach die passende Kleidung an“, sagt die Spaziergängerin, die auf einem festeren Weg unterwegs ist. „Wir sind hier auf dem Land, ich bin froh, dass hier Wald ist“, ergänzt Kauth. Die Forstwirtschaft ist eine der natürlichsten Formen der Bewirtschaftung. „Nur 15 Prozent der produzierten Biomasse werden auch tatsächlich genutzt. Die Bäume stehen je nach Baumart 100 bis 200 Jahre im Wald. Unsere Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet. Wir nutzen nur so viel, wie der Wald auch wieder produzieren kann“, erklärt Preckel.

 

Sein Beruf ist mehr als nur Arbeit, man müsse mit dem Herzen dabei sein. Sein Aufgabengebiet erstreckt sich von der Pflanzung bis zum Holzverkauf. Er und seine Mitarbeiter arbeiten bei „Wind und Wetter“ und sind fast täglich im Wald. „Wir finden den Schlamm auch nicht toll, aber wir leben halt damit. Eine Pfütze gehört zum Wald wie der Sand zur Sahara“

 

Ihn ärgere es sehr, wenn Beschwerden über die Zustand des Waldes nicht direkt kommuniziert werden. Vor allem dann, wenn Polemik wie „der Förster vom Silberwald“ mitschwingt. „Es ist unfair, einen Leserbrief zu veröffentlichen, obwohl ein Telefonat mit mir durchaus Klarheit schaffen kann. Der Vorwurf, der Wald sei marode, ist eine Unverschämtheit und zeugt von mangelndem Fachwissen. Der Wald ist top gepflegt“, bemerkt der Förster. Im Winter gebe es nun mal Frost, der den Schlamm gefrieren lasse und schwer begehbar mache, „aber auf das Wetter haben wir keinen Einfluss.“ Auch seien nicht alle Wege befestigt, wie der Weg A 1, dessen Strecke der Eifelverein vor 40 Jahren ausgewiesen hatte. Er führt mit Absicht abseits der festeren Wege in den Wald, um eine Nähe zur Natur zu schaffen.

 

Wenn die Holzarbeiten beendet sind, das Wetter wärmer wird und die Sonne mehr scheint, bessern sich laut Preckel auch die Wege, die nach den Arbeiten wieder hergerichtet werden. „Dann ist die Laune einiger Spaziergänger hoffentlich wieder besser. Ansonsten gibt es ja auch in Eschweiler schöne Waldwege.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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