Neugierig die Welt mit den Händen erleben

Schüler des Berufskollegs Simmerath/Stolberg organisieren für Kindergartenkinder eine „Lernwerkstatt“, von der beide Seiten profitieren.

Foto: Anne Schröder
Foto: Anne Schröder

Während die Kindergartenkinder mit ihren kleinen Händen einen eher ungewöhnlichen Teig aus Mehl, Sand und Essig kräftig durchkneteten, sangen sie aus vollem Herzen „backe, backe Kuchen“ und strahlten bis über beide Ohren. Dass daraus ein leckeres Gebäck entsteht, ist zu bezweifeln, aber darum geht es nicht. Vielmehr sollen die Kinder verschiedene Materialien ausprobieren, fühlen und vor allem Spaß haben.

 

Das war ein Ziel der „Lernwerkstatt“, die gestern Vormittag von Schülern des Berufskollegs Simmerath/Stolberg zum ersten Mal im Familienzentrum Kinderhaus Bergstraße ausgerichtet wurde. Die Lernwerkstatt setzte sich aus zehn kleinen Stationen zusammen, die jeweils von den Schülern betreut wurden, und unterschiedliche Schwerpunkte zum Thema „Naturwissenschaft“ hatten: Im Spielraum war eine Ecke eingerichtet, in der Steine zerhauen wurden, auf einem Tisch im Flur standen „Fühlboxen“ aus Schuhkartons, dessen Inhalt – wie Blätter, Äste oder Watte – die Kinder ertasten sollten, und im Badezimmer wurde mit Wasser, Rasierschaum und Farbe experimentiert. Im Familienzentrum gibt es drei Gruppen mit insgesamt rund 50 Kindern, wobei nicht alle mitmachen mussten. Jeder konnte sich frei entscheiden und gerade für die Kinder unter drei Jahren, war die Lernwerkstatt weniger interessant. Umso mehr freuten sich die Größeren über die unterschiedlichen Angebote.

 

Aber nicht nur die Kinder lernten dabei viel. Das Projekt ist vor allem ein Training für die etwa 45 angehenden Erzieher vor Ort, die sich gerade in ihrem ersten Ausbildungsjahr befinden. Das weiß auch die stellvertretende Leiterin des Familienzentrums, Daniela Bartelt: „Die Schüler lernen dadurch den Umgang mit den Kindern. Das, was sie theoretisch in der Schule beigebracht bekommen, können sie hier dann praktisch umsetzen.“

 

Über sechs Wochen haben sich die Schüler im Unterricht zum Bildungsbereich „Naturwissenschaften“ darauf vorbereitet. Der pädagogische Hintergrund ist hierbei ebenso Thema wie die Rolle von Erziehern und Kindern. Bei einer Lernwerkstatt geht es nämlich nicht darum, den Kindern vorzugeben, mit was und wie sie spielen sollen. Es geht vielmehr darum, ein Angebot zu machen, um sie dann eigenständig erleben und kreativ werden zu lassen.

 

Das wurden sie gestern auch, weiß die Schülerin Isabel Hamacher. Sie wollte eigentlich auf die Unterschiede zwischen Sand und Mehl eingehen, aber die Kinder wollten nicht fühlen, sondern lieber „Kuchen“ backen. Die Schüler sollen bei einer Lernwerkstatt nur das Handeln beobachten. „Wir lernen so, wie die Kinder denken und was sie anders als Erwachsene machen“, erklärt Hamacher.

 

Dabei haben nicht nur die Kinder sichtlich Spaß, sondern auch die Berufsschüler. Ebenso Bert Reuter und Petra Bobka, die mit den Kindern unter anderem Steine aufhämmerten und sie in Wasser tauchten, um zu sehen, ob sich die Farbe ändert. „Es ist toll, welche Ideen die Kinder entwickeln, um die Steine klein zu kriegen. Aber auch die soziale Kompetenz wird gefördert, wenn sie sich die Werkzeuge teilen, ohne dass wir das vorgegeben haben“, sagt Bobka. Ihr Mitschüler Bert Reuter erklärte denen, die nicht mit Hammer und Meißel hantierten, etwas über die kleinen Edelsteine, die er aus seiner alten Sammlung mitgebracht hatte. „Es macht mir vor allem Spaß zuzuhören. Die Kinder erzählen viel und haben eine tolle Fantasie“, sagt der 33-Jährige.

 

Seine Lehrerin am Berufskolleg, Lisa Kretschmar, hat die Schüler bei der Vorbereitung und am Tag selber betreut. „Die Schüler probieren sich auch hier aus, was beispielsweise im Kita-Alltag nicht immer geht. So haben sie jetzt schon Erfahrungen gesammelt, die sie später einbringen können“, erklärte die 30-Jährige. Auch für die Einrichtungen ist so ein praktischer Tag, an dem viel probiert wird, sehr hilfreich und wichtig, wie die stellvertretende Leiterin des Familienzentrums Daniela Bartelt betonte: „Wir wollen ja gut ausgebildete Erzieher haben. Gerade wegen des Fachkräftemangels brauchen wir kompetenten Nachwuchs.“ Jeder Jahrgang des Berufskollegs Stolberg/Simmerath macht im ersten Ausbildungsjahr bei der Lernwerkstatt mit.

 

Parallel fand die Aktion auch mit den anderen Klassen des Berufskollegs mit dem Standort Stolberg in der nahe gelegenen Kita Bergbande statt. Diese Kita kooperiert schon seit mehreren Jahren mit der Schule. „Da jetzt eine zusätzliche Klasse ausgebildet wird, haben wir überlegt, das fußläufige Familienzentrum auch miteinzubeziehen“, erklärt Birgit Thielen, Leiterin der Kita Bergbande. Somit durften sich gestern insgesamt rund 120 Kinder und 80 Schüler über die Lernwerkstatt freuen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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