Wilder Müll und jede Menge Falschparker

Die Mitarbeiter des Stolberger Ordnungsamtes sind regelmäßig am Abend unterwegs. Sie erleben nicht nur Freundlichkeit.

Fotos: Sonja Essers
Fotos: Sonja Essers

Es ist Freitagabend um kurz nach halb acht als David Theissen und Wolfgang Nowack in der Straße An der Scheuer ankommen. Bergaufwärts parkt ein Auto auf dem Gehweg. Theissen und Nowack stellen den Wagen ab, steigen aus und schauen sich die Situation genauer an. 1,20 Meter müssen mindestens frei bleiben, damit Kinderwagen oder Rollstühle problemlos passieren können. Das ist allerdings nicht der Fall. Theissen und Nowack notieren das Nummernschild und die Stellung der Ventile an den Reifen. Der Wagen ist vor einem Einfamilienhaus geparkt. Die Männer klingeln, um den Fahrer zu bitten, seinen Wagen wegzusetzen. Nach wenigen Sekunden geht die Haustüre auf. Nachdem Theissen und Nowack die Anwohner darauf aufmerksam gemacht haben, dass sie dort nicht parken dürfen, schlägt ihnen Unverständnis entgegen. Einer der Herren wird sogar ziemlich laut. Auf eine Diskussion lassen sich Theissen und Nowack nicht ein. Sie kehren zu ihrem Wagen zurück und setzen ihre Tour fort. „Wir wollen den Menschen ja nichts Böses, sondern nur dafür sorgen, dass alles seine Ordnung hat“, sagt Theissen. Ein ganz normaler Tag im Leben eines Ordnungsamtsmitarbeiters.

 

In Stolberg sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht nur tagsüber unterwegs. Regelmäßig machen David Theissen, Wolfgang Nowack und ihre Kollegen ihre abendlichen Kontrollen. So auch an diesem Freitagabend. Start der Tour ist am Stolberger Rathaus in Richtung Zweifaller Straße, Europastraße, Schellerweg, Rosentalstraße, Rathausstraße, Salmstraße, Eisenbahnstraße und wieder auf die Europastraße.

 

Einen weiteren Zwischenstopp gibt es in der Schulstraße. Dort stehen gleich zwei Lieferwagen eines Paketdienstes im Halteverbot. Das Kuriose: Nur wenige Meter weiter sind genügend freie Parkplätze vorhanden. Dass Autos trotzdem im Halteverbot abgestellt werden, sei auch in Stolberg kein Einzelfall. „Die Leute sollten auch mal an die anderen Mitmenschen denken. Denn Halteverbote, Behindertenparkplätze und Gehwege haben schon ihren Sinn“, sagt Theissen und sein Kollegen Wolfgang Nowack meint: „Wenn sie blockiert werden, verstehen wir keinen Spaß.“

 

Die beiden nehmen die Falschparker auf und verteilen Knöllchen. Ein Vorurteil mit denen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes oft zu kämpfen hätten: „Manche denken, dass wir nach der Summe der Protokolle arbeiten. Nein! Wir bekommen keinen Cent mehr, ob wir ein Protokoll mehr oder weniger schreiben“, sagt Theissen. Vielmehr stehe das bürgerfreundliche Arbeiten im Vordergrund. Was das bedeutet? Das bedeute nicht, jemanden um jeden Preis zu protokollieren, der falsch parkt, sondern auch mal einen Arbeitsvorgang abzubrechen, wenn dieser noch nicht fertig eingegeben wurde und der Betroffene freundlich mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes redet. „Freundlichkeit bringt mehr als Frechheit und Respektlosigkeit“, sagt David Theissen. Er und sein Kollege steigen wieder ins Auto. Noch ahnen sie nicht, dass sich die Lage in der Schulstraße an diesem Abend noch verschlimmern wird. Doch zunächst geht es in die Straße An der Scheuer. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben einen Anruf von Anwohnern erhalten, die sich über wilden Müll beschwert haben. Einige Säcke stehen am Straßenrand. Theissen und Nowack stülpen sich die Handschuhe über und stellen die Beutel beiseite. Wenige Tage später sollen sie abgeholt werden. Wilder Müll sei oft ein Problem, weil er schwer zu kontrollieren sei. „Daher sind wird auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen“, sagt Theissen. Er und sein Kollege hätten schon erlebt, wie eine Stolbergerin ihren Müll einfach aus dem Fenster geworfen hätte.

 

Zwischen 50 und 70 Kilometer legen Theissen und Nowack im Durchschnitt an einem Abend zurück. Nun geht es zum Parkhaus am Hauptbahnhof. Auch dort wollen die Ordnungshüter regelmäßig Präsenz zeigen. Durch die Atsch geht es bis zum Camp Astrid und schließlich wieder zurück in die Schulstraße. Mittlerweile ist über eine Stunde vergangenen. Zu den beiden Lieferwagen hat sich noch ein dritter gesellt. Alle drei stehen im Halteverbot. Die Fahrer sind nicht in Sicht. Theissen und Nowack fackeln nicht lange und rufen ein Abschleppunternehmen an. Kurz bevor dieses ankommt, trudeln auch die Falschparker nach und nach ein. Zahlen müssen sie trotzdem – und das nicht zu knapp. 160 Euro pro Fahrzeug, das Knöllchen kommt noch oben drauf.

 

Zwei bis drei Mal in der Woche wird mittlerweile in Stolberg abgeschleppt. An diesem Abend werden es noch zwei Fahrzeuge sein. Der erste Wagen befindet sich in der Eichsfeldstraße. Auch dieser hat vorab bereits ein Knöllchen erhalten.

 

Der Fahrer des zweiten Wagens, den Theissen und Nowack in der Rosentalstraße entdecken, parkt nicht nur auf dem Gehweg, sondern auch noch entgegen der Einbahnstraße. Noch ein weiteres Mal an diesem Abend kommt der Abschleppdienst. Nachdem Theissen und Nowack ihre Berichte ausgefüllt und die Polizei informiert haben, ist auch für sie Feierabend. Auch wenn ihr Job nicht immer nur positive Momente mit sich bringt, üben die beiden ihn doch gerne aus.

 

„Wir wollen doch auch nur eins: Ein sauberes und schönes Stolberg, in dem sich alle wohlfühlen können“, sagt Theissen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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