Blindgänger und Bomben lange Problem

900 Jahre Stolberg: Stadtarchiv verweist im Rahmen einer Serie auf die jüngste Geschichte des Donnerbergs nach dem Zweiten Weltkrieg.

Fotos: Stadtarchiv
Fotos: Stadtarchiv

Zum 900jährigen Jubiläum Stolbergs präsentiert das Stadtarchiv monatlich ein Archivale aus einem Stadtteil. Von A wie Atsch bis Z wie Zweifall werden in dreizehn Folgen Stadtteilgeschichten erzählt und Illustriert mit Annoncen aus dem „Stolberger Generalanzeiger“ von 1898.

 

Im März geht es um das spärlich besiedelte Gebiet des Donnerbergs. Es war im Zweiten Weltkrieg sehr stark von Kampfhandlungen betroffen. Im September und November 1944 war der Donnerberg besonders umkämpft. Der Beschuss von Infanterie, Panzern und Artillerie hatte seine Spuren hinterlassen. Blindgänger und hinterlassene Munition sollten noch lange eine Bürde des Krieges sein und weitere Opfer fordern.

 

Die Akte ST 3046 beinhaltet zahlreiche polizeiliche Meldungen zwischen 1953 und 1967 bezüglich des Auffindens von Granaten, Munition, Handgranaten und Panzerfäusten des Zweiten Weltkrieges im Stadtgebiet. Der Stadtteil Donnerberg war vor allem durch die Siedlertätigkeit ab 1947 von vielen Neubaumaßnahmen geprägt, die gefährliches Kriegsgerät zu Tage förderten.

 

Meist dokumentieren Kampfmittelmeldungen Funde bei Ausschachtungsarbeiten oder in Wiesen- und Gartenanlagen. Eindrucksvoll ist ein Granatenfund am 16. 9. 1965 in der Höhenstraße, am „Bürgersteig gegenüber der Donnerberger Kirche“, mit dem Dringlichkeits-Hinweis, „der Bürgersteig wird täglich von zahlreichen Passanten benutzt (auch ASEAG-Haltestelle)“. Nach Hinzuziehung der Polizei durch die Entdecker stellten die Beamten stets ein Munitionswarnschild auf. Die fachgerechte Räumung wurde umgehend veranlasst. Ein Schreiben der Bezirksregierung Aachen geht auch an die Stadtverwaltung Stolberg, wo es vom Amt für öffentliche Ordnung bearbeitet wurde. Für Minenräumarbeiten wurde im Sommer 1953 das Gelände des Senders gesperrt, der dort seit 1951 in Betrieb war. Minen waren in einigen Zonen der Stadt ein tückisches Problem und eher harmlose, ausgebrannte Panzerfahrzeuge eine augenfällige Erinnerung an die Schlachten, als der Wiederaufbau und die Siedlergemeinschaft Donnerberg ihre Arbeit begannen. Hand- und Flügelgranaten sowie Geschosse von 7, 5 bis 17 Zentimeter Kaliber wurden etwa im Dahlienweg, in der Gustav-Stresemann-Straße, der Unteren Donnerbergstraße, Josefstraße, Karl-Arnold-Straße sowie Am Goepelschacht, Nelkenweg und in der Stadtrandsiedlung gefunden. In der Malmedyer Straße wurde 1967 der Fund einer 60 Zentimeter langen Bombe gemacht.

 

Während in der direkten Nachkriegszeit durch Unfälle und Räumungsarbeiten einige Verletzte und Todesopfer zu beklagen waren, konnten später Unglücksfälle meist vermieden werden. Offenbar setzte nun ein gelassener Umgang der Bevölkerung mit der Situation ein. Der Umkreis der Sperrung des Sendegeländes betrug 150 Meter, die Sperren wurden aber „von Fußgängern und Radfahrern umgangen; selbst Motorradfahrer und Kraftfahrzeuge befahren die gesperrte Straße“, heißt es in der Akte. Absperrungen und Wachdienst der freiwilligen Feuerwehr konnten dem Pragmatismus der Bürger wenig entgegensetzen. Doch wurden regelmäßig Sprengungen von gefundenem Material vor Ort durchgeführt. Bis heute bergen Kriegswaffen im Boden ein Gefahrenpotential, das noch lange ein mahnendes Zeugnis des Krieges bleiben wird. Das Stadtarchiv beherbergt und sammelt als Historisches Kompetenzzentrum und „Gedächtnis der Stadt“ Akten, Urkunden, Bilder, Bücher, Zeitungen, Nachlässe und andere Samm-lungen der Stadtgeschichte. Historische Unterlagen aus allen Stadtteilen stehen dort interessierten Bürgern für Forschung, Wissenschaft und Bildungsarbeit zur Verfügung.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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