„Altenheime stehen vor dem Super-GAU“

Diskussionrunde zum Thema „Ein Jahr nach der Pflegereform“. Fachkräftemange l in Seniorenheimen.

Foto: C. Hahn
Foto: C. Hahn

Unbarmherzig hatte die Grippe zugeschlagen: Jürgen Fliege, vor Jahren als Fernsehpfarrer und Talkmaster in Deutschland eine Berühmtheit, musste das Bett hüten. Um ein Haar wäre er seiner früheren Wirkungsstätte in Aldenhoven relativ nahe gekommen – als Moderator einer Gesprächsrunde zum Thema „Ein Jahr Pflegereform“ im Kulturzentrum an der Frankentalstraße in Stolberg.

 

Statt Fliege hielt Wolfgang Habedank, Pressechef des Ausrichters, der auch in der Kupferstadt Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH, die Fäden bei der Diskussion zusammen. Mit dem Chef der Itertalklinik, Dr. Christoph Kösters, Pflegedirektor Zeljko Turkalj, der Eschweiler SPD-Bundestagsabgeordneten und gelernten Altenpflegerin Claudia Moll und dem stellvertretenden AOK-Regionaldirektor Bernd Claßen aus Aachen war die Runde auch relativ hochkarätig besetzt. Mit dem Zuspruch von Senioren und Fachkräften sah es indes eher bescheiden aus: Höchstens an die 30 Menschen verloren sich auf den Rängen im Saal des Kulturzentrums.

 

Trotzdem mangelte es der Diskussion nicht an Substanz – ganz im Gegenteil. Den Grundton setzte dabei Moderator Habedank: „Wir haben Grund, den Notruf auszusenden. In der Pflege befinden wir uns auf dem Weg zu einem Super-GAU.“ Wie dieser GAU (Größter anzunehmender Unfall) sich in der Realität äußert, präzisierte Dr. Kösters: „Wir haben weniger Personal als je zuvor.“

 

Und noch konkreter: „Wir können unser neues Heim in Breinig nicht voll belegen, weil wir die Leute zur Betreuung nicht haben.“ Dabei äußerte der Chef von Klinik und Seniorenzentrum eine gewisse Ratlosigkeit: „Wir sind auf der Suche, aber die ist nicht immer ein Erfolg.“ Der Ausweg? „Es kann nur gehen über eine drastische Erhöhung der Löhne.“

 

An vielen Stellen gingen die Gespräche über den Rahmen der eigentlichen Pflegereform hinaus. Claudia Moll führte den Faden deshalb ein Stück weit zum Ursprung zurück, indem sie formulierte: „Im stationären Bereich hat sich nicht viel geändert.“ Dabei betonte die SPD-Parlamentarierin, wie nahe sie sich noch immer den Kolleginnen und Kollegen in ihrem Beruf noch immer fühlt: „Manchmal vergesse ich, dass ich hier als Politikerin sitze und nicht als Altenpflegerin.“

 

Ähnlich der Beitrag von Pflegedirektor Turkalj – auch er blieb dicht an der Wirklichkeit der Arbeitswelt: „Kranke Menschen brauchen besonders motiviertes Personal.“

 

Ein Übermaß an bürokratischem Aufwand und nur wenig Zeit, sich um die anvertrauten Senioren individuell zu kümmern, trügen dazu bei, dass die Realität ganz anders aussehe – will sagen: sich in der Berufsflucht äußere: „Mittlerweile arbeiten Menschen aus der Altenpflege in der Kardiologie von großen Krankenhäusern.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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