Stolberg in Zeiten des Mittelalters

Vortrag von Historiker Armin Meißner zur Geschichte der Stadt unter der Herrschaft der Edelherren. Fortsetzung am 10. April.

Foto T. Dörflinger
Foto T. Dörflinger

Wenn Armin Meißner referiert, kommen die Liebhaber von lebendiger Geschichte auf ihre Kosten. Nicht anders war es jetzt im Rittersaal der Burg, als sich der Historiker im Auftrage des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereines dem Thema „Die Edelherren von Stolberg im Kontext mit der Entstehung der Landesherrschaften 1118 - 1371“ widmete. Sein nächster Vortrag wird am 10. April stattfinden.

 

Meißner gelang es, unterstützt durch eine variantenreiche Vortragskunst, die er mit Gestik, Mimik und einer lebendigen Sprache anreicherte, die rund 70 Besucher mit einer spannenden Epoche des rheinischen Hochmittelalters bekannt zu machen. Schließlich haben die Freien von Stalburg und ihre Nachfolger Frenz, Randerath und Schönforst in der rheinischen und Stolberger Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt.

 

Um ihre Bedeutung und Stellung in der damaligen Gesellschaft zu erläutern, skizzierte Meißner kurz das Verhältnis zwischen Freien und Unfreien. „Die Zahl der Freien war gering. 90 Prozent der damaligen Bevölkerung waren Unfreie und damit an den Grund und Boden gebunden, den sie im Auftrag der Freien bewirtschafteten“, versicherte der Historiker, der demnach die Freien als Grundbesitzer bezeichnete, die umfangreiche Liegenschaften besessen hätten, deren Lagen und Standorte mitunter aber weit verstreut gewesen seien.

 

In dieses zeitgenössische Bild würden auch die Stalburger passen, versicherte Meißner, die als Angehörige des mittleren Adels bedeutende Urkunden der rheinischen Geschichte unterzeichnet und als Kölner Domherrn und Kanoniker gesellschaftliche Stellung und Rang unterstrichen hätten. Demnach richtete Meißner sein Augenmerk auf eine Urkunde von 1118, in der der Name Stolberg erstmals genannt wird und die von Reinardus von Stalburg als Zeuge eines Stiftungsaktes unterzeichnet wurde. In dieser Urkunde gab Graf Gerhard von Wassenberg und Geldern bekannt, das er in Wassenberg eine Kirche errichten lasse und diese mit Gütern und Einkünften ausstatte. Außer dieser Urkunde stellte Meißner noch andere Dokumente dar, die von den Stalburgern unterzeichnet wurden und die die hohe gesellschaftliche Stellung der Stolberger Edelfreien unterstreichen würden.

 

Ausführlich widmete sich Meißner auch dem gesellschaftlichem Geflecht und den Beziehungen sowie Verbindungen des rheinischen Hochmittelalters in denen die Stalburger - sprich Stolberger - eingebunden und einbezogen waren. Eine Rolle im Verlaufe des Meißner-Vortrages spielten auch die Nachfolger der Stalburger, die Adeligen aus den Häusern Frenz, Randerath und Schönforst. Meißner stellte die Schönforster, ihr Stammsitz lag auf dem heutigen Aachener Stadtgebiet, als reich begütert und mit einem großen finanziellen REcihtum ausgestattet dar. Als Finanziers taktierten sie geschickt zwischen rivalisierenden Herzogtümern und statteten sie mit großen Geldmitteln aus. Das schützte sie aber nicht davor, dass auch sie zu Gegnern der Herrschenden wurden und ihre Burg in Stolberg wegen angeblicher Raubüberfälle 1375 vom Landfriedensbund geschleift, also zerstört wurde.

 

Meißner beendete seinen Vortrag damit, dass er wissenschaftlich Hypothesen vorstellte, die sich um die Lage und Bedeutung von „Curtis“ - befestigter Wirtschaftshof und „Castrum“ - Burg, drehten. Fortgesetzt wird die Meißner-Vortragsreihe, womit der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein das 900-jährige Jubiläum der Kupferstadt Stolberg würdigt, am Dienstag, 10. April, um 20 Uhr, im Rittersaal der Burg. Dann heißt das Thema: „Stolberg als Jülicher Unterherrschaft, 1371 - 1794“.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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