Modernes Stadion Gewinn für ganze Stadt

Leichtathletik-Fachwartin Ruth Püttgen im Interview. Sportart hat einen hohen Stellenwert. „Auch in Inventar der Turnhallen investieren.“

Foto: D. Müller
Foto: D. Müller

Die Leichtathletik-Stadtmeisterschaft in der Halle richtet die LG Stolberg am heutigen Samstag ab 14 Uhr für Kinder und Jugendliche in der Halle des Goethe-Gymnasiums aus. Mit Ruth Püttgen, Fachwartin für Leichtathletik im Stadtsportverband und Geschäftsführerin der LG, sprach Dirk Müller über die Situation der Sportart in der Kupferstadt sowie über die Zukunftsaussichten für die Leichtathleten.

 

Sie sind sowohl in der Stolberger Turngemeinde aktiv, als auch in der LG Stolberg ...

 

Püttgen: Was überhaupt kein Widerspruch ist. Die Stolberger Turngemeinde ist mein Stammverein, und die LG Stolberg ist eine Leistungsgemeinschaft, in der die Stolberger Turngemeinde und der Stolberger Turnverein gemeinsam trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Das funktioniert seit mehr als 40 Jahren sehr gut, denn es ist eine Win-Win-Situation für beide Vereine. Wir können unsere Ressourcen und Kräfte bündeln, wovon beide Seiten profitieren.

 

Im Stadtsportverband sind Sie zudem Fachwartin für Leichtathletik. Führt die Leichtathletik in der Kupferstadt im Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball nicht eher ein Schattendasein?

 

Püttgen: Auf keinen Fall. Lediglich die Wahrnehmung ist vielleicht unterschiedlich. Bei einem Fußballspiel stehen immer gleich 22 Spieler auf dem Platz – die Leichtathletik-Disziplinen hingegen kann man auch alleine trainieren. Tatsächlich sprechen die Zahlen dafür, dass die Leichtathletik in Stolberg einen hohen Stellenwert hat.

 

Welche konkreten Zahlen meinen Sie damit?

 

Püttgen: Die Kinder- und Jugendabteilung der LG zählt momentan 80 Aktive, von denen allerdings nicht alle bei Wettkämpfen antreten. Im Schnitt legen jedes Jahr rund 80 Stolberger aller Generationen das Sportabzeichen ab. Bei den Leichtathletik-Stadtmeisterschaften für Kinder und Jugendliche zählen wir durchschnittlich 100 Aktive bei den Wettbewerben, und jüngst sind beim Waldlauf-Cup 120 Läufer an den Start gegangen. Paradebeispiel ist in dem Zusammenhang sicher „Breinig läuft!“ an Christi Himmelfahrt. Mit mehr als 1000 Teilnehmern in 2017 ist „Breinig läuft!“ innerhalb von nur vier Jahren zu einer absoluten sportlichen Großveranstaltung in Stolberg geworden.

 

Zu „Breinig läuft!“ zählen auch die Staffelläufe der Stolberger Grundschüler. Hat dieses Format sich bewährt?

 

Püttgen: Ja, sogar sehr. Unser Ziel war es, Kinder für Bewegung und Sport generell und gerne auch im Verein zu begeistern. Das haben wir erreicht und noch mehr. Es gibt den erfreulichen Effekt, dass auch einige Eltern der Grundschüler auf den Lauf aufmerksam werden und sich zur Teilnahme anmelden. Dem kommt entgegen, dass neben dem Hauptlauf über zehn Kilometer inzwischen auch eine Fünf-Kilometer-Distanz angeboten wird, um den Volkslaufcharakter zu unterstreichen. Und was die Staffeln der Grundschüler angeht, haben wir uns jedes Jahr über steigende Teilnehmerzahlen gefreut. Für die aktuelle Auflage von „Breinig läuft!“ verzeichnen wir bereits einen neuen Teilnehmerrekord: 66 Sechser-Staffeln werden mitlaufen, also 396 Stolberger Grundschüler werden an den Start gehen.

 

Wie schafft die LG Stolberg es, eine derartige Großveranstaltung zu stemmen?

 

Püttgen: Mit Hilfe unserer Partner. Die Werbegemeinschaft Breinig unterstützt „Breinig läuft!“, und DRK und Freiwillige Feuerwehr Breinig helfen uns tatkräftig. Wir profitieren von unseren eigenen Erfahrungen bei Organisation und Umsetzung von Sportveranstaltungen und auch enorm von den Wettkampferfahrungen von Markus Ganser. Das Zusammenspiel aller Kräfte ist so gut, dass wir von auswärtigen Teilnehmern immer wieder hören: „Wir kommen gerne nach Stolberg!“ Das freut uns natürlich sehr.

 

Wie beurteilen Sie die Bedingungen für Leichtathleten in Stolberg?

 

Püttgen: In der Region haben wir nicht das schlechteste Stadion, aber bestimmt auch nicht das beste. Das Stadion Glashütter Weiher ist inzwischen deutlich in die Jahre gekommen. Zwar ist zwischenzeitlich in die Wurfanlage und die Hochsprunganlage investiert worden, aber das Stadion weist noch viele Problempunkte auf.

 

Welche Probleme gibt es im Stadion?

 

Püttgen: Das Stadion Glashütter Weiher ist nicht barrierefrei. Dass die Tribünen nicht überdacht sind, ist nicht nur für das Publikum schlecht. Wenn Sportler im Regen trainieren, können sie sich in den Trainingspausen nirgendwo unterstellen und müssen schwitzend im Regen stehen bleiben. Wobei zum Beispiel Lauftraining im Regen ohnehin kaum möglich ist, da die alte Laufbahn bei Regen schnell mehr aus Pfützen besteht als aus Bahn.

 

Jetzt will die Stadtverwaltung in den nächsten zwei Jahren 1,5 Millionen Euro in das Stadion Glashütter Weiher investieren. Was versprechen Sie sich von dieser Maßnahme?

 

Püttgen: Eine Menge, denn es soll auch eine moderne Tartanbahn entstehen. Somit können die Stolberger Leichtathleten dann auch bei Regen trainieren. Grundsätzlich werden die Bedingungen in einem zeitgemäßen Stadion für die Sportler besser, die Aktiven können noch mehr Wettkampferfolge erreichen, und Kinder und Jugendliche werden hoffentlich auch motiviert, sich ehrenamtlich in den Vereinen zu engagieren – etwa als Betreuer oder Trainer. Zudem wird mit einem modernen Stadion die gesamte Sportart Leichtathletik in Stolberg attraktiver, so dass wir auf steigende Mitgliederzahlen in den Vereinen hoffen. In einem modernisierten Stadion können wir auch regionale Wettkämpfe in Stolberg ausrichten, und das Stadion wird ein Prestige-Gewinn für die Kupferstadt.

 

Zusätzlich sollen 1,2 Millionen Euro in die Mehrzweckhallen investiert werden ...

 

Püttgen: Das ist wichtig und bitter nötig, denn der Zustand mancher Turnhalle ist kritisch. Ich wünsche mir dabei aber, dass nicht nur in die Gebäudesubstanz investiert wird, sondern auch in die „inneren Werte“. Beispielsweise gibt es Hallen mit regelrecht versteckt angebrachten Lichtschaltern, statt mit Bewegungsmeldern. Ein besonders wichtiger Punkt für die Sportler ist außerdem natürlich das Inventar der Hallen. Die Sportgeräte und Bänke sind inzwischen teilweise sehr veraltet und deshalb auch kaum mehr zu benutzen – da sehe ich großen Investitionsbedarf.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

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