Heiße Suppe stimmt ein auf einen heißen Tarifkampf

Mitarbeiter des Technischen Betriebsamtes auf Warnstreiks eingestimmt. Verdi fordert sechs Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate.

Fotos: J. Lange
Fotos: J. Lange

Mittagspause im Technischen Betriebsamt. Aus allen Teilen des Stadtgebietes sind knapp fünf Dutzend Mitarbeiter zur Industriestraße gekommen. In der Kantine reichen Kerstin Schankweiler und Michael Delens zu einem trockenen Brötchen Gulasch- oder Lauchcremesuppe – heiß und dampfend, so wie die Stimmung im öffentlichen Dienst angesichts des Stillstandes bei den Tarifverhandlungen ist.

 

Die Stolberger Vertrauensleute der Gewerkschaft Verdi nutzen die Gelegenheit, die Kollegen über den Stand der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zu informieren. Am heutigen Dienstag folgt der zweite Tag der zweiten Verhandlungsrunde. „Und noch haben sich die Arbeitgeber nicht bewegt“, sagt Martin Künzer, der auch Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung ist. Deren Belegschaft wird aktuell über den Stand der Dinge per Email informiert. Und weil das bei den Kollegen, die beim Betriebsamt zumeist im Freien arbeiten, schwieriger ist, so Künzer, „sind wir heute zu Euch gekommen“.

 

Mathias Dopatka stimmt die Belegschaft ein auf einen eher heißen Arbeitskampf. „Ich würde mich freuen, aber ich glaube nicht, dass eine Einigung heute oder morgen in Sicht ist“, sagt der Gewerkschaftssekretär. Obwohl sich Verdi frühzeitig positioniert habe, „ist die erste Verhandlungsrunde ohne Angebot der Arbeitgeber geblieben“, so Dopatka.

 

Verdi fordert für den öffentlichen Dienst eine Entgelterhöhung von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dabei legt die Gewerkschaft vor allem Wert auf einen Sockelbetrag von mindestens 200 Euro. Das betreffe vor allem die Entgeltstufen bis 9. „Das sind die niedrigen Stufen, in denen die Kolleginnen und Kollegen die meisten Probleme haben“, sagt Dopatka.

 

In vergangenen Jahren hätten die Belegschaften durch ihre Zurückhaltung bereits einen erheblichen Beitrag zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte geleistet. Es gebe bei der öffentlichen Hand lokal begrenzt auch noch Probleme, räumt der Gewerkschaftssekretär ein. Aber für dieses Jahr werde deutschlandweit ein Überschuss von 37 Milliarden Euro erwartet. Nun wollen die Beschäftigten ihren Anteil an dem wirtschaftlichen Erfolg. „Wir sind es wert“, lautet ihr Slogan, mit dem sie an die Forderungen der Gesamtwirtschaft anknüpfen. Während dort das durchschnittliche Tarifniveau um 73 Prozent, in der Metall-Branche sogar um 88 anstieg, liege der öffentliche Dienst mit 57 Prozent deutlich zurück. Damit liege man kaum oberhalb der Inflationsrate.

 

„Wir werden euch kurzfristig informieren“, stimmt Dopatka ein. Für die nächsten Tage rechnet der Gewerkschaftssekretär mit Warnstreiks – insbesondere auch in unserer Region. Das liegt am Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Er ist bei den Verhandlungsrunden in Potsdam Chefunterhändler für NRW“, sagt Dopatka, der Philipp gerne mit einer großen und lautstarken Delegation in Aachen „besuchen“ und zu einem Einlenken im Sinne der Beschäftigten bewegen möchte.

 

Der kräftige Applaus am Ende seiner Ausführungen signalisiert, dass die Stolberger Mitarbeiter des Betriebsamtes bereit zu sein scheinen, die Arbeit niederzulegen, um mit ihm auf die Straße zu gehen und für ihre Forderungen zu kämpfen. Und zum Abschluss gibt es reichlich Nachschlag aus den Händen von Kerstin Schankweiler und Michael Delens: heiße Suppe, die auf einen heißen Tarifkampf einstimmen soll.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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