Kulturkonzept für Zweifall auf Beine stellen

Interview zum Wochenende mit Dr. Michael Koch. Der Autor und Regisseur will mit seiner Frau, der Schauspielerin Heidi Mahler, Programm starten.

Foto: Maike Kollenrott
Foto: Maike Kollenrott

Der neu gegründete Verein „Unser Dorf Zweifall“ lädt für den 11. März um 17 Uhr in die Evangelische Kirche, Im Apfelhof 4, zum Konzert „Lesung mit Musik“ ein. Ausführende sind Heidi Mahler und Michael Koch (Texte) und das kammermusikalische Quartett mit Susanne Bleimann (Querflöte/ Altblockflöte), Friederike Franzen (Violine), Klaus M. Schmidt (Violoncello) und Franz Körfer (Cembalo / Orgel). Was es mit dem Verein auf sich hat, welchen Zweck er verfolgt und warum Michael Koch, 2. Vorsitzender des Vereins, mit seiner Ehefrau Heidi Mahler ein Kulturprogramm in Zweifall auf die Beine stellen möchte, hat er im Interview mit Marie-Luise Otten erzählt.

 

Warum dieser neue Verein?

 

Koch: Um dem von Stolberg seit jeher etwas vernachlässigten Dorf eine Stimme zu geben und um bestimmte Belange selbst zu erledigen, statt sich nur nach anderen Hilfsmitteln umzusehen.

 

Welchen Zweck hat der neue Verein und welche Ziele verfolgen Sie selbst?

 

Koch: Um bestimmte dorfbezogene Angelegenheiten (Restaurierungen, Erhalt der katholischen Kirche, Pflege der Wanderwege etc.) selbst in die Hand nehmen zu können.

 

Was hat das Kulturprogramm damit zu tun?

 

Koch: Es gab in Zweifall keine kulturelle Regsamkeit seit der Laienspielschar in den 1950er Jahren und einem kleinen Orchester, die beide aufhörten zu existieren, als die tatkräftigen Betreiber ausfielen, oder sogar starben. Solche Aktivitäten hängen immer an Einzelpersonen. Die Stadt Stolberg hat nie versucht, Kulturprogramme in die Dörfer zu bringen. Also müssen wir das im Rahmen unserer Möglichkeiten selbst tun.

 

Was hat Sie bewogen, die Kulturveranstaltung „Lesung mit Musik“ in Zweifall anzubieten?

 

Koch: Es steht kein Geld zur Verfügung: Also versuchen wir, mit örtlichen Talenten etwas zustande zu bringen. Ob wir in Hamburg, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt und Bonn Theater spielen - ein wenig Gratisarbeit in Zweifall „sponsern“ wir gerne. Das hat mit einem kleinen Jazz-Konzert im Dezember begonnen und soll aber ein möglichst vielgestaltiges Programm werden.

 

Sollte es anders als im Nachbarort Vicht sein, wo ja in loser Folge konzertante Musik aufgeführt wird?

 

Koch: Wir denken nicht in Konkurrenz-Programmen: Vicht macht Vicht und Zweifall macht Zweifall.

 

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den Musikern?

 

Koch: Das resultiert aus privaten Beziehungen. Franz Körfer, einer der profiliertesten Kirchenmusiker in der Region, hat wie die anderen Musiker auch, spontan seine Mitwirkung zugesagt, und das ganz ohne Honorar. Und zur Poesie gehört „die Fülle des Wohllauts“.

 

Können Sie schon etwas über die Gedichte verraten, die Sie und Ihre Frau ausgewählt haben?

 

Koch: Es ist eine poetische Tour d’horizon von der Vorklassik bis zur 2. Nachkriegszeit, also von Barock bis Paul Celan und Gottfried Benn.

 

Erfährt der Zuhörer auch etwas über das Leben der Autoren, wie sie sich fühlten und was sie veranlasst hat, das Gedicht zu schreiben, oder werden die Gedichte nur rezitiert?

 

Koch: Ich gebe eine kurze, allgemeine Einführung und jeweils knappe Kommentare zu den vier Kapiteln.

 

Soll es mehrere solcher Veranstaltungen geben?

 

Koch: Ja, wenn diese erste „angenommen“ wird. Das literarische Angebot ist unendlich.

 

Wie könnte das Folge-Programm aussehen?

 

Koch: Geplant sind zunächst Vorträge zur Geschichte und Geologie des Dorfes, zum Vorkommen von Wölfen in der Eifel, eventuell eine Parisreise, die den Vereinsmitgliedern und anderen Interessierten angeboten wird.

 

Was ist Ihnen sonst noch besonders wichtig?

 

Koch: Dass die entsprechenden Defizite in Schule und Alltag ein wenig ausgeglichen werden. Die Poesie droht dabei zu verschwinden.

 

Warum findet die Veranstaltung in der evangelischen Kirche statt?

 

Koch: Weil die schöne alte Kirche für solche Veranstaltungen den besten Rahmen bietet.

 

Der Eintritt ist frei! Es wird um eine Spende gebeten? Wofür?

 

Koch: Für notwendige Dachreparaturen an eben dieser Kirche.

 

Wie viel Zeit sollte sich der Zuhörer für diese Veranstaltung nehmen?

 

Koch: Das Programm insgesamt wird etwas über zwei Stunden dauern.

 

Stehen die Künstler im Anschluss für ein privates Gespräch mit einzelnen Zuhörern bereit?

 

Koch: Wenn es gewünscht wird, selbstverständlich.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
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