Hohe Nitratwerte gemessen

Messstelle Mariaschacht P5 auffällig. Durchschnittliche Belastung mehr als doppelt so hoch wie der Grenzwert. Die Antwort der Landesregierung reicht dem Abgeordneten Stefan Kämmerling nicht aus.

Foto: L. Flink
Foto: L. Flink

Die Nitrat-Grenzwerte an der Grundwassermessstelle zwischen Vicht und Mausbach werden weiter überschritten. Die Trinkwasserqualität in ganz Stolberg ist aber durch Vermischungs- und Aufbereitungsprozesse sichergestellt. Wegen auffälliger Grenzwertüberschreitungen von Nitrat im Grundwasser an einer Messstelle zwischen Vicht und Mausbach stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling eine Kleine Anfrage an die Landesregierung, in der er unter anderem wissen wollte, welche Ursachen der Überschreitung des Grenzwerts zugrunde liegen, wie die Landesregierung die Gefahren durch Nitratbelastungen einschätzt und welche Schritte sie erwägt, die Nitratbelastung zu reduzieren.

 

In einer nunmehr ergangenen Antwort, so Stefan Kämmerling im Rahmen einer Mitteilung, bestätige die Landesregierung lediglich die bestehende Problematik und verweise zur Ursachenklärung der Nitratbelastung in Stolberg auf eine aktuell in Arbeit befindliche Masterarbeit der RWTH Aachen.

 

„Die Landesregierung entzieht sich ihrer Verantwortung, selbst konsequent gegen massiv erhöhte Nitratbelastungen in ganz NRW vorzugehen und spielt die gesundheitlichen Gefahren für Menschen herab. Die zuständige Ministerin spricht in ihrer Antwort von eventuell auftretenden Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung und verweist lediglich auf Aufbereitungsprozesse des Wassers, um Gesundheitsbeeinträchtigungen auszuschließen. Dieses schlichte Hinnehmen des Status Quo führt langfristig unweigerlich zu steigenden Trinkwasserpreisen für Verbraucher, weil Aufbereitungskosten umgelegt werden“, sagt Stefan Kämmerling.

 

Die sogenannte Messstelle „Mariaschacht P5“ in Stolberg verzeichnet demnach regelmäßig eine erhebliche Überschreitung der Grenzwerte. In den letzten zehn Jahren hat die Messstelle sogar eine durchschnittliche Nitratbelastung in Höhe von 112,1 mg/l aufgezeichnet, während umliegende und vergleichbare Messstellen keine Überschreitung des Grenzwertes von 50 mg/l aufweisen.

 

„Das ist so auffällig, dass ich von der Landesregierung schon etwas mehr Interesse einfordere, als auf eine hydrogeologische Masterarbeit der RWTH zu verweisen“, so Kämmerling. Der Landtagsabgeordnete will die Messwerte ausdrücklich nicht skandalisieren und stellt klar, dass die Überschreitung von Grenzwerten an einer Messstelle keine automatische Verschlechterung des Trinkwasserangebotes in Stolberg zur Folge habe.

 

Durch Aufbereitungs- und Vermischungsprozesse würden Trinkwassergrenzwerte, auch in Stolberg, eingehalten. Der Landtagsabgeordnete äußert keinerlei Bedenken, dass die Ordnungsmäßigkeit der Trinkwasserverordnung durch den örtlichen Wasserversorger nicht gegeben sei.

 

„Niemand in Stolberg muss sich Sorgen um die Verwendung des Trinkwassers machen. Damit ist alles in Ordnung. Dennoch muss meines Erachtens aufgeklärt werden, warum ein bestimmter Grundwasserkörper so aus der Reihe fällt. Dass die Landesregierung diese Frage selber nicht beantworten kann, ist mehr als unbefriedigend“, konkretisiert Stefan Kämmerling.

 

Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stolberger Stadtrat, Patrick Haas, ergänzt die Schilderungen von Kämmerling, Nitrat sei eine bekannte, aber oft vernachlässigte Gefahr für die menschliche Gesundheit, weil es im Körper zu toxischem Nitrit umgewandelt würde, so der SPD-Politiker. „Sehr bedenklich stimmt mich, dass nun eine Anfrage unseres Landtagsabgeordneten diesen weiterhin deutlich zu hohen Nitrat-Wert offengelegt hat. Ich fordere die Landesregierung auf, unverzüglich zu handeln, um die Gesundheit der Stolbergerinnen und Stolberger nicht zu gefährden“, sagt Haas.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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