Joaquin Montanes – Spanier spielt auch in Stolberg

Das Fußballspielen lernte er einst bei SG Eschweiler und Stolberger SV, später absolvierte er 542 Partien für Alemannia Aachen . Das ist Vereinsrekord.

Fotos: Imago
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Zwölf Jahre war Joaquin Montanes alt, als er schweren Herzens seine Heimat Spanien verlassen musste. Im Jahr 1965 verließ seine Familie die gewohnte Umgebung, weil der Vater, wie so viele seiner Landsleute damals, als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Damals wurden die Gastarbeiter noch von Deutschland aus angeworben. Geboren wurde Montanes, den heute alle „Jo“ nennen, im August 1953 in Talavera de la Reina. Das liegt etwa 100 Kilometer von Madrid entfernt und 65 Kilometer von Toledo.

 

Als die Familie in Eschweiler eintraf, sprach Joaquin kein einziges Wort Deutsch. Noch nicht mal grüßen konnte er in der neuen Sprache und musste deswegen trotz seines Alters zunächst eine Weile im ersten Schuljahr verbringen. Er besuchte die Katholische Grundschule Barbarastraße – Teilstandort Röthgen. Wie die meisten Kinder in diesem Alter lernte er aber die fremde Sprache schnell, wobei ihm damals schon seine fußballerischen Fähigkeiten sehr hilfreich waren. So kam es, dass Schulfreunde ihn noch im gleichen Jahr zur Fußballabteilung der Eschweiler SG mitnahmen. Im Jahr 1970 machte er seinen Hauptschulabschluss an der Gemeinschaftshauptschule Stadtmitte. Dann absolvierte er eine Lehre als Elektroschweißer.

 

Bei der ESG verbrachte Montanes seine gesamte Zeit als Jugendlicher. Sein erster Trainer war Winfried Lamm, dessen Bruder Raphael später als Vorsitzender des Kreisfußballverbandes Aachen bekannt wurde. Zu dieser Zeit wurde er in der Regel als Außenstürmer eingesetzt. Das war auch noch so, als er in der Kreisauswahlmannschaft Aachen und in der Mittelrheinauswahl spielte. Ausgerechnet in der Mittelrheinauswahl passierte dann eine wegweisende Änderung. Der damalige Verbandstrainer Klaus Röllgen beorderte ihn plötzlich als rechter Außenverteidiger in die Abwehr, weil der etatmäßige Abwehrspieler verletzt war und Montanes für ihn einspringen sollte.

 

Diese Umstellung war derart erfolgreich, dass es künftig dabei blieb. Für den Rest seiner Spielerlaufbahn spielte er als rechter Verteidiger, wobei er sich insbesondere durch seine gute Schnelligkeit und Zweikampfstärke auszeichnete. 1970 ging er für eine Saison zum Stolberger SV, wurde aber in der darauffolgenden Saison von Alemannia Aachen verpflichtet, wo er zunächst in der Amateurmannschaft spielte. 1972 erhielt er dort seinen ersten Profivertrag.

 

Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die sowohl für die Alemannia, als auch für Jo Montanes außergewöhnlich war. Insgesamt 542 Spiele bestritt er für die Schwarz-Gelben. Das ist ein Vereinsrekord, der vielleicht nie gebrochen werden wird. Selbst die Vereinsikone Jupp Martinelli hat es nicht auf diese Anzahl an Spielen gebracht.

 

Darüber hinaus war Montanes auch lange Zeit mit 479 Einsätzen Rekordspieler der 2. Bundesliga. Diesbezüglich wurde er erst im Oktober 2004 von Willi Landgraf (zu dieser Zeit ebenfalls bei Alemannia Aachen) überholt. Allerdings, wenn man die Spielminuten zugrunde legt, dann steht er vor Landgraf und ist somit noch heute der Spieler mit der längsten Spielzeit in der Geschichte der 2. Bundesliga.

 

Dass Montanes nicht noch mehr Zweitligaspiele aufweisen kann, liegt auch daran, dass die 2. Bundesliga erst im August 1974 ihren Spielbetrieb aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nämlich bereits 63 Spiele in den Jahren 1972 bis 1974 in der Regionalliga West bestritten, wie die Liga als Unterbau der Bundesliga damals hieß.

 

Leider schaffte es Alemannia Aachen während der Karriere von Jo Montanes nie, in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Deswegen kann er logischerweise nicht auf Einsätze in der höchsten Klasse Deutschlands verweisen. Konfrontationen mit der Bundesliga hat es aber trotzdem gegeben. Das war auch so bei dem Spiel, das er als das schönste seiner Laufbahn ansieht. 1986 im DFB-Pokal wollte es das Los, dass Alemannia Aachen in der 1. Hauptrunde auswärts gegen Werder Bremen antreten musste. Im Weserstadion hatte es im August ein 0:0 nach Verlängerung gegeben.

 

Am 7. Oktober im Wiederholungsspiel stand es auf dem Tivoli nach Verlängerung immer noch 0:0, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Darin behielt die Alemannia in einem „wahren Krimi“ mit 7:6 die Oberhand, so dass der hochfavorisierte Bundesligist aus dem Pokalwettbewerb ausschied. Der Tivoli verwandelte sich natürlich an diesem Abend in ein Tollhaus.

 

In der 2. Hauptrunde folgte ein 4:0-Sieg gegen den klassengleichen 1. FC Saarbrücken. Erst im Achtelfinale war dann Endstation gegen den Bundesligisten, Borussia Mönchengladbach, aber auch in diesem Spiel erst in der Verlängerung mit 0:2.

 

Noch ein Wort zur Vereinstreue von Jo Montanes. Er spielte ununterbrochen 17 Jahre für Alemannia Aachen. So etwas ist heutzutage kaum noch denkbar. Auf die Frage, ob er nie an einen Vereinswechsel gedacht habe, sagt er, dass es mal Interesse von Betis Sevilla gegeben habe, ihn zu verpflichten. Er hat seinerzeit sogar eine Woche lang dort ein Probetraining absolviert. Letztlich gescheitert ist der Deal dann an Aachens damaligem Geschäftsführer Bert Schütt, der die Ablösesumme so lange immer wieder erhöhte, bis die Spanier ihre Bemühungen aufgaben. Wie hoch der Betrag war, den Alemannia letztlich verlangt hat, weiß Jo Montanes nicht.

 

Seine Profilaufbahn beendete er 1989. Danach hielt er sich fit, indem er in der Traditionsmannschaft der Alemannen spielte. Dort verabschiedete er sich erst am 27. August 2016.

 

Wie viele seiner Profi-Kollegen hat er auch als Trainer gearbeitet. Seine Stationen waren: Borussia Freialdenhoven (1989 – 1993), FSV Geilenkirchen-Hünshoven (1993 – 1997) und SuS Herzogenrath (1997 – 2000). Die letzten kürzeren Trainer-Engagements waren beim Kohlscheider BC und FSV Setterich.

 

Im August wird Jo Montanes 65 Jahre alt und wird dann in Rente gehen. Seine heutigen sportlichen Aktivitäten sind überschaubar. Jeden Donnerstag spielt er mit den Alten Herren des VfR Übach-Palenberg Fußball. Im Sommer auf dem Sportplatz, im Winter in der Halle. Ansonsten fährt er gern Fahrrad. Allerdings unregelmäßig und nur bei gutem Wetter. Wichtiger ist ihm das Familienleben. Er wohnt mit seiner Frau in einem schönen Einfamilienhaus in Übach-Palenberg im Stadtteil Marienberg. Seine Kinder David und Sarah sind erwachsen. Er ist auch ein stolzer Großvater.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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