Handlungsbedarf im Naturschutzgebiet

Um den Park Am Blankenberg wieder auf Vordermann zu bringen, müssen Bäume gefällt werden. Wege sollen erneuert werden.

Fotos: Sonja Essers
Fotos: Sonja Essers

Rot-weißes Absperrband war in den vergangenen Tagen rund um den Park Am Blankenberg zu sehen. Wer einen Blick in das Naturschutzgebiet warf, erkannte, dass dort fleißig gearbeitet wurde. Mit Kettensägen machten sich gleich mehrere Arbeiter daran, Bäume zu fällen – und das blieb auch von Anwohnern und Spaziergängern nicht unbemerkt. Was dort geschah, sei allerdings kein Grund, um in Panik zu verfallen, sondern vielmehr eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärt Stolbergs Förster Theo Preckel. Bereits vor einem Jahr war ein Baum aus dem Naturschutzgebiet auf den Schulhof der angrenzenden LVR-Gutenberg-Schule gefallen. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand. Jedoch stand für Preckel und die Stolberger Verwaltung schnell fest, dass dort Handlungsbedarf besteht.

 

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (ASVU), der Mitte Februar im Rathaus tagte, erklärte Preckel, dass er das Naturschutzgebiet wieder auf Vordermann bringen wolle und erhielt dafür auch die Unterstützung der Ausschussmitglieder. Viel zu lange sei der Park Am Blankenberg vernachlässigt worden. Dunkel und zugewachsen war der Weg, der zum Rhein-Nassau-Weg führte. Ende 2012 wurde dort eine 15-jährige Schülerin von einem 18-Jährigen mit einem Hammer brutal überfallen.

 

Eine Gefahr stellten in der jüngsten Zeit allerdings auch einige Bäume dar. In der vergangenen Woche starteten die Arbeiten. Einige faule Pappeln wurden gefällt – natürlich im Einvernehmen mit der Unteren Landschaftsbehörde, so Preckel. „Wären die Bäume stehen geblieben, dann wären sie spätestens beim nächsten Schneefall zusammengebrochen“, sagt der Förster.

 

Das Fällen der Bäume hätte zudem noch einen weiteren Vorteil. Preckel und seine Kollegen nahmen bei den Arbeiten Rücksicht auf so genannte Solitärbäume, die als einzelnes Exemplar eine Bepflanzung optisch dominieren (siehe Infobox). Sie sollen nun mehr Licht erhalten, um so ihre Kronen besser ausbreiten zu können. Ähnlich verhält es sich mit den so genannten Habitatbäumen. Auch sie erhalten auf diese Weise mehr Licht für ihre Kronen. „Das ist nötig, damit die Kronen der Bäume mehr Platz bekommen. Vorher war alles viel zu dicht bewachsen und das ist für die Pflanzen auch nicht gut. Durch den Platz in der Krone kräftigen sie sich“, sagt Preckel. Auch das Totholz habe man erhalten, schließlich stelle dieses eine wichtige Nahrung für Insekten dar.

 

Die Arbeiten beinhalteten allerdings nicht nur das Fällen von Bäumen, wie Preckel deutlich macht. Er und seine Mitarbeiter sammelten alleine in der vergangenen Woche insgesamt zehn Säcke Müll ein. Dass dies ein Problem ist, wurde auch in der Sitzung des ASVU deutlich. In dieser bezeichneten einige Ausschussmitglieder den Park als „kleinen sozialen Brennpunkt“. Eine weitere Müllsammelaktion soll bald folgen.

 

In der kommenden Woche sollen die Arbeiten in dem Naturschutzgebiet übrigens weitergehen. Bäume werden dann nicht mehr gefällt. Dafür wollen sich Preckel und seine Mitarbeiter um die Wege kümmern. Diese sollen nämlich mit Splitt versehen werden, und auch die Pflasterung in der Mitte des Weges will Preckel wieder herrichten. Für die Aktion des Försters hatte es von Anwohnern und Spaziergängern Kritik gehagelt. Preckel ist sich jedoch sicher, dass diese verstummt, sobald die Pflanzen im Frühjahr wieder anfangen zu blühen. „Jetzt sieht es hier schon ganz anders aus, und es wird noch schöner sein, wenn wieder alles grünt.“

 

Baumarten im Stolberger Naturschutzgebiet

  • Habitatbäume sind Bäume, die für andere Lebewesen besondere Lebensräume anbieten. Das können beispielsweise Spechthöhlen sein oder Bäume, die mit Horsten baumbrütender Vogelarten ausgestattet sind.
  • Dabei handelt es sich oft um sehr alte, teilweise auch bereits absterbende oder tote Bäume.
  • Abgestorbene Bäume werden auch Totholz genannt. Dabei unterscheidet man zwischen nicht umgefallenen Bäumen und liegendem Totholz oder Moderholz, das bereits auf dem Boden liegt.
  • Solitärbäume sind Pflanzen, die als einzelnes Exemplar eine Bepflanzung optisch dominieren.
  • Sie unterscheiden sich von den Pflanzen in der Nachbarschaft meistens durch eine besondere Höhe, Blattfärbung oder auch durch die Blattform.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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