Weniger Verletzte im Straßenverkehr

Verkehrsunfallstatistik zeigt positive Entwicklung aber auch einen toten Motorradfahrer und mehr verunglückte Fußgänger.

„Bei Unfalltoten ist jeder Tote einer zu viel“, sagt Polizeipräsident Dirk Weinspach, als er die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vorstellt.

 

Mit diesem Satz bezieht er sich auch auf den Motorradfahrer, der am 16. Juni auf der Jägerhausstraße (Landesstraße 12) in Zweifall zu Tode kam. Wie die Polizei damals mitteilte, verlor der 53-jährige Mann aus dem Westerwald in einer langgezogenen Linkskurve die Kontrolle über sein Motorrad, kam zu Fall und rutschte über die Fahrbahn unter einer Leitplanke hindurch. Schließlich schleuderte er gegen ein Verkehrsschild. Trotz der versuchten Wiederbelebungsmaßnahmen des Rettungsdienstes erlag der Fahrer noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

 

In der Statistik taucht der 53-Jährige als einer von insgesamt sechs verunglückten Motorradfahrern in der Region im vergangenen Jahr auf. Die Direktionsleiterin Verkehr der Polizei Aachen, Svende Friedrichs, erkennt ein Muster: „Die Quote der Alleinunfälle ist hoch. Der Grund für die Unfälle ist nicht nur überhöhte Geschwindigkeit, sondern individuelle Fahrfehler. In Kurven kommt es zu Fehlreaktionen, die zum Unfall führen“, sagt Friedrichs. Davon betroffen seien nicht etwa Fahranfänger, die den richtigen Umgang mit den Motorrädern erst noch erproben müssten, sondern besonders sogenannte „Wiedereinsteiger“ im Alter von 43 bis 53 Jahren, fügt Friedrichs hinzu. Insgesamt sind in Stolberg im vergangenen Jahr zwölf Kradfahrer verunglückt.

 

Mit dem Ziel, genau diese Gruppe von Verkehrsteilnehmern anzusprechen und Präventionsarbeit zu leisten, will die Polizei in diesem Jahr gezielt mit Motorradfahrern in Kontakt treten und begleitete Ausflüge, sogenannte „Poli-Touren“, anbieten. Gleichzeitig sollen aber auch die erhöhten Kontrollmaßnahmen weiter aufrecht erhalten werden.

 

Betrübt von dem toten Motorradfahrer in Zweifall, zeigt der Blick auf das Jahr 2017 aus verkehrstechnischer Perspektive auch positive Aspekte. Der landesweit rückläufige Trend von Verkehrsunfällen und verunglückten Kindern, Rad- und Autofahrern ist auch in Stolberg zu erkennen. Einzig die Zahl verunglückter Fußgänger ist im Vergleich zum Jahr 2016 von 18 auf 20 Personen gestiegen.

 

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten ist um knapp zehn Prozent auf 29 gesunken, die Zahl der Unfälle mit Leichtverletzten sogar um fast 20 Prozent auf insgesamt 90.

 

Auch die Zahl verunglückter Radfahrer ist von 23 auf 18 gesunken und das, obwohl es eine besonders lange Fahrradsaison ohne Frost und Eis im Winter gegeben habe, sagt Friedrichs. Die Polizei will trotz der rückläufigen Unfallzahlen die Fahrrad- und Pedelec-Fahrer mit gezielten Aktionen ansprechen. „Besonders Pedelecs werden häufig von Menschen im fortgeschrittenen Alter genutzt“, sagt Friedrichs. Dabei würden durch die höhere Geschwindigkeit schnellere Reaktionszeiten verlangt und das Tragen eines Helms umso wichtiger.

 

Im vergangenen Jahr ist kein Kind in Stolberg auf dem Weg zur Schule verunglückt – zumindest laut der offiziellen Statistik der Polizei. Eine Dunkelziffer sei laut Polizeioberrätin Svende Friedrichs aber nicht auszuschließen. Kinder würden sich manchmal nicht trauen, Unfälle zu melden.

 

Stolberg weicht mit den offiziellen Zahlen vom allgemeinen Trend in der Region ab. Insgesamt gab es im Kreis Aachen und der Städteregion 2017 29 Unfälle auf dem Schulweg. Im Vorjahr waren es nur 21, zwei davon in Stolberg.

 

Kinder müssten das richtige Verhalten im Straßenverkehr über einen langen Zeitraum immer wieder üben, erklärt Friedrichs. Da Kinder zunehmend von ihren Eltern mit dem Auto bis vor das Schulgebäude gebracht würden, fehle Kindern die praktische Übung und adäquate Vorbilder. So käme es zu Unfällen. Die Polizei versucht daher, nicht nur die Kinder in Schulen und Kitas über Gefahren im Straßenverkehr aufzuklären, sondern auch die Eltern mit ins Boot zu holen. „Aber die sind schwer zu erreichen“, sagt Friedrichs. „Dabei ist es wichtig, sich als Erwachsener auf der Augenhöhe der Kinder zu bewegen, denn dort lauern ganz andere Gefahren“, fügt sie hinzu.

 

Laut der Verkehrsunfallstatistik sind in Stolberg im vergangenen Jahr insgesamt zehn Kinder verunglückt. Das sind genauso viele wie 2016. „Allerdings gelten Kinder prinzipiell erstmal als verletzt, wenn sie an einem Unfall beteiligt sind“, erklärt die Polizeioberrätin. Wie viele Kinder also tatsächlich bei einem Verkehrsunfall Verletzungen erlitten haben, ist aus der Statistik nicht ersichtlich.

 

Die Anzahl verunglückter junger Erwachsener im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ist um knapp ein Drittel gesunken ist. Wurden 2016 noch 26 junge Erwachsene in Stolberg verletzt, waren es 2017 nur 18 Personen dieser Altersklasse.

 

Der Hauptgrund für Unfälle – die Geschwindigkeitsüberschreitung – konnte nach Angaben des Polizeipräsidenten Weinspach um 25 Prozent reduziert werden. Ausschlaggebend dafür seien ein größeres Bewusstsein der Fahrer und die deutlich höhere Anzahl an Kontrollen seitens der Polizei. Ein Blitzmarathon solle 2018 aber nicht stattfinden. Im Vordergrund der Polizeiarbeit stehen die Aufklärungsarbeit – besonders in Kooperation mit Motorrad- und Fahrradfahrern – , ebenso wie verstärkte Kontrollmaßnahmen. „Wir werden mit den Bemühungen nicht nachlassen, weil wir Erfolge verzeichnen“, sagt Weinspach.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.