Weltgebetstag bietet die Chance, Surinam kennenzulernen

Gottesdienst und ökumenischer Austausch am 2. März ab 17 Uhr.

Surinam, wo liegt das denn? Das kleinste Land Südamerikas ist so selten in den Schlagzeilen, dass viele Menschen nicht einmal wissen, auf welchem Kontinent es sich befindet. Doch es lohnt sich, Surinam zu entdecken: Auf einer Fläche weniger als halb so groß wie Deutschland, vereint das Land afrikanische und niederländische, kreolische und indische, chinesische und javanische Einflüsse. Der Weltgebetstag am 2. März bietet Gelegenheit, Surinam und seine Bevölkerung näher kennenzulernen.

 

„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ heißt die Liturgie surinamischer Christinnen, zu der Frauen in über 100 Ländern weltweit Gottesdienste vorbereiten. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche – alle sind eingeladen!

 

Surinam liegt im Nordosten Südamerikas, zwischen Guyana, Brasilien und Französisch-Guyana. Dank seines subtropischen Klimas ist eine vielfältige Flora und Fauna entstanden mit üppigen Riesenfarnen, farbenprächtigen Orchideen und über 1000 verschiedenen Arten von Bäumen. Rund 90 Prozent Surinams ist bedeckt mit tiefem, teils noch vollkommen unberührtem Regenwald. Ameisenbären, Jaguare, Papageien und Schlangen haben hier ein Zuhause gefunden. Surinams Küsten eignen sich zwar nicht als Badestrände, dafür legen an den unberührten Stränden des Galibi-Naturreservats riesige Meeresschildkröten ihre Eier ab. Mit seinen rund 540 000 Einwohner ist das Land ein wahrer ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel.

 

Der Großteil der Bevölkerung lebt in Küstennähe, die meisten von ihnen in der Hauptstadt Paramaribo. In dieser als Unesco-Weltkulturerbe geschützten Stadt steht die Synagoge neben einer Moschee; christliche Kirchen und ein Hindutempel sind nur wenige Häuserblocks entfernt.

 

Die Wurzeln für Surinams vielfältige Bevölkerung liegen in der bewegten Vergangenheit des Landes. Im 17. Jahrhundert brachten erst die Briten, dann die Niederländer Surinam unter ihre Herrschaft. Auf den Plantagen der Kolonialherren schufteten die indigene Bevölkerung und bald auch aus Westafrika verschleppte Frauen und Männer. Ihre Nachkommen stellen heute mit den Maroons und Kreolen die größten Bevölkerungsgruppen.

 

Nach dem Ende der Sklaverei 1863 warben die Niederländer Menschen aus Indien, China und Java als Vertragsarbeiter an. Neben europäischen Einwanderern zog es Menschen aus dem Nahen Osten und den südamerikanischen Nachbarländern nach Surinam. Diese Vielfalt Surinams findet sich auch im Gottesdienst zum Weltgebetstag: Frauen unterschiedlicher Ethnien erzählen aus ihrem Alltag.

 

In Surinam, wohin Missionare einst den christlichen Glauben brachten, ist heute fast die Hälfte der Bevölkerung christlich. An der Liturgie zum Weltgebetstag haben Vertreterinnen aus fünf christlichen Konfessionen mitgewirkt.

 

Doch das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam ist zunehmend gefährdet. Die Wirtschaft des Landes ist extrem abhängig vom Export der Rohstoffe Gold und Öl und war es bis 2015 auch vom Bauxit. Schwanken die Preise auf dem Weltmarkt, so trifft dies den Haushalt empfindlich. Das einst gut ausgebaute Sozialsystem ist mittlerweile kaum noch finanzierbar. Während der massive Rohstoffabbau die einzigartige Natur Surinams zerstört, fehlt es in Politik und Gesellschaft des erst 1975 unabhängig gewordenen Landes an nachhaltigen Ideen für Alternativen.

 

Dass das Gleichgewicht in Surinams Gesellschaft aus den Fugen gerät, wird besonders für Frauen und Mädchen zum Problem. In den Familien nimmt Gewalt gegen Frauen und Kinder zu. Vermehrt brechen schwangere Teenager die Schule ab. Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not.

 

In Gebet und Handeln verbunden mit Surinams Frauen sind am Freitag, 2. März, Hunderttausende Gottesdienstbesucher in ganz Deutschland. Mit Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag fördert das deutsche Weltgebetstagskomitee das Engagement seiner weltweiten Projektpartnerinnen.

 

In Stolberg wird ein Weltgebetstags-Gottesdienst in Sankt Mariä Himmelfahrt auf der Mühle von einer ökumenischen Gruppe mit großem Engagement vorbereitet.

 

Für die musikalische Vorbereitung wurde ein kleiner Chor gegründet. Sängerinnen und Sänger sind eingeladen, mitzusingen. Der Chor probt unter der Leitung von Misun Kim-Antensteiner. Die Generalprobe wird am Donnerstag, 1. März ab 18 Uhr in der Kirche St. Maria Himmelfahrt und der Gottesdienst zum Weltgebetstag am Freitag, 2. März, 16 Uhr, in Sankt Mariä Himmelfahrt, Salmstraße, Stolberg, gehalten.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst trifft man sich gegen 17 Uhr im ökumenischen Gemeindezentrum zum Austausch und einem leckeren Essen nach Rezepten des ausrichtenden Landes.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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