Nicht nur das Essen steht im Mittelpunkt

Schulessen gerät vielerorts in die Kritik. In Stolberg will man Schülern und Eltern gerecht werden. Weitere Mensen sind in Planung.

Foto: dpa
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Es ist ein wenig vergleichbar mit der berühmten Ruhe vor dem Sturm. Erst vor wenigen Minuten haben die letzten Schüler die Mensa verlassen. Schnell wird noch einmal über die Tische gewischt und dann erklingt auch schon der Schulgong. Zeit für die Pause. Zahlreiche Fünft- und Sechstklässler stürmen in den bunt bemalten Raum und bilden vor der Essensausgabe eine Schlange. Fischstäbchen mit Kartoffeln und Spinat oder Couscous stehen auf dem Speiseplan. Wer darauf keine Lust hat, deckt sich mit einem Stück Pizza oder auch mit einem kleinen Salat ein. Beliebt ist auch die Snack-Bar, die an diesem Tag Cevapcici mit Reis anbietet. Schlechte Qualität, überteuerte Menüs und zu lange Wartezeiten? Während vielerorts über das Schulessen diskutiert wird, sind am Goethe-Gymnasium Schüler, Eltern und Lehrer zufrieden. Doch dafür müsse auch einiges getan werden, meint Schulleiter Bernd Decker.

 

Die Organisation: Bevor die Schüler essen können, gibt es jede Menge zu tun. Nicht nur für den Caterer, sondern auch für die Schule selbst. „Eine Mensa ist auch eine zusätzliche Aufgabe für eine Schule“, sagt Decker. An dieser Stelle kommen Anmeldung und Bezahlung ins Spiel. Grundsätzlich gilt: Kinder, die ein warmes Menü essen möchten, müssen sich dafür bis zum Freitag der Vorwoche anmelden. Die Speisepläne können online eingesehen werden. Die Anzahl der Schüler, die diese Möglichkeit nutzen, variiere je nach Auswahl. „In der Regel sind es rund 100 Schüler, die warm essen“, sagt Decker. Wie viele Kinder insgesamt in den Stolberger Schulen, die allesamt über eine Mensa verfügen, zu Mittag essen, ist nicht bekannt. „Konkrete Zahlen zu den Schulessen liegen uns als Schulverwaltung leider nicht vor, da die Abwicklung direkt über die Schulen erfolgt“, sagt Schulamtsleiterin Petra Jansen. Im Goethe-Gymnasium gibt es nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit, sondern nur dann, wenn Ganztagsunterricht stattfindet, sprich: montags, mittwochs und donnerstags. Wer sich an der Snack-Bar oder mit Backwaren versorgen möchte, muss dafür übrigens nicht angemeldet sein. Gezahlt wird nicht mit Bargeld, sondern mit einer Karte. Auf diese können Eltern vorab Geld überweisen. Da kommen natürlich auch Fehlbuchungen zustande. „Im Sekretariat sind die Kolleginnen schon täglich damit beschäftigt, sich um Fehlbuchungen oder Anmeldungen zu kümmern“, sagt Decker. Die Mensa wird übrigens nicht nur von den Schülern des Goethe-Gymnasiums, sondern auch von den Schülern der angrenzenden Gesamtschule genutzt. Während Letztere zwischen 12.30 und 13 Uhr ihr Mittagessen einnehmen, steht den Schülern des Goethe-Gymnasiums die Mensa ab 13.15 Uhr zur Verfügung.

 

Das Angebot: Und wie ist es um die Auswahl bestellt? Die Schüler können zwischen zwei warmen Gerichten auswählen. Eins davon ist stets vegetarisch. Seit diesem Schuljahr gibt es zudem die Snack-Station – ein Wunsch der Schüler. „Wir haben eine kleine Umfrage unter den Schülern gemacht und das ist dabei herausgekommen“, sagt Decker. Er ist der Meinung, dass man am Angebot stets arbeiten sollte. Aus diesem Grund gibt es auch einen Mensarat, bestehend aus Schülern, Lehrern und Eltern. „Da wird nicht besprochen, welche Gerichte es geben soll, sondern wie die Grundausrichtung ist. Das heißt, ob es zum Beispiel mehr Gemüse geben soll.“

 

Nicht selten gerät das Schulessen gerade wegen des zu kleinen oder nicht kindgerechten Angebots in die Kritik. „Das Essensangebot in den meisten Schulen ist nicht zeitgemäß und nicht auf die Bedürfnisse der Kinder abgestellt“, kritisierte vor wenigen Wochen erst Ute Steinke vom Informationsportal Schulverpflegung NRW. Am Goethe-Gymnasium sei man allerdings sehr zufrieden. „Wir haben mit den beiden lokalen Firmen, die hier tätig sind, einen guten Fang gemacht. Es ist gar nicht so einfach, die Richtigen dafür zu finden“, sagt Decker. Betrieben wird die Mensa von Bäcker Eckard Zillmann, das warme Essen kommt vom Restaurant „Die Ente“. Ein warmes Menü kostet übrigens 3,80 Euro.

 

Die Kontrolle: Kritik gibt es in diesen Tagen auch vom Elternverein NRW. Dieser sehe die Ursache für die Misere in den Schulmensen vor allem in der mangelnden Qualität des Essens. Die Speisen müssten nicht nur gesund, sondern auch kind- beziehungsweise jugendgerecht sein. „Das Schulessen ist aber leider nirgendwo gleich“, klagt Landesvorsitzende Andrea Heck. Das liege an fehlenden Qualitätsstandards. „Deshalb fordern wir einen TÜV fürs Schulessen mit klaren Kriterien und Vorschriften, die landesweit an allen Schulen gelten und umgesetzt werden müssen“, betont Heck. Diese Meinung teilt Bernd Decker nicht. Hygienekontrollen fänden regelmäßig statt. „Schließlich muss alles einwandfrei sein“, sagt er.

 

Zudem hätten die Eltern die Möglichkeit, einzusehen, was ihr Kind in der Schule zu sich nimmt. So könne zu Hause geklärt werden, ob an der Ernährung etwas geändert werden müsse, meint der Schulleiter.

 

Die Zukunft: In Sachen Mensa soll sich in Stolberg in Zukunft noch einiges tun. Derzeit ist im Rahmen des Umbaus der Kuperstädter Gesamtschule in der Breslauer Straße eine neue Mensa in Planung. Die Schulmensa der Willi-Fährmann-Schule, Teilstandort Stolberg, wird zum nächsten Schuljahr weiter ausgestattet.

 

Das Besondere hier: Die Schule befindet sich zwar in der Trägerschaft der Stadt Eschweiler, zuständig für das Schulgebäude ist aber weiterhin die Kupferstadt. Sie ist somit auch für die Ausstattung verantwortlich. Auch am Goethe-Gymnasium will man sich in Zukunft weiterhin um das Schulessen kümmern. Decker weiß allerdings auch, dass die Mensa für die Schüler viel mehr ist, als nur ein Raum, in dem sie ihr Essen einnehmen. „Sie ist auch ein Treffpunkt für die Kinder. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich hier wohl fühlen“, sagt Bernd Decker.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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