Als der „stählerne Schatz“ noch hier verkehrte

Beim monatlichen Frühschoppen der Eisenbahnfreunde blickt Experte Roland Keller aus Stolberg auf die Geschichte der Vennbahn zurück.

Foto: Christoph Hahn
Foto: Christoph Hahn

Nur hin und wieder verlieren sich an üblichen Tagen ein paar Menschen im Foyer des Stolberger Hauptbahnhofs. Nicht so am dritten Sonntag des Monats: Dann nämlich ist der Raum mit Menschen gefüllt – ja sogar oft überfüllt. Der Raum wird zum Treffpunkt von Menschen, die längst nicht nur aus der Kupferstadt und den ihr zugehörigen Orten kommen – genauer: zum Treffpunkt von Eisenbahnfreunden.

 

Mögen diese Treffen auch „Frühschoppen“ genannt werden: Bier trinkt hier niemand, und die Tasse Kaffee wird eher beiläufig konsumiert. Hier geht es um harte Fakten, nicht um weiche Getränke – um harte Fakten darüber, wie die Eisenbahn in der Region das wurde, was sie heute vielfach schon lange nicht mehr ist.

 

Das gilt auch für den Bahnhof Raeren in Ostbelgien, der Thema der jüngsten Zusammenkunft war. Einst via Breinig über den Stolberger Ast der Vennbahn erreichbar, ist er seit 2001, als die einst hier ansässige Museumsbahn ihren Betrieb einstellte, in einer Art von Dornröschenschlaf versunken. Doch Frühschoppen-Organisator Roland Keller kennt die umfangreichen Anlagen ganz genau, und das nicht erst seit vorgestern.

 

Dass der Donnerberger als Kenner der regionalen Verkehrsgeschichte einen guten und weit reichenden Ruf besitzt, war im Übrigen dem enormen Andrang anzusehen: Im Foyer waren maximal noch ein paar Stehplätze frei, als Keller zu seinen überaus detailreichen und von vielen auf einen Bildschirm projizierten Dokumenten unterstützten Vortrag ansetze.

 

Als Erstes schlug der Referent erst mal den „stählernen Schatz“ von Raeren, das vollständig mitsamt seinem mechanischen Gestänge und Hebelbänken erhaltenen Stellwerk der englischen Bauart Saxby vom wuchernden grünen Dickicht frei.

 

Gleise, Lokschuppen und andere Betriebsgebäude – alles tauchte für Minuten noch einmal aus dem Schattenreich der Vergangenheit auf und gewann wieder die Lebendigkeit von einst. Denn Keller verfügt nicht nur in dieser Hinsicht über ein gut sortiertes Archiv. Und wenn er daraus mal das eine oder andere auspackt (Gleispläne zum Beispiel), gibt es reichlich Anlass zum Staunen.

 

Dabei erfuhren die zahlreichen Zuhörer beispielsweise genau, warum die Bewahrung des Bahnhofs heute so schwierig ist: Anlagen und Bauten haben mittlerweile fünf verschiedene Eigentümer. Die Bedeutung der Station stellte der Experte dabei unmissverständlich heraus: „Raeren war von Anfang an als Abzweigebahnhof konzipiert“, von dem aus Strecken nicht nur nach Stolberg, sondern auch nach Eupen, Aachen und durchs Hohe Venn nach St. Vith und weiter gen Luxemburg führten. Vor allem schwelgte Roland Keller in Gleisplänen und anderen Zeugnissen einer ehemals ruhmreichen Vergangenheit der Eisenbahn in unserer Region. Jedes Flügelsignal, jeder Drahtzug und jeder Betonfuß irgendwo zwischen den Schienen: Alles erhielt vor den zahlreichen Zuhörern seine frühere Bedeutung zurück. Und das allein war schon eine ganz gehörige Abenteuerreise zurück in die Vergangenheit. Mehr zu diesem Thema gibt es im Internet unter: www.eisenbahn-stolberg.de.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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