Ein Zuhause für Studenten in der Altstadt

Mit der privaten Initiative Altstadt-WG versucht Frank Wistuba junge Menschen in die Stadt zu holen – bisher läuft es schleppend.

Foto: Laura Laermann
Foto: Laura Laermann

In Aachen studieren, in Stolberg wohnen. Diese Idee ist nicht neu, aber immer noch aktuell. Mit der Altstadt-WG sollen Studenten auch nach Stolberg kommen.

 

Als den Universitätsstädten im Jahr 2013 die Herausforderung „doppelter Abiturjahrgang“ bevorstand, wollte auch die Stadt Stolberg ihre Chance nutzen. Mit dem Slogan „Wohnung gesucht? Stolberg gefunden!“ versuchte man die Studenten nach Stolberg zu locken. 10 000 Flyer wurden dafür in Aachen verteilt. Der große Ansturm blieb allerdings aus.

 

Andrea und Frank Wistuba wagen einen neuen Versuch. Im Oktober des vergangenen Jahres haben sie die Altstadt-WG gegründet, mit der sie vor allem junge Menschen wie Studenten und Auszubildende ansprechen wollen. Vor einem Jahr kauften sie ein Haus auf dem Steinweg, das zehn Jahre lang leergestanden hatte. Zuvor war in dem alten Gebäude aus Schiefergestein eine Bäckerei untergebracht. Von dieser ist nach dem Umbau und der Sanierung des Gebäudes aber nur noch wenig zu sehen.

 

Acht Schlafzimmer bietet die Altstadt-WG; aktuell sind davon zwei Zimmer frei. Zudem gibt es fünf Badezimmer, zwei Küchen, ein großes Wohnzimmer im Untergeschoss sowie einen riesigen Gemeinschaftsraum im Dachgeschoss. Das Highlight der Wohnung ist aber wohl die Dachterrasse, die mit einer kleinen Theke zum Feiern und Grillen einlädt. Klingt eigentlich perfekt, aber dennoch verläuft die Suche nach jungen Bewohnern bisher eher wenig erfolgreich. „Hier haben bereits Studenten gewohnt, aber die sind nach wenigen Monaten wieder ausgezogen“, erzählt Frank Wistuba. Die Gründe seien verschieden gewesen: „Einer hat sein Studium abgebrochen, ein anderer hat eine Wohnung in Aachen gefunden. Aber es kommen auch Studenten von weiter her, die nur ein paar Monate in Aachen studieren.“ Chinesen, Inder, Mexikaner – die Altstadt-WG hat schon so manch einen nach Stolberg gelockt. Doch eigentlich sucht Wistuba Mieter, die zwei oder drei Jahre dort verbringen möchten. Bis auf eine junge Frau haben sich alle anderen aktuellen Bewohner nur für einen kurzen Zeitraum von wenigen Monaten angekündigt. „Aber das wird noch“, sagt Wistuba.

 

Der 52-Jährige ist zuversichtlich. Für ihn ist die Altstadt-WG zu einem Herzensprojekt herangewachsen. Schon beim Kauf des Hauses hat er eine riesige Wohngemeinschaft für Studenten vor Augen gehabt. „Die großen Räume bieten sich dafür an.“ Seitdem hat er viel Geld und Zeit in das Haus gesteckt, um ein modernes Domizil daraus zu schaffen. Alle Schlafzimmer sind sogar wahlweise mit Möbeln bestückt, die anderen Räume mit Waschmaschine, Trockner, Kühlschränken und anderen Küchengeräten ausgestattet. Sogar für Internet, Telefon und Fernsehen ist gesorgt – was fehlt, sind die Studenten.

 

„Viele möchten lieber nah an der Universität wohnen“, weiß Wistuba aus Gesprächen mit Studenten. „Sie wollen abends oder am Wochenende Party machen und dann ist ihnen der Anfahrtsweg zu weit.“ Dabei ist Stolberg gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Tagsüber fährt unter anderem die Euregio-Bahn stündlich von Aachen bis zum Stolberger Altstadt-Bahnhof, der nur wenige Minuten zu Fuß von der WG entfernt ist. Vom Hauptbahnhof aus dauert die Fahrt 26 Minuten, vom Bahnhof West, der direkt an der RWTH liegt, 33 Minuten. Und sogar nachts fahren Busse und Züge von Aachen in die Kupferstadt.

 

Zudem sind die Mietpreise in Stolberg im Vergleich zu Aachen im Schnitt deutlich niedriger. Aber die Stadt hat noch mehr zu bieten: Neben Sport- und anderen Vereinsangeboten gibt es auch eine kleine Kneipenszene in der Altstadt, die direkt an der Innenstadt liegt. „Viele wissen einfach nicht, was Stolberg zu bieten hat“, glaubt Frank Wistuba. „Auch schrecken die Drogenszene und die Spielhallen rund um den Brennpunkt Buschmühle viele ab.“

 

Dennoch es gibt sie: die jungen Menschen, die in Aachen studieren und in Stolberg wohnen. „Von einem gescheiterten Versuch, Studenten nach Stolberg zu holen, kann man nicht sprechen“, sagt der Pressesprecher der Stadt, Robert Walz. Es gibt zwar momentan keine speziellen Aktionen wie 2013, aber die Stadt befürworte private Initiativen wie die der Altstadt-WG, erklärt Walz. Denn: „Studenten bereichern das kulturelle Leben in Stolberg.“

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

52220 Stolberg

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