Konzert: Karnevalsmusik gibt“s auch in klassisch

Burkard Sondermeier musiziert mit seiner „Caramata Carneval“ Stücke zwischen „kölsche Platt“ und Mozart.

Foto: mlo
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Es war ein bisschen wie das Warten auf’s Christkind. Der WDR 3 hatte sich am Rosenmontag in Stolberg angesagt, um zur besten närrischen Zeit, 20.05 Uhr bis 22.30 Uhr, das Programm „Karneval einmal klassisch“ von Burkard Sondermeier und seiner „Camarata Carnaval“ aus dem Rittersaal der Stolberger Burg zu übertragen.

 

Gespannt saßen die Zuhörer und warteten auf die Moderation von Ulrike Froleyks aus dem Radio, die die Künstler in Stolberg ankündigte. Burkard Sondermeier erzählte Hintergründiges zur „unklassisch-klassischen“ Musik, zu den Chansons und den Verzällcher, die an diesem Abend zu Gehör gebracht wurden. Als Eisbrecher hatte er und sein Ensemble „Le Tintamarre parisien, Quadrille carnavalesque“ ausgewählt – ein Stück aus dem Jahre 1843 von Henri Bohlmann-Sauzeau, das Sondermeier zur Komposition „Kölle is die Hölle“ angeregt hatte.

 

Sondermeier stellte seine Mitstreiter mit „Nähe und Ferne zum Karneval“, aber mit viel Spaß und Freude an ihren Instrumenten vor: Igor Kirillov zeigte am Klavier, der Orgel und auf dem Xylophon seine Wandlungsfähigkeit, Regina Rücker spielte Violoncello, für Rhythmus und Effekte sorgte Christoph Schumacher, während Joon Laukamp abwechselnd Violine, Mandoline und Gitarre spielte. Pierre Black zupfte den Kontrabass und die Rhythmusgitarre.

 

Die vier Strophen der „Kölner Schuster-Jungen-Polka“ von 1884, das beim Musikverleger Tonger in Köln unter „De schönste ale kölsche Fastelovendsleedcher“ verlegt wurde, hatten guten Sinn, aber auch Haare auf der Zunge. Kultivierter kam die „Sérénade Carnavalsque“ von Camille Erlanger daher, mit der er auf dem Klavier seine gute Laune eingefangen hatte und die Igor Kirillov zum Besten gab.

 

Dass der Karneval auch die klassischen Komponisten beschäftigte, bewies Sondermeier mit einem Brief von Felix Mendelssohn-Bartholdy, den er 1831 aus Rom „an seine Familie“ verfasst hatte, indem er das Treiben des römischen Karnevals beschrieb.

 

Das Programm war sorgsam ausgewählt. Neben den scherzhaft-satirischen Strophengedichten mit Kehrreim waren es die Verzällcher und die Amourellchen, die eine karnevalistische Atmosphäre in den Rittersaal zauberten. Zu den Höhepunkten im ersten Teil zählte der Vortrag an der Dreh-Orgel, die Sondermeier selbst bediente. Während das Instrument eine gestanzte Carte des Titel „Manha de Carnaval“ abspielte, verzierte Igor Kirillov die Musik frei auf dem Xylophon und die Streicher spielten das ihnen zugedachte Arrangement, wobei der Drummer den Platz im Lehnstuhl eingenommen hatte und mit seinen Händen mussizeirte. Die Zugabe „Die hinger de Jadinge ston un…“ zur Pause war ein Karnevalsschlager von 1939 und nahm die Spießbürger der damaligen Zeit aufs Korn.

 

Im zweiten Teil bestimmte der Tango das Programm. Seine Eigenschaft, sich im Leid zu suhlen, die unterdrückte Freude und seine hoch-erotische Sinnlichkeit reizten Sondermeier zur Parodie, in der sich zumindest eine Gemeinsamkeit zeigte: Tango und Karneval sind eine ernste Sache. Hier gefielen vor allem „Agata“ und „Madame Arthur“. Dazwischen wurde auch immer mal wieder etwas Instrumentales geboten, wie „Rondo alla Turca“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder die „Tarantella Napoletana“ von Gioacchino Rossini.

 

Urkölsches Szenarium zeigte der Freidenker Sondermeier mit „Dä Will un et Rös“, die Keimzelle, um die sich „Karneval einmal klassisch“ entwickelte. Von Stück zu Stück stieg die Stimmung im Rittersaal, und die Zuhörer sangen und schunkelten mit. Natürlich fehlte auch Jupp Schmitz 1953 komponiertes Karnevalslied „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ nicht.

 

Hinweisend auf das Offenbach-Jahr im nächsten Jahr (200. Geburtstag) intonierten die Künstler als erste Zugabe das „a Paris“ des großen Offenbach-Verehrers Reynaldo Hahn aus dessen Operette „Ciboulette“. Das Schlusszeichen setzten sie mit dem Karnevalslied „Ihr künnt mich ens“ aus der Feder von Burkard Sondermeier, das 2008 Uraufführung feierte.

 

Die Sendung war längst beendet, doch die Protagonisten, setzten dem Abend noch ein i-Tüpfelchen mit dem Jupp Schmitz Lied „Wir kommen alle in den Himmel“ auf. Wer den Konzertabend verpasst hat, kann ihn noch unter mittschnitt.radio@wdr.de anhören oder einen Mitschnitt unter 0221/95333333 anfordern.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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