Ein extrem milder und dunkler erster Monat

Der Januar lag bei fast allen Parametern außerhalb der Norm: zu warm, zu feucht, zu stürmisch. Das belegen die Messdaten in der Region Aachen-Nordeifel.

Foto: P. Stollenwerk
Foto: P. Stollenwerk

In einem der wärmsten Januare seit Messbeginn in der Region Aachen-Nordeifel gab es nur wenig Frost. Sturm, Regen und viele Wolken ließen ungute Erinnerungen zurück, besonders Orkan Friederike verbreitete Angst und Schrecken.

 

Nach einem sehr milden Dezember war auch der Januar rund um Aachen und Monschau drei Grad wärmer als der Mittelwert des Zeitraums 1981-2010. In der ältesten Statistik der Stadt Aachen belegte dieser Januar mit 5,8 Grad Platz neun in den letzten 150 Jahren: 1. 1975 mit 6,7 Grad, 2. 1866 mit 6,4 Grad, 3. 1877 mit 6,4 Grad, 4. 1988 mit 6,4 Grad, 5. 2007 mit 6,3 Grad, 6. 1930 mit 6,2 Grad, 7. 1974 mit 6,0 Grad, 8. 1921 mit 5,9 Grad, 9. 2018 mit 5,8 Grad.

 

Auch in den Hochlagen der Nordeifel zwischen 500 und 600 Meter Höhe war der zweite Wintermonat 3,3 Grad zu warm. In Höfen betrug der Mittelwert 3,4 Grad, auch hier war es der wärmste Januar seit 1975. Die höchsten Temperaturen des Monats wurden am 4. und 24. gemessen, 9-10 Grad auf den Höhenzügen und 12-14 Grad im Großraum Aachen. Besonders die extrem milden Nächte schlugen sich in der Statistik nieder. Rekordhalter bleiben die Januare 1988 und 1975 ohne Frostnächte im Aachener Land. Man konnte in diesem Januar beruhigt die Sommerpflanzen auf der Terrasse stehenlassen. Nur in den Tallagen der Flüsse wurden örtlich schwache Frostnächte notiert (Aachen-Orsbach -0,2°; Alsdorf-Warden -1,1°; Aachen-Burtscheid -2,1°). Spitzenreiter beim Frost in der Nordeifel waren Kalterherberg und Höfen mit elf Frosttagen, Mützenich mit zehn Frosttagen (überall neue Minusrekorde seit 1975).

 

Die warmen Atlantikwinde schickten beständig Tiefdruckgebiete mit kompakten Wolkenpaketen ins Rheinland. Die Sonne fehlte an vielen Tagen gänzlich, und man konnte wirklich depressiv werden. Zum Glück gab es bereits blühende Schneeglöckchen und erste Krokusse als Vorboten des Frühlings. Die Sonnenscheinsummen blieben deutlich unter den Mittelwerten: Windpark Schöneseiffen 21 Stunden (39 Prozent des Mittels), Windpark Schmidt und Aachen 33 Stunden (52 Prozent) sowie Alsdorf-Warden mit 44 Stunden. Seit mindestens 1945 war der Zeitraum vom 1. Dezember bis 31. Januar noch nie so sonnenscheinarm wie in diesem Winter.

 

Das Auf und Ab beim Luftdruck spiegelt die bewegte Atmosphäre im vergangenen Monat wieder. 988 hPa am 3. Januar bei Sturmtief Burglind und am 28. Januar endlich Hochdruck mit 1033 hPa. Neben Burglind war es vor allem der Orkan Friederike (18.1.), der mit enormen Böen den Alltag durcheinanderwirbelte. Der Schaden in den Wäldern durch diese beiden Winterstürme war enorm.

 

Hier einige Spitzenwerte aus seiner Zugbahn: Aachen-Orsbach 121 km/h, Geilenkirchen 119 km, Alsdorf-Warden Deponie 102 km, Windpark Schöneseiffen 98 km, Kalterherberg 89 km und Mützenich 81 km. Friederike war der heftigste Orkan seit Kyrill 2007 (auch am 18. Januar).

 

Sehr groß waren die Unterschiede beim Niederschlag. Die Eifel lag fast ständig im Wolkenstau aus Richtung Südwest bis West, so dass sich hier große Summen addierten. Im Hohen Venn fielen 211 Liter pro Quadratmeter, in Alsdorf dagegen im Eifelschatten 81 Liter/qm. Besonders der Monatsanfang und die Monatsmitte waren sehr nass. Die Abweichungen vom Mittelwert betrugen durchweg 130-190 Prozent, dennoch blieb das große Hochwasser wie an Flüssen wie Rhein und Mosel bei uns aus. Zum Vergleich hier wieder einige Summe aus dem Kreis Aachen: Kalterherberg 196 Liter/qm, Höfen 155, Perlenbachtalsperre 150, Roetgen 141, Schöneseiffen 103, Mützenich 101, Windpark Schmidt 97 und Aachen 83 Liter/qm.

 

Für alle Wintersportler war der Januar ein schneearmer Monat. Im Flachland bis auf 400 Meter Höhe waren es maximal 2-8 Zentimeter Schneedecke und auf den Höhen über 20 cm (Kalterherberg und Höfen 22 cm). Der kurze Wintersporthöhepunkt dauerte nur vom 20. bis 23. Januar.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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