Klimaschutzsiedlung an Burgstüttgen

Dürener „imwest“ greift 16 Jahre alte Pläne für Wohnhof oberhalb des Steinbruchs Klüttgen auf. Bauantrag wird gestellt.

Foto: J. Lange
Foto: J. Lange

Es war einmal ein bekannter Projektentwickler aus Eschweiler, der ein Grundstück am Rande des Naturschutzgebietes oberhalb des Steinbruchs Klüttgen in eine Wohnlandschaft verwandeln wollte. Obwohl der auf dieses Vorhaben an „Burgstüttgen“ bezogene Bebauungsplan im Jahre 2002 Rechtskraft erlangte, gerieten die Pläne in Vergessenheit.

 

Während die Natur das damals schon einmal gerodete Grundstück für sich zurückeroberte, hielt die Stadt über mehr als ein Dutzend Jahren an der Bauleitplanung fest, weil sie an der Realisierung des Projektes unterhalb des „Uhlenhorst“ ein städtebauliches Interesse habe, versichert Tobias Röhm. Dieser Einschätzung des Technischen Beigeordneten ist der Stadtrat einstimmig gefolgt. Denn mit der „Im West – Westdeutsche Immobiliengesellschaft mbH – Projekt Klimaschutzsiedlung Düren“ mit Sitz in Köln ist quasi ein Prinz erschienen, der das Gelände im vergangenen Jahr erworben hat und das Dornröschen-Projekt nun wachküssen möchte. Die Investoren können schon einmal beginnen, die sprichwörtlichen Rosenranken zu zerschneiden, denn der Rat hat dem Wechsel des Vorhabenträgers ebenso zugestimmt wie dem Erwerb von Ökopunkten des städtischen Kontos, um den Eingriff in die Büsbacher Natur am Zweifaller Frackersberg auszugleichen.

 

„Wir wollen jetzt den Bauantrag so schnell wie möglich einreichen, um mit den Arbeiten beginnen zu können“, sagt Leonhard Girschowski von der „imwest“. Derzeit würden die Vorarbeiten und letzten Berechnungen erledigt. Denn das alte Vorhaben eines Wohnhofes soll heutigen Standards angepasst werden. Mehr noch: Es soll als Klimaschutzhof einen Platz in der Stolberger Stadtentwicklung einnehmen, sagt Girschowski, und sich in das „Programm 100 Klimaschutzsiedlungen NRW“ einfügen.

 

Das Energiekonzept sei ökonomisch wie ökologisch auf einem modernen Standard: Sehr gute Wärmedämmung der gesamten Gebäudehülle und eine umweltfreundliche Heizungsversorgung durch Einsatz von CO2-neutralen Brennstoffen seien angestrebt. Holzpelletheizung, thermische Solaranlage und Blockheizkraftwerk sollen ineinandergreifen, um eine zentrale Energieversorgung für alle sechs Gebäude mit jeweils einer Wohneinheit zu ermöglichen. Sie sollen mit jeweils rund 140 Quadratmetern Wohnraum U-förmig um einen verkehrsberuhigten Innenhof angeordnet werden. Vorgesehen sind zwei Vollgeschosse bei einer Traufe von maximal 3,50 Metern.

 

Außerhalb des Wohnhofes sollen die Carports der Bewohner an der Zufahrt zu dem 3300 Quadratmeter großen Areal liegen, die an die Ecke von „Burgstüttgen“ und Kranensterzstraße angebunden wird. In dem Bebauungsplan sind zudem eine mehrere Zentimeter dicke Abdeckung des Erdreiches mit einer erhöhten Schwermetallkonzentration sowie Rammkernsondierungen im Bereich eines altes Bunkers vorgeschrieben.

 

Die „imwest“ hat in Monheim eine Klimaschutzsiedlung mit 36 Passivhäusern erstellt. In Düren wird seit mehreren Jahren eine Klimaschutzsiedlung mit 56 Häusern realisiert. „Fünf der sieben Reihen sind jetzt im Bau, 16 Häuser sind verkauft“, sagt Leonhard Girschowski. Die Siedlung war auch in China vermarktet worden. Für das Dürener Projekt wird der CO2-Fußabdruck mit 9 Kg/m² angegeben. Welcher Wert in Stolberg erreicht werden kann, sei derzeit Gegenstand der Planungen, erklärt Girschowski.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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