Viel Aufwand für den bunten Straßenspaß

Karnevalsgesellschaften nehmen Herausforderung an: Hohe Sicherheitsanforderungen und die wachsenden Ansprüche der Besucher.

Bunt, fröhlich und laut – so kann man den Straßenkarneval beschreiben. Das Besondere ist aber doch, dass alle Generationen zusammen feiern. Ob klein oder groß, arm oder reich, jeder darf sich über kostenlose Süßigkeiten und den Anblick bunter Wagen freuen.

 

In Stolberg sind es gleich – wie sollte es auch anderes sein – elf Umzüge, die von den Karnevalsgesellschaften der Ortsteile veranstaltet werden. Doch hinter dem großen Spaß steckt auch eine Menge Organisation.

 

Bereits im Frühjahr jedes Jahres beginnen die Karnevalsgesellschaften damit, ihre Wagen aufzurüsten. Dabei geht es nicht allein um die Optik, sondern vielmehr um Sicherheitsanforderungen, die ein Wagen erfüllen muss. „Wir müssen die Wagen immer wieder an die neuen Auflagen anpassen“, erklärt Kurt Peters von der KG Zweifall das Problem.

 

So muss zum Beispiel ein sicherer Auf- und Abstieg bei jedem Wagen gewährleistet sein und ein Unterfahrschutz angebracht sein. Damit kein Zuschauer vom Straßenrand unter den Karnevalszug-Wagen geraten kann. Jedes Gefährt wird von einem TÜV-Prüfer begutachtet.

 

„Die Richtlinien werden immer strenger und für uns schwieriger zu erfüllen“, sagt Peters. Außerdem muss jeder Wagen bei der Stadt angemeldet werden und erhält eine eigene Wagennummer.

 

Der hohe Aufwand stellt viele Vereine vor immense Herausforderungen. „Die Kosten für die Einhaltung der Auflagen steigen kontinuierlich“, sagt Helga Quadflieg von der KG Löstige Wölleklös Mausbach. „Für kleine Vereine ist das kaum noch finanziell durchführbar.“

 

Hinzu kommt der hohe Personalaufwand, der nötig ist, um einen Zug zu stemmen. Ohne Ehrenamtler wäre das nicht möglich, erklärt Walter Grettern von den Vennkätzchen. „Schon der Wagenbau nimmt viele Stunden in Anspruch. Für unsere zwei großen Wagen bestehen Aufbauteams aus fünf bis acht Personen, die rund 100 Stunden in das närrische Projekt investieren.“

 

Auch während der Umzüge ist das Engagement vieler Vereinsmitglieder gefragt, besonders als Begleiter der Kinder- und Jugendgruppen. Denn die Sicherheit steht an oberster Stelle.

 

Und so ist es auch die Aufgabe der Karnevalsvereine, in Absprache mit der Polizei den Verkehr zu regeln und Absperrungen zu veranlassen.

 

Zwar verändern sich die Zugwege nach jahrelanger Tradition nur selten, doch die Reihenfolge der Gruppen wird immer wieder neu gemischt je nach Teilnehmern.

 

„Ein Wagen mit lauter Musik würde zum Beispiel nicht vor einer Musikkapelle einsortiert werden“, erklärt Peters von der KG Zweifall seine Strategie. Genauso würden auch zwei Fußgruppen ohne Musik nicht hintereinander angeordnet werden.

 

Die Anzahl der Wagen und Fußgruppen variiert dabei von Jahr zu Jahr und je nach Karnevalsgesellschaft. „Leider ist es so, dass durch längere Arbeitszeiten und Ladenöffnungszeiten auch am Samstag immer weniger private Gruppen an Karnevalsumzügen teilnehmen“, nennt Leo Wenn von den Mönsterböscher Jonge einen Grund.

 

Doch auch in diesem Jahr können alle elf Karnevalsgesellschaften einen bunt gemischtes Programm beim Umzug präsentieren.

 

Ob bei den kleinen oder den großen Umzüge, die Ansprüche der Besucher werden höher - in dieser Einschätzung sind sich die Stolberger Karnevalsgesellschaften einig. „Die gute alte Kamelle hat ausgedient“, sagt Andrè Hennecken von der KG Sündenböcke Breinig.

 

Und daher richten sich die Organisatoren nach dem Prinzip „Klasse statt Masse“, wie es Norbert Breuer von den Vennkätzchen auf den Punkt bringt. „Man muss sich an den Wünschen der Besucher orientieren, sonst landen die Sachen in der Gosse.“

 

Also setzen die Karnevalsgesellschaften auf Chips, Waffeln, Popcorn, Schokoladen - Markenware sei besonders beliebt. Außerdem haben viele Gesellschaften Kinderspielzeug wie Bälle oder Stofftiere im Repertoire, Kugelschreiber oder Feinkost. Was dabei über die Wagen und aus den Beuteln geworfen wird, ist enorm: Während eine Karnevalsgesellschaft von 18 000 Süßigkeiten spricht, sind es bei anderen drei Tonnen Wurfmaterial oder Beträge im vierstelligen Bereich. Die Finanzierung ist dabei oft nur mit Hilfe von Sponsoren möglich, über Mitgliedsbeiträge oder Einnahmen durch Veranstaltungen.

 

Doch warum investieren die Karnevalsgesellschaften so viel Zeit und so viel Geld in die Umzüge? Auch hier ist man sich in Stolberg einig: Alle Bürger sollen ohne die Sorgen des Alltags zusammenfeiern können.

 

Karnevalsumzüge im Überblick

  • Samstag, 10. Februar: Werth ab 16 Uhr, Münsterbusch ab 15 Uhr
  • Sonntag, 11. Februar: Vicht (nach Veranstaltung Jeck op de Veet, welche um 12.11 Uhr startet), Venwegen ab 13 Uhr, Gressenich ab 15 Uhr, Büsbach ab 14.30 Uhr
  • Montag, 12. Februar: Stolberg Innenstadt ab 14.30 Uhr, Breinig ab 12 Uhr, Zweifall ab 11.11 Uhr, Mausbach ab 14.30 Uhr
  • Dienstag, 13. Februar: Schevenhütte ab 16 Uhr

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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