Jugendliche auf den richtigen Weg bringen

Heinrich Zakowski ist seit vier Jahren Schöffe. Neue Ehrenamtler werden dringend gesucht. „Wichtige gesellschaftliche Arbeit.“

Foto: Friso Gentsch/dpa
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Seit mittlerweile vier Jahren ist Heinrich Zakowski ehrenamtlich tätig. „Ich habe mir immer vorgenommen, dass ich gerne etwas zurückgeben würde, wenn ich einmal im Ruhestand bin“, sagt er. Heinrich Zakowski engagiert sich als Schöffe. Momentan sucht die Stolberger Verwaltung Menschen, die die hauptamtlichen Richter ab dem kommenden Jahr unterstützen. Eine Aufgabe, die Heinrich Zakowski gut gefällt. Er ist ein sogenannter Hilfsschöffe. Das bedeutet: Er steht auf Abruf bereit. Wenn ein Schöffe einmal verhindert ist, springt Zakowski für ihn ein. „Als Rentner bin ich da sehr flexibel“, sagt der 66-Jährige.

 

Das Ehrenamt richtet sich allerdings nicht nur an Menschen, die sich im Ruhestand befinden. Im Gegenteil! „Uns ist es wichtig, dass die Schöffen einen Querschnitt aller Menschen der Gesellschaft darstellen“, sagt Jugendamtsleiter Willi Seyffarth. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, die Interessierte erfüllen müssen. Wer sich als Schöffe engagieren möchte, muss in Stolberg wohnen und zur neuen Amtszeit, die am 1. Januar 2019 beginnt, mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein. Zudem müssen Interessierte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und die deutsche Sprache ausreichend beherrschen.

 

Wer vorbestraft ist, in der Justiz arbeitet oder Religionsdiener ist, kann nicht als Schöffe tätig sein. Im ersten Halbjahr dieses Jahres werden bundesweit Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. In Stolberg werden 74 Frauen und Männer gesucht, die am Amtsgericht in Eschweiler und am Landgericht in Aachen das Ehrenamt ausüben möchten. Zudem werden für das Schöffengericht in Jugendstrafsachen weitere 48 Schöffen – 24 Frauen und 24 Männer – gesucht. Der Rat sowie der Kinder- und Jugendausschuss der Stadt Stolberg haben beschlossen, doppelt so viele Kandidaten vorzuschlagen, wie an Schöffen gebraucht werden. Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich auch selbst im Jugendamt melden. Der Schöffenwahlausschuss trifft aus dieser Liste dann in der zweiten Jahreshälfte eine Auswahl.

 

Heinrich Zakowski wurde vor vier Jahren für das Ehrenamt vorgeschlagen und ist seitdem als Jugendschöffe tätig. Alle zwei bis drei Monate steht in der Regel eine Verhandlung an. Dabei geht es unter anderem um Themen wie Diebstahl, Einbruch oder auch Überfälle. Wie lange die Verhandlungen dauern, ist vorher natürlich nicht bekannt. „Das kann unterschiedlich sein. Manchmal geht es auch über den Mittag hinaus“, sagt Zakowski.

 

Wer als Schöffe tätig ist, bekommt eine Aufwandsentschädigung. Wer arbeitet und von seinem Arbeitgeber für das Ehrenamt freigestellt wird, erhält zudem den Verdienstausfall.

 

Und welche Aufgaben haben Schöffen eigentlich vor, während und nach einer Verhandlung? Rund 20 Minuten vor der Verhandlung findet ein Treffen mit dem zuständigen Richter statt, in dem die Schöffen über den Täter und dessen familiäre Situation aufgeklärt werden. „Dann weiß man schon einmal, was in der Hauptverhandlung auf einen zukommt“, sagt Zakowski.

 

Beim Jugendschöffengericht sind immer zwei Schöffen eingesetzt – ein Mann und eine Frau. Die Schöffen haben dabei das gleiche Mitspracherecht wie der Berufsrichter. „Bei drei Leuten kommt also immer ein Urteil zustande und manchmal kann es auch sein, dass ein Richter von den Schöffen überstimmt wird“, sagt Zakowski.

 

Der 66-Jährige hat die Erfahrung gemacht, dass es beim Jugendschöffengericht nicht unbedingt um die Strafe geht, sondern vielmehr um die erzieherische Arbeit, die mit einem Urteil einhergeht. „Es ist wichtig, die Jugendlichen wieder auf die richtige Bahn zu bringen, weil ihnen oft gar nicht klar ist, was sie verbrochen haben“, sagt er und nennt dafür ein Beispiel, das für ihn besonders herausragend war. Ein Jugendlicher habe sich nach dem Urteil sogar beim Richter bedankt. „Der Richter hätte ihm eigentlich erst klar gemacht, was passiert sei“, sagt Zakowski. Wie wichtig die Arbeit der Schöffen ist, weiß auch Seyffarth. „Es ist eine wichtige gesellschaftliche Arbeit und es ist vor allem wichtig, im Interesse der Jugendlichen ein richtiges Urteil zu finden.“

 

Willi Seyffarth und Heinrich Zakowski hoffen, dass sich noch einige Interessierte aus Stolberg finden, die dieses Ehrenamt gerne ausüben würden. Wichtig sei, dass man nicht allein gelassen werde, sagt Zakowski. Für ihn steht jedenfalls fest, dass er sich für die nächste Amtszeit, die dann weitere fünf Jahre dauert, wieder aufstellen lassen möchte.

 

Bewerbungsformular steht zum Download bereit

  • Wer sich für das Ehrenamt des Schöffen interessiert, der kann sich für das Amt des Schöffens in Erwachsenenstrafsachen bewerben. Interessierte können sich bei der Stadtverwaltung Stolberg Bürgerservice, Frau Jansen, Rathausstraße 11 bis 13, Zimmer 5, unter
  • ☏ 13-291, melden.
  • Interessierte für das Amt der Jugendschöffen können sich bei Frau Büchel vom Jugendamt unter
  • ☏ 13-336 bewerben.
  • Das Bewerbungsformular steht ab sofort im Internet zum Download zur Verfügung unter www.stolberg.de oder www.schoeffenwahl.de.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

52220 Stolberg

www.tim-gruettemeier.de
tim.gruettemeier@stolberg.de
Telefon: 02402 / 13-200
Fax: 02402 / 13-222

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