Den Menschen bei ihren Schwierigkeiten helfen

Jasmin Rathschlag im Wochen-Interview. Die Vize-Vorsitzende des Vereins „Frauen für Frauen in Stolberg“ hat hier viele neue Freunde gefunden.

Foto: M.-L. Otten
Foto: M.-L. Otten

Die Stolbergerin Jasmin Rathschlag verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kenia. Zur Ausbildung als Krankenschwester siedelte sie nach England über. In Stolberg wohnt sie seit nunmehr 40 Jahren. Seit ihrer Ankunft in Deutschland vor 44 Jahren setzt sie sich für Integration und den interreligiösen Dialog ein. Derzeit ist sie stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Frauen für Frauen in Stolberg“, ist in der Flüchtlingshilfe engagiert und war vor Jahren Mitglied des „Stolberger Ausländerbeirats“, was dem heutigen Integrationsrat entspricht. Im Februar fährt sie gemeinsam mit dreißig Frauen aus unterschiedlichen Ländern mit dem Zug nach Düsseldorf, wo sie den Landtag besuchen. Wie die in Ostafrika geborene Inderin nach Stolberg gekommen ist, wie sie hier aufgenommen wurde und was sie den Menschen zurückgibt, hat sie unserer Mitarbeiterin Marie-Luise Otten im Interview erzählt.

 

Was war der Grund, weshalb Sie danach Stolberg gekommen sind?

 

Rathschlag: Die berufliche Tätigkeit meines deutschen Mannes.

 

Wie haben Sie Ihren Mann kennengelernt?

 

Rathschlag: Nach meiner Ausbildung kam ich an ein Londoner Krankenhaus, wo mein Mann als Assistenzarzt arbeitete. Bald erfuhr er, dass man im Aachener Marienhospital nach einer Krankenschwester mit speziellen Kenntnissen suchte, wie ich sie hatte, und empfahl mir, diese Stelle anzunehmen. Er selbst war dabei, eine eigene Praxis in Stolberg zu errichten.

 

Was haben Sie für das Leben in Stolberg aufgegeben?

 

Rathschlag: Das mir vertraute Leben in London.

 

Können Sie sich noch an Ihre ersten Jahre in der Stadt Stolberg erinnern?

 

Rathschlag: Ich war genügend mit meinen zwei kleinen Kindern beschäftigt, habe dadurch aber auch viele neue Kontakte und Freunde gefunden. Als meine Kinder größer wurden, begann ich dann, in der Praxis meines Mannes mitzuarbeiten.

 

Wie haben die Stolberger Sie aufgenommen?

 

Rathschlag: Wie man es sich wünscht: offen, entgegenkommend und unterstützend.

 

Wie haben Sie sich verständigt?

 

Ratschlag: In den Sprachen Englisch und Deutsch.

 

Wie viele Sprachen sprechen Sie überhaupt?

 

Rathschlag: Englisch, Deutsch, Gujarati (Sprache der indischen Region Gujarat mit circa 60 Millionen Einwohnern), mit Einschränkung Urdu (Pakistan), Suaheli (Ostafrika). Manchmal spreche ich tatsächlich drei Sprachen in einem Satz.

 

Wie sah es mit dem Heimweh aus? Skype und Smartphone gab es ja in Ihrer Anfangszeit im Ausland noch nicht?

 

Rathschlag: Es gab auch noch kein Video und kein Satelliten-TV. Da ich aber in der glücklichen Situation war, viel reisen zu können, war das kein großes Problem für mich.

 

Besitzen Sie denn einen deutschen Pass?

 

Ratschlag: Ja.

 

Hat sich das Leben für Sie in Deutschland verändert? Wenn ja, inwiefern?

 

Ratschlag: Man merkt, dass Deutschland und insbesondere auch unsere Region sehr von der Globalisierung geprägt ist. Früher war es „nur“ das bekannte Dreiländereck.

 

Sie sind unter anderem in Stolberg in der Integrationsarbeit beschäftigt und helfen mit Sprachunterricht aus. Was machen Sie sonst noch alles?

 

Ratschlag: Neben meinen ehrenamtlichen Aufgaben bin ich gerne mit der Familie, den Enkelkindern und Freunden und Freundinnen zusammen, die ich bei unseren Treffen mit indischen Gerichten verwöhne. Und natürlich reise ich auch gerne.

 

Sind Sie mit Ihrem Leben in Stolberg zufrieden?

 

Rathschlag: Wenn ich klagen würde, wäre das wohl auf „hohem Niveau“.

 

Sie sind also in Stolberg angekommen?

 

Rathschlag: Ja, schon lange.

 

Was könnte noch verbessert werden?

 

Rathschlag: Es gibt immer etwas zu verbessern. Unter anderem könnte die Stadt Stolberg noch mehr aus ihrer Nähe zur RWTH und FH Aachen machen.

 

Welche Ziele verfolgen Sie in naher Zukunft noch?

 

Rathschlag: Diejenigen Ziele, die ich schon bisher verfolgt habe: Den Menschen Gutes tun und ihnen über Schwierigkeiten hinweghelfen.

 

Was empfehlen Sie Menschen mit ausländischen Wurzeln, die neu in Stolberg sind?

 

Rathschlag: Schau über dein enges ethnisches und religiöses Umfeld hinaus und nutze die vielfältigen kulturellen und sportlichen Möglichkeiten, die die Stolberger Vereine bieten. Dort findest du den erwünschten Anschluss in deinem neuen Lebensumfeld.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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