„Von wem man erzählt, der ist nicht tot“

Holocaust-Gedenktag in der Stolberger Gesamtschule: Die Verbrechen des Nationalsozialismus nie vergessen.

Foto: Christoph Hahn
Foto: Christoph Hahn

Spurensucher sind sie allesamt, junge Leute, die fragen nach dem, was gewesen ist und geworden mit denen, die damals zu Opfern gemacht worden sind: Schülerinnen und Schüler aus Stolberg, größtenteils aber aus Aachen, gestalteten in der Gesamtschule an der Walter-Dobbelmann-Straße auf der Liester einen denkwürdigen Abend zum Thema „Damals verfolgt – heute vergessen?“

 

Den Anlass für den vom „Vorbereitungskreis 27. Januar“ unter Federführung der Volkshochschule (VHS) Aachen organisierten Abend bildete der bundesweite „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Moderiert von den VHS-Mitarbeitern Yvonne Hugot und Dr. Holger Dux, bot die gut besuchte Veranstaltung in der Aula eine Fülle von Ansätzen, den massenweise von den Nazi-Machthabern ermordeten Juden und Zeigen Jehovas wieder so etwas wie ein Gesicht zu geben und darüber hinaus die NS-Terrorherrschaft mit allen ihren Facetten vorstellbar zu machen.

 

Die vielleicht originellste Arbeit präsentierten – zusammen mit ihrer Lehrerin Stephanie Alfter – Phil Huysmanns, Adrian Njavro und Yannick Zogotta von der Gesamtschule Aachen-Brand: Wie ihre Klassen- und Jahrgangskameraden hatten sie weltverändernde Ereignisse wie der Marsch der frühen Nationalsozialisten auf die Feldherrnhalle und deutsche Einigung, die in den Jahren 1918, 1923, 1938 und 1989 jeweils am 9. November stattfanden, mit Spielzeugfiguren im Inneren ausgedienter Schuhkartons.

 

Sehr bewegend geriet auch der Vortrag von Schülerinnen des St.-Ursula-Gymnasiums, die gleichfalls aus Aachen angereist waren. In ebenso unprätentiösen wie bewegenden, lebendigen Worten erzählten sie (Über)Leben jüdischer Schülerinnen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

Mucksmäuschenstill ist es dann im Auditorium: Junioren sprechen zu Junioren. Erwachsene sind in der Gesamtschule eher eine Ausnahmeerscheinung – und wenn sie dann wie die Leute von der VHS, Rektor Helge Pipoh oder Lehrer Jochen Emonds, in Stolberg auch als Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat bekannt, doch sichtbar werden, dann eher hinter den Kulissen oder bei Ansprachen wie sie Bürgermeister Tim Grüttemeier hält.

 

Dem gegenüber spielt Johann Theodor Bauerdick eine prominentere Rolle. Wie Jochen Emonds Lehrer an der Gesamtschule, erzählt der Pädagoge zuerst einmal von den „Stolpersteinen“ in Stolberg, bei deren Platzierung sich Erwachsene wie Jugendliche gleichermaßen engagieren. Doch nicht nur das: Als Dirigent eines Chors von Kindern aus „seiner“ Klasse 5 e verleiht er der Gedenkstunde eine musische Note – mit zwei Friedensliedern aus Israel.

 

„Von wem man erzählt, der ist nicht tot.“ Dieser jüdischen Weisheit verleiht Friedrich Hoven als Zeuge Jehovas besondere Bedeutung. Er erzählt vom stillen Widerstand seiner Religionsgemeinschaft, ihrem nicht unerheblichen Blutzoll und davon, dass der erste schon 1939 verurteilte Kriegsdienstverweigerer ein Mann namens Alfred Dickmann war.

 

Dass zwei auch in und um Aachen aktive Glaubensgeschwister, Klara Stoffels und ihr Bruder Fritz aus Köln-Müngersdorf, mit dem Fallbeil hingerichtet wurden, vergisst Hoven ebenso wenig zu berichten. Es gibt also etwas zu lernen in der Gesamtschule. Es geht darum, aufzuzeigen, wie aus dem Wissen um die Vergangenheit Rüstzeug für die Zukunft und für den Kampf gegen Intoleranz und Diskriminierung werden kann.

 

Es geht, darum, in Herzen und Köpfen etwas zu verändern. Das ist den Kindern und Jugendlichen sowie ihren Unterstützern von der VHS und in den Schulen in der Aula weidlich gelungen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

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