Ausbildung für mehr Qualität in den Kitas

Eschweiler und Stolberg bilden gemeinsam neue Führungskräfte heran. Soll Beruf attraktiver machen.

Die Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche in Eschweiler (BKJ)und Stolberg (Stadt) haben sich zusammengeschlossen, um im Bereich der Kindertagespflege ein besonders großes Problem anzugehen: den Fachkräftemangel. Gemeinsam bilden die beiden Träger in einer einjährigen Fortbildung 16 interessierte und geeignete Arbeitnehmer aus Kindertagesstätten und Familienzentren als künftige Führungspersonen aus.

 

„Wir möchten den Mitarbeitern der Kindertagesstätten eine Aufstiegsperspektive bieten und vorhandene Personalressourcen nutzen, um den Fachkräftemangel im Bereich der Leitung von Bildungseinrichtungen vorzubeugen“, sagt Stefan Kaever, Stadtkämmerer und Jugend-Dezernent der Stadt Eschweiler.

 

Zwar können den neu ausgebildeten Leitern nicht sofort neue Stellen angeboten werden. Doch in den nächsten Jahren werden einige Führungskräfte in Kitas altersbedingt ihren Platz räumen. „Zwischen 2020 und 2022 werden wir sechs bis sieben neue Leitungspositionen in Kitas besetzen“, sagt Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des Jugendamts Stolberg. „Die Perspektive zum Aufstieg ist für die angehenden Führungskräfte also da.“ Gleichzeitig steige die Zahl der benötigten Betreuungsplätze aufgrund von gestiegenen Geburtenraten und Zuzug von Familien. Im neuen Kindergartenjahr wird allein die BKJ fünf zusätzliche Gruppen für insgesamt 70 Kinder einrichten.

 

Bei der sogenannten Qualifizierungsmaßnahme „Kindertagesstätten und Familienzentren führen und leiten“ arbeiten die Träger bereits zum dritten Mal zusammen. Ziel der Kooperation ist nicht nur eine gemeinsame Antwort auf den Fachkräftemangel, sondern auch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen den Trägern und zwischen den angehenden Leiterinnen. „Das Seminar bringt uns viel, wir haben die Möglichkeit uns nachhaltig auszutauschen und wollen auch nach der Fortbildung weiter in Kontakt bleiben und uns über Probleme und Erfahrungen austauschen“, fasst eine Teilnehmerin zusammen.

 

Mit der Fortbildung soll auch eine Qualitätssteigerung in den Kindertagesstätten einhergehen. „Kindergärten sind der erste Baustein in der institutionellen Bildungskette. Das Thema Qualität gewinnt an Bedeutung, auch Eltern stellen immer höhere Anforderungen, denen die zukünftigen Leiter gerecht werden müssen“, sagt Robert Voigtsberger, Erster Beigeordneter der Stadt Stolberg. Ein Jahr lang lernen die angehenden Leiter in 150 Unterrichtseinheiten und fünf Modulen was gute Führungskräfte ausmacht und welche Herausforderungen sie im Alltag als Leiter einer Kindertagesstätte meistern müssen. Erwartet werden außerdem eigenständiges Lernen, das Verfassen einer Projektarbeit und die Arbeit in Kleingruppen außerhalb des Blockunterrichts. Über das Jahr verteilt können die angehenden Leiterinnen ihr erworbenes Wissen bereits in der Praxis testen und im Seminar Probleme, die ihnen im Alltag begegnen, thematisieren. „Der Beruf des Erziehers ist kein einfacher“, sagt Kaever. „Die Leiter finden sich in einem Spannungsfeld zwischen Eltern, Kindern, der gesetzlichen Lage und der Koordinierung der Kollegen.“ Die Seminare werden von Rainer Orban, Leiter des Instituts für systemische Fort- und Weiterbildung, und Kindertagesstätten-Leiterin und Kindertherapeutin Gabi Wiegel betreut. „Wir wollen kein Strohfeuer zünden, sondern nachhaltig arbeiten. Das scheint gut zu funktionieren.“

 

Die acht Teilnehmer aus Stolberg sind genau wie die acht Teilnehmer aus Eschweiler mit großer Motivation bei der Sache. Beim dritten Modul „Wissen, was wirkt“ sprechen die Teilnehmer beispielsweise über die Themen „Werte und Zusammenhalt“, „Selbstschutz“ oder „Teamgespräche führen“. „Hier lernen die angehenden Führungspersonen ihr eigenes Handeln zu reflektieren, einen respektvollen Umgang in der Kita zu garantieren und Mitarbeiter so anzuleiten, dass jeder die Chance hat, sich nach seinen Kräften, Ressourcen und Interessen bestmöglich am Arbeitsplatz einzubringen“, sagt Edith Platau. Das letzte Modul wird im Juli stattfinden. Bis dahin wird noch eine ganze Menge Arbeit auf die angehenden Leiterinnen warten. Gegen Ende des Jahres werden sich alle Teilnehmer nochmal mit den Referenten zusammensetzen, um Erfahrungen auszutauschen und das gewonnene Wissen zu reflektieren. So soll die Fortbildung besonders nachhaltig gestaltet werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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