Aus Blech eine Miniaturwelt geschaffen

Aktuelle Sonderausstellung im Museum Zinkhütter Hof zeigt historische Baukästen aus Sammlung Griebel und Sammlung Königs

Foto: Archiv
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Das Museum Zinkhütter Hof zeigt noch bis Mittwoch, 28. März, die Sonderausstellung „Die Welt im Kleinen“ über die Geschichte des Baukastens im 20. Jahrhundert.

 

Zu sehen ist ein Spielzeug, das wie kaum ein anderes mit dem vom Werkstoff Stahl geprägten Industriezeitalter verbunden ist. Im Mittelpunkt der Schau stehen die faszinierenden Metallbaukästen und Modelle namhafter Hersteller wie Märklin, Trix, Stabil oder Meccano. Die Ausstellung befasst sich mit „Träumen aus Blech“.

 

Hier sind technische Ikonen wie die legendäre Schweizer Bergbahn – die Krokodil E-Lok – oder der Eiffelturm in einer Größe von fast zwei Metern zu bestaunen. Die Modelle überzeugen durch den Charme der Miniatur, gleichzeitig beeindrucken sie durch ihre Größe. Hier sieht man kein Kinderspielzeug, sondern in vielen Stunden Arbeit zusammengesetzte Werke von Tüftlern. Faszinierend ist die präzise Abbildung des originalen Vorbildes. Die Geschichte des Baukastens und die seiner bekannten Hersteller werden in der Ausstellung ebenfalls thematisiert.

 

Während die frühen Baukästen des 19. Jahrhunderts aus Holz oder aus Stein und ohne feste Verbindungselemente waren, erfand Frank Hornby aus Liverpool 1901 das entscheidende Bauteil für die Welt im Kleinen aus Blech: Genormte Metallstreifen mit Löchern in regelmäßigen Abständen. Mit Schrauben und Muttern, Rädern und Achsen ließen sich erstmals bewegliche Modelle wie Kräne, Maschinen oder Wagen aller Art bauen. Der Metallbaukasten konnte seinen Siegeszug in die Welt antreten.

 

1908 gründete Hornby die Firma Meccano Ltd., die sich rasch zur größten Spielwarenfabrik Großbritanniens entwickeln sollte. In vielen Ländern fanden sich Nachahmer. Zu den bekannten deutschen Herstellern gehören die Berliner Firma Walther mit ihren Stabilbaukästen (ab 1905) oder die in Göppingen ansässige Fa. Märklin, die seit 1914 eigene Metallbaukästen produzierte. Ihre Entwicklung greift die Ausstellung ebenso auf, wie sie in einem Exkurs auf die Blechspielzeuge und Metallbaukasten eingeht, die von Solinger Firmen hergestellt worden sind.

 

Die Baukästen wurden seit den 1920er Jahren für eine breitere Käuferschicht erschwinglich, da eine stärkere Mechanisierung der Produktion die Preise sinken ließ. Ein großes Spektrum mit Modellen und Baukästen aller Art erinnert in der Ausstellung an die Vertriebsformen, mit denen die Hersteller für ihre Produkte warben. Eingängige Werbesprüche wie „Es ist und bleibt Stabil des Knaben liebstes Spiel“ gehörten ebenso zu den umfangreichen Werbestrategien wie Anzeigen und Plakate. Insbesondere die Spielzeugkataloge ließen die Kinderherzen höher schlagen. Doch die größte Überzeugungskraft traute man den gebauten Modellen zu, die den Einzelhändlern für ihre Schaufenster angeboten wurden. Besonders in der Weihnachtszeit bestaunten die Kinder die prächtig dekorierten Auslagen.

 

Ein weiterer Bereich der Ausstellung beschäftigt sich mit Kindheit und Spiel. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zeigt das technische Spielzeug: Was im Großen die Welt bestimmt, findet man im Kleinen als Spielzeug wieder. Gerade Metallbaukästen eigneten sich hervorragend, um Bauwerke, Fahrzeuge und Maschinen oder auch Phantasieobjekte, die die Arbeits-, Lebens- und Vorstellungswelt der jeweiligen Zeit prägten, nachzubauen. Sie galten als pädagogisches Spielzeug, das Kinder anregen sollte, kreative Lösungen zu finden. Gleichzeitig lehrten sie planvolles Handeln, Geschicklichkeit, Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt auch Ordnung. Gedacht waren sie nahezu ausschließlich für Jungen. Um sie schon früh auf eine technikbestimmte Berufswelt vorzubereiten. Der Mitmachbereich mit vielen verschiedenen Baumaterialien lädt die kleinen Besucherinnen und Besucher ein, auszuprobieren, wie aktuell das Spielzeug Baukasten heute noch ist.

 

Ende der 1950er Jahre ließ das Interesse an den Metallbaukästen nach. Mit Fischer-Technik entstand ein Kunststoff-Baukasten-System, das den Metallbaukästen in vielerlei Hinsicht überlegen war und auch speziell für den Werkunterricht vermarktet wurde. Die Erfindung von Lego im Jahr 1958 ermöglichte das einfache und spielerische Bauen mit bunten Kunststoffbauteilen. Der Anteil an Kunststoffspielzeug erreichte 1968 bereits 40 Prozent. Der Metallbaukasten wurde zu einem Nischenprodukt und zum Sammelobjekt. Die Sonderausstellung ist im Museum am Bernhard-Kuckelkorn-Platz zu sehen. Die Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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