„Ich mag es, wenn Lieder traurig klingen“

Solistin Nisrine Bourkia spielt leidenschaftlich gerne Klavier. Ihr Traum: Ein Auftritt zusammen mit dem Star-Pianisten Lang Lang.

Foto: Laura Laermann
Foto: Laura Laermann

Die elfjährige Solistin Nisrine Bourkia gilt als Ausnahmetalent am Klavier. Seit sechs Jahren spielt sie nun mit dem Ziel, später einmal Profi-Pianistin zu werden. Mit der Aktion „Für Nisrine“ sammelt der Arbeitskreis Stolberger Musiksommer Spenden, um eine Klavierausbildung und ein -studium für die junge Stolbergerin zu finanzieren. In einem Gespräch mit Laura Laermann verrät Nisrine Bourkia, wie ihr Alltag als Solistin aussieht und warum es nicht immer leicht ist.

 

Nisrine, wie bist du zum Klavierspielen gekommen?

 

Nisrine Bourkia: Durch meinen Kinderarzt. Ich habe schon im Kindergarten viele Sachen schnell gelernt. Dann hat der Arzt gesagt, ich soll ein Instrument spielen. Ich habe mich dann für Klavier entschieden. Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich schon mit einem Jahr Kinderlieder mitgesungen habe.

 

Also bist du schon von klein auf sehr musikalisch. Wie oft übst du denn?

 

Nisrine: Unter der Woche an Schultagen spiele ich zwei Stunden. Am Wochenende schon mal drei Stunden am Tag. Klavierunterricht habe ich zwei bis drei Mal in der Woche eine Stunde lang.

 

Ganz schön beschäftigt...

 

Nisrine: Manchmal nervt es, aber eigentlich macht es total Spaß.

 

Und momentan gibst du ja auch noch Konzerte.

 

Nisrine: Ja genau, ein oder zwei im Monat aber bisher nur in Stolberg. Das letzte Mal habe ich im Zinkhütter Hof gespielt. An einem Konzerttag muss man immer früh raus und sich gut vorbereiten.

 

Warum spielst du so viel? Was ist dein Ziel?

 

Nisrine: Groß rauszukommen. Ein Traum wäre es mal, in der Carnegie Hall in New York zu spielen.

 

Und wie willst du diesen Traum verwirklichen?

 

Nisrine: Ich möchte an großen Wettbewerben teilnehmen und dort versuchen, Kontakt aufzunehmen zu großen Musikern. Und ich übe natürlich viel.

 

Du hast ja bereits an einem Wettbewerb teilgenommen.

 

Nisrine: Ja, bei „Jugend musiziert“. Das war mein allererster Auftritt und ich war sehr aufgeregt. Ich war da sieben Jahre alt und hab bei den Solisten in meiner Altersgruppe den ersten Platz gemacht. Das war toll, ich habe mich sehr gefreut.

 

Wenn du nicht gerade Klavier spielst, was machst du dann gerne?

 

Nisrine: Ich male, zeichne oder lerne Englisch. Das ist mein Lieblingsfach in der Schule.

 

Was gefällt dir so an Englisch?

 

Nisrine: Ich mag die Aussprache. Ich war zwar noch nie in England und Amerika, aber dort möchte ich mal unterwegs sein. Ich stelle es mir schön dort vor.

 

Hast du denn auch viele musikalische Freunde?

 

Nisrine: Nein, eigentlich nicht. Aber meine Freunde sind oft beeindruckt und sagen, ich soll weitermachen und nicht aufgeben. Wenn sie älter sind, wollen sie zu einem Konzert von mir kommen.

 

Wolltest du denn mal aufgeben?

 

Nisrine: Ja, eine Zeit lang war es schwierig, den richtigen Lehrer zu finden. Das ging hin und her. Ich hatte dann keine Motivation mehr und habe ein halbes Jahr lang nicht gespielt. Dann kam „Jugend musiziert“ und ich habe wieder angefangen.

 

Viele Kinder beschäftigen sich lieber mit Computer und Smartphone. Wie ist das bei dir?

 

Nisrine: Ich spiele auch ab und zu gerne Computer. Und bei „Youtube“ schaue ich mir oft Konzerte von großen Pianisten an. Ich versuche so, die Lieder besser zu verstehen. Manchmal höre ich auch Musik im Radio oder Fernsehen, die mir gefällt. Dann suche ich im Internet nach Noten oder versuche, sie nach Gehör auf dem Klavier nachzuspielen. Zum Beispiel die Musik von dem Film „Lala Land“ hat mir gut gefallen, dann habe ich probiert, die Melodie nachzuspielen. Erst mit der rechten Hand und dann die linke als Begleitung dazu.

 

Was gefiel dir so gut an „Lala Land“?

 

Nisrine: Romantik-Filme sind eigentlich nichts für mich, ich schaue lieber Komödien. Aber die Melodie fand ich einfach schön. Ich mag es, wenn Lieder traurig klingen, das hört sich schöner an. Aber ich spiele lieber schnelle Stücke als langsame, sonst wird es irgendwann langweilig.

 

Wie lange brauchst du denn, um ein Klavierstück zu lernen?

 

Nisrine: Bei einem Lied vielleicht ein bis zwei Wochen. Bei einer Sonate auch schon mal vier Wochen. Irgendwann spielt man das Lied so oft, dass man gar nicht mehr auf die Noten schauen muss und es auswendig spielen kann.

 

Was sagt denn deine Familie dazu, wenn du so viel übst?

 

Nisrine: Wenn ich richtig viel spiele, ist meine Familie auch mal genervt. Mein Bruder beschwert sich dann, dass es zu laut ist, weil er sich beim Spielen manchmal selbst nicht versteht. Nach längerer Zeit reicht es mir irgendwann auch selbst. Aber eigentlich finden es alle gut und unterstützen mich.

 

Zum Beispiel mit Klavierunterricht. Wie sieht der so aus?

 

Nisrine: Ich arbeite mit meiner Klavierlehrerin Patricia Buzari an einem Stück. Das hilft mir sehr, sie zeigt mir, wenn ich etwas falsch mache und erklärt, wie es richtig geht. Die Zeit vergeht dann wie im Flug. Es macht einfach viel mehr Spaß, als alleine zu üben. Manchmal spielen wir auch Stücke zusammen.

 

Hast du Lieblingsstücke?

 

Nisrine: „Rondo Capriccioso“ von Mendelssohn und „Impromptus“ von Chopin.

 

Gefällt dir klassische Musik am besten?

 

Nisrine: Ja, aber ich mag Verschiedenes. Auch Pop. Und Jazz mag ich.

 

Warum?

 

Nisrine: Beim Jazz spielt man komische Töne, die eigentlich nicht zusammenpassen und dann hört es sich doch ziemlich gut an. Mir gefällt der Rhythmus.

 

Wann wird es denn für dich mal schwierig am Klavier?

 

Nisrine: Wenn mehrere Oktaven gespielt werden müssen. Ich habe nicht so große Hände und dann ist es schwierig, wenn die Tasten soweit auseinander liegen.

 

Hast du ein großes Vorbild am Klavier?

 

Nisrine: Ja, Lang Lang. Er ist ein großer Star-Pianist. Irgendwann möchte ich mal auf ein Konzert zu ihm und am liebsten mit ihm zusammen spielen.

 

„Jugend musiziert“ auf allen Ebenen

  • „Jugend musiziert“ zählt zu den bekanntesten Musikförderprojekten Deutschlands. Seit 55 Jahren wird der Wettbewerb ausgetragen und knapp eine Million Kinder und Jugendliche haben bereits daran teilgenommen.
  • Der Wettbewerb gliedert sich in drei Phasen: Um auf Bundesebene teilzunehmen, müssen sich die jungen Musiker zunächst auf Regionalebene und dann auf Landesebene qualifizieren.
  • In der Region Aachen, Düren und Heinsberg findet der Regionalwettbewerb am 27. und 28. Januar statt. Die Erstplatzierten können sich dann mit anderen jungen Musikern aus NRW am 9. bis 13. März auf Landesebene messen. Der Bundeswettbewerb wird vom 18. bis zum 24. Mai ausgetragen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

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