Offen sein für Neues und Veränderungen

Sieben ehemals selbstständige Pfarren wurden im Stolberger Norden zu einer Gemeinschaft der Gemeinden zusammen gefasst. Die Entwicklung.

Zur Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Stolberg-Nord zählen die Gemeinden St. Mariä Himmelfahrt, Stolberg-Mühle; Herz Jesu, Stolberg-Münsterbusch; St. Franziskus, Unterstolberg; St. Hermann-Josef, Stolberg-Liester; St. Josef, Stolberg-Donnerberg; St. Sebastian, Stolberg-Atsch und St. Lucia, Oberstolberg. Seit dem 1. Januar 2010 werden die bis dahin sieben selbstständigen Pfarrgemeinden als Katholische Pfarrei St. Lucia geführt. Diese Neukonzeption ist eine große Herausforderung für die rund 16 000 Katholikinnen und Katholiken in der recht jungen Pfarrei. Wie die ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter diese meistern wollen, erzählten Michael Schulden (Vorsitzender) Irene Scholz (Stellvertreterin) und Ilja Bröhan (Beisitzer) des neuen GdG-Rat Stolberg-Nord im Interview unserer Mitarbeiterin Marie-Luise Otten.

 

Wann wurden Sie für den GdG-Rat (Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Nord) gewählt?

 

Schulden: Im November 2017 wurde im Bistum Aachen zum zweiten Mal der Rat der Gemeinschaft der Gemeinden gewählt. Neu hinzu kamen Frau Scholz und Herr Bröhan, die beide sowohl im Team des Gemeinderats auf der Liester sind als auch im GdG-Rat. Ich selbst bin in St. Franziskus beheimatet und arbeite schon seit Jahren mit im Gemeinderat und im GdG-Rat. Im GdG-Rat wurde ich zum ersten Mal als Vorsitzender gewählt.

 

Wie viele Mitglieder hat der neu gewählte GdG-Rat, und wer ist der GdG-Leiter?

 

Scholz: Wir sind 14 gewählte Mitglieder, dazu kommen vier Mitglieder aufgrund ihres Amtes und ihrer Funktion und zusätzlich noch sieben berufene Mitglieder. Der GdG-Leiter ist Pfarrer Hans-Rolf Funken.

 

Woher kommen die gewählten Personen?

 

Bröhan: Wählbar sind alle Katholiken und Katholikinnen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und in der Gemeinschaft der Gemeinden wohnen oder dort am dortigen Gemeindeleben teilnehmen und sich zur Wahl stellen. Die sieben Mitglieder wurden von uns berufen. Sie kommen aus dem Bereich Jugendarbeit, SKF, Kita, Seniorenarbeit, Schützen, Pfadfinder, kfd.

 

Was war Ihre Motivation, sich für das Amt aufstellen zu lassen?

 

Schulden: Ich bin seit Jahren aktiv in der Gemeinde St. Franziskus tätig und gestalte dort das Gemeindeleben mit. Als Vorsitzender möchte ich meine Zugehörigkeit zum GdG-Rat zum Ausdruck bringen und mit allen einen Neuanfang  wagen.

 

Scholz: Mir ist ein positives Miteinander innerhalb der Pfarrei wichtig. Wer Kirche erhalten will, muss offen sein für Neues und Veränderungen. Nicht immer nur schimpfen, was fehlt, sondern Vorschläge machen und dann im Austausch mit den Menschen vor Ort auch versuchen, den Aufbruch zu gestalten.

 

Bröhan: Mein Motto ist: „Gemeinsam sind wir stark.“ Und das mit neuen Ideen und neuen Wegen. Nicht am Alten, was keine Zukunft mehr hat, festhalten, sondern nach vorne schauen.

 

Welche Ziele verfolgen Sie in naher Zukunft?

 

Bröhan: Wir wollen ganz im Sinne des Evangeliums in den nächsten vier Jahren für eine lebendige Gemeinde sorgen. Dazu gehört, sich auf die bestehenden Anliegen der Pfarrei zu besinnen und darüber miteinander in Austausch zu kommen. Den Menschen hier einen Überblick über das Gemeindeleben zu geben, ist uns genauso wichtig wie Ansprechpartner für ihre Ideen und Anregungen zu sein.

 

Scholz: Mir ist die Digitalisierung sehr wichtig. Neben dem gedruckten Papier und dem Internet kann ich mir den Pfarrbrief auch gut als App vorstellen. Darüber hinaus wollen wir das Pastoralkonzept im Auge behalten. Die Kirche ist nicht etwas Statisches, sondern braucht Mut für Neuentwicklungen, die die Menschen auch spüren müssen. Erstarrte Formen gilt es zu hinterfragen oder gar sterben zu lassen. So könnte manch ein Gottesdienst ansprechender sein, damit wieder mehr Menschen an der Eucharistiefeier teilnehmen. Wichtig ist mir, Vertrautes neu zu überdenken.

 

Schulden: Mir ist die Koordination innerhalb der sieben Gemeinden wichtig. Wer die Homepage der Pfarrei St. Lucia anschaut, kann in einem Terminkalender alle bekannten Veranstaltungen einsehen. Die aktuellen Termine stehen im Pfarrbrief.

 

Ist damit die Eigenständigkeit der einzelnen Pfarren beendet?

 

Scholz: Ja. Es gibt jetzt nur noch einen Pfarrer, einen Diakon und eine Gemeindereferentin für die sieben Gemeinden. Wir können uns glücklich schätzen, dass uns zur Zeit noch pensionierte Priester und der Krankenhauspfarrer zur Verfügung stehen, die bei Gottesdiensten mit aushelfen. Projekte zum Beispiel, die separat in den einzelnen Kirchen vor Ort durchgeführt werden, müssen immer von Pfarrer Funken abgesegnet sein.

 

Warum wurde St. Mariä Himmelfahrt als Pfarrkirche ausgewählt?

 

Schulden: Weil sie zentral gelegen und verkehrstechnisch gut angebunden ist. Der Mühlener Bahnhof ist in ja unmittelbarer Nähe, und es stehen ausreichend Parkplätze rund um die Kirche zur Verfügung. Zudem ist der Zugang barrierefrei.

 

Was ist mit den Pfarrbüros?

 

Schulden: Zur Zeit gibt es noch sieben Gemeindebüros, die zeitweise geöffnet sind. Die jeweiligen Öffnungszeiten können im Pfarrbrief oder auf der Homepage nachgesehen werden.

 

Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Sie ehrenamtlich im GdG-Rat mit?

 

Bröhan: Im Durchschnitt sechs Stunden pro Woche.

 

Was sagen Sie zum KIM-Prozess?

 

Bröhan: Beim Kirchlichen Immobilienmanagement (KIM) stand nicht das menschliche und seelsorgerische Bewusstsein im Vordergrund, sondern die Finanzen. Für uns ist die Kirche kein Wirtschaftsunternehmen. Wir sehen ein, dass nicht alle Gebäude verwaltet und instand gehalten werden können. Strukturelle Veränderungen sind notwendig, doch nicht zu Lasten der Menschen vor Ort.

 

Brechen die Pfarrheime Auf der Liester und in St. Franziskus auch mit weg?

 

Scholz: Das Pfarrheim auf der Liester, die „Oase“, bleibt der Gemeinde erhalten. Der neue Gemeinderat erarbeitet zur Zeit gemeinsam mit dem Kirchenvorstand ein neues Konzept zur besseren Nutzung des Pfarrheimes „Oase“. So viel ich weiß, werden alle Möglichkeit ausgeschöpft, um den Pfarrkeller „St. Franziskus“ zu erhalten, weil die Menschen dort vor Ort ein großes und tolles Angebot an Aktivitäten bieten.

 

Welche kirchlichen Feste finden bereits im Großverband der Pfarrei St. Lucia statt?

 

Schulden: Es stehen seit einigen Jahren drei Termine für die Erstkommunion zur Verfügung. Am Weißen Sonntag findet die Feier der Erstkommunion in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt statt, an den beiden darauffolgenden Sonntagen in St. Hermann-Josef, Liester und in St. Lucia, Oberstolberg.

 

Bröhan: Fronleichnam wird jährlich abwechselnd in den verschiedenen Kirchen gefeiert. Letztes Jahr war es zum Beispiel in St. Sebastianus.

 

Scholz: Ein anderes seit Jahren sowohl von der evangelischen als auch der katholischen Seite stattfindendes Fest ist das Geburtsfest der Kirche: Pfingsten. Am Pfingstmontag findet ein ökumenischer Gottesdienst unter Mitwirkung unterschiedlicher Kirchenchöre und der Evangelischen Kantorei im ökumenischen Gemeindezentrum Frankental statt. Im Anschluss sind alle zum Fest der Begegnung eingeladen. Außerdem wird am Karfreitag ein ökumenischer Kreuzweg gestaltet, der von vielen Christen aus der ganzen Stadt besucht wird.

 

Was wünschen Sie sich von der oder für die GdG?

 

Bröhan: Dass wir genug Kraft für unsere vielfältigen Aufgaben haben.

 

Schulden: Die GdG sollte sich mehr für Neues öffnen, auch wenn dabei Schwierigkeiten aufkommen. Die neue Größe der Pfarrei sollte man positiv sehen, weil durch die Öffentlichkeitsarbeit mehr Menschen angesprochen werden können.

 

Scholz: Dass wir zu einer guten Gemeinschaft zusammenwachsen und die Ziele, die wir uns gesetzt haben auch erreichen.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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