Achtung der Mitbürger für steten Einsatz

Fred Linke kümmert sich seit 18 Jahren um das „Zippchen“ in Büsbach. Vandalismus ist dort kein Problem, dafür aber Hundekot.

Foto: Christoph Hahn
Foto: Christoph Hahn

Eigentlich fängt die Geschichte von Fred Linke an wie viele Geschichten von Menschen, die in den Ruhestand gehen: 2000, mit 60 Jahren, war es für den Büsbacher soweit. Und kaum dass er Rentner war, suchte der gebürtige Thüringer nach einer sinnvollen Beschäftigung. Die fand er, weil gerade der Besuch der Kommission im Zuge des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ (heute: „Unser Dorf hat Zukunft“) anstand – und zwar vor seiner Haustür, an der Hostetstraße. Da, wo der Höhenkreuzweg abzweigt, liegt ein Platz, der im Zuge des Wettbewerbs aufgehübscht werden sollte und wurde: der „Zippchenplei“, dem seither Linkes Fürsorge gilt.

 

Ironie des Schicksals: Die Kommission hat sich den Platz nie angesehen. Das kann den ausgebildeten Fernmeldehandwerker nicht beirren. Sein Einsatz trägt ihm die Achtung der Mitbürger ein. Und so ruft ein Mann, der gerade von der Arbeit kommt, laut hinüber: „Wird er denn jetzt endlich geehrt?“ Lange bevor Politiker begannen, von „bürgerschaftlichem Engagement“ zu sprechen und das hohe Lied des Ehrenamts zu singen, machte und macht sich Fred Linke ans Werk – einfach so, weil der Platz nun mal da ist und er in der Nähe wohnt. Mitstreiter hatte der Senior übrigens eigentlich auch mal gehabt. Wichtigster Nachteil: „Die waren unzuverlässig. Mal kamen sie, mal kamen sie nicht.“ Also pflegt Linke das Zippchen seither quasi als Solist, aber trotzdem nicht allein: Mitarbeiter der Stadt helfen, wenn es zum Beispiel gilt, groben Kies als Belag auszubringen oder im Frühling frische Pflanzen und Blumen zu besorgen. Darüber hinaus packt der Anwohner die Arbeit lieber im Alleingang an – nicht nur weil die Kameraden von einst sich als unzuverlässig entpuppt haben: „Sonst kriegen wir da keinen Schliff rein.“

 

Das Rüstzeug hat Fred Linke nicht durch seine Ausbildung, sondern durch die Praxis bekommen: Nach dem Eintritt in den Ruhestand hat er durch Jobs in den Gärten seiner Auftraggeber dazu verdient – „bis nach Aachen und Düren hinein“, wie sich der tatkräftige Mann noch immer erinnert. Dass Linke das Zippchenn als Freifläche mit Grünanteil gestaltet hat, hat ihm nicht nur Freunde eingetragen. „Früher wurde der Platz regelmäßig zugeparkt“, erinnert er sich. Und dass dieser Platz auf einmal nicht nur fürs Abstellen von Autos zur Verfügung stand, ist manchen anderen Büsbachern sauer aufgestoßen, und dass schon nach der Umgestaltung anno 2000.

 

Der Rest der Bürger indes goutiert die Aufwertung der ehemals unansehnlichen Fläche an der Hostetstraße, das Bestreuen mit kleinen Steinchen ebenso wie das Aufstellen von Sitzbänken oder das Bepflanzen mit Blumen, sobald die Temperaturen endlich wieder ansteigen. Davor aber schaut Fred Linke stets aufs Neue nach dem Rechten, sammelte nach Neujahr die Trümmer von zerballertem Feuerwerk ein oder das, was bei einem Sturm so auf das Zippchen geweht wird.

 

Vor allem aber: „Ich muss ja alles gießen.“ Genau deshalb hat ihm die Stadt Stolberg auch die Erlaubnis erteilt, auf den Friedhöfen in Büsbach und Dorff für diesen Zweck Wasser zu zapfen.

 

Ärgern muss sich der Platzwart ehrenhalber immer mal wieder: „Der Hundekot, der ist das Schlimmste.“ Auch wenn ein aufgestellter Spender Tüten fürs Aufsammeln der Hinterlassenschaften anbietet. Vandalismus aber sei überhaupt kein Problem: „Viel kaputt gemacht wird hier nicht.“ Das habe vor allem einen Grund: „Viele Anwohner haben aus ihrem Fenster das Zippchen direkt im Blick.“ Die soziale Kontrolle macht‘s also.

 

18 Jahre sind inzwischen ins Land gegangen, seitdem Linke den Platz in seine Pflegschaft übernommen hat. Eines gibt ihm indes nach wie vor Rätsel auf – und zwar das Schild mit der Aufschrift „Zippchenplei“, das ziemlich genau in der Mitte der Fläche Passanten darüber informiert, wo sie gerade sind. „Wer das aufgestellt hat, weiß ich nicht“, äußert Fred Linke da zu nur. Er wünscht sich für die Zukunft vor allem eines: Dass es eines Tages die Feste und auch den Weihnachtsmarkt, die hier früher einmal stattgefunden haben, wieder gibt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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