Städtepartnerschaft spielt in Stolberg wichtige Rolle

Intensive Beziehungen zu Faches-Thumesnil und Valognes. Besuch aus Frankreich kommt im Juni. Vorbereitungen laufen.

„Es gibt so viele schöne Momente, über die ich ganz viel erzählen könnte“, sagt Gisela Kopp. Was sie damit meint? Ganz einfach: die Freundschaft zwischen Stolberg und seiner französischen Partnerstadt Faches-Thumesnil. Gisela Kopp ist die Sprecherin des Partnerschaftskomitees, das die Verbindung nach Frankreich seit dem Jahr 1989 aufrecht erhält. Und damit ist sie in Stolberg nicht allein. Denn: Die Kupferstadt hat nicht nur eine, sondern gleich zwei Städtepartnerschaften in Frankreich.

 

Auch Dr. Stefan Schmitz und seine Mitstreiter des Partnerschaftskomitees Stolberg-Valognes halten die Beziehungen seit dem Jahr 2011 aufrecht. Und sind damit in bester Gesellschaft. Die deutsch-französischen Städtepartnerschaften sind einer Analyse zufolge nämlich mehrheitlich stabil und intensiv. Das gaben 63 Prozent der Umfrageteilnehmer an, die in den vergangenen Monaten an einer Studie der Bertelsmann Stiftung und des Deutsch-Französischen Instituts (dfi) teilnahmen (siehe Infobox).

 

Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus, sieht in den Partnerschaften ein wichtiges Fundament der europäischen Einigung, das gefördert werden sollte. „Die Städtepartnerschaften bringen Europa aus den Podiumsrunden der Hauptstädte direkt zu den Menschen. Sie schaffen damit, woran Politiker zwischen Paris und Berlin oft verzweifeln: die EU zum Leben zu erwecken.“ Frank Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts, betonte: „Wir müssen uns klar machen, dass die Städtepartnerschaften das einzige Instrument sind, mit dem wir im Prinzip die ganze Bevölkerung erreichen können.“ Sie seien „Keimzellen europäischer Begegnungen“.

 

Wie wichtig Städtepartnerschaften für eine Kommune sind, wissen auch Dr. Stefan Schmitz und Gisela Kopp. Kopp selbst lebte zweieinhalb Jahre in Paris, schloss sich Anfang der 1990er Jahre dem Stolberger Freundschaftskreis an und wurde seine Sprecherin. „Es war schön zu sehen, dass man unbekümmert aufeinander zugehen konnte. Beim Essen und beim Feiern versteht man sich immer gut“, sagt sie und lacht. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich auch das Partnerschaftskomitee Stolberg-Valognes. Mittlerweile hat der Verein über 90 Mitglieder. Regelmäßige Veranstaltungen, wie beispielsweise ein Chanson-Abend, und auch Kochkurse stehen das ganze Jahr über auf dem Programm.

 

Laut der Umfrage der Bertelsmann Stiftung stehen regelmäßige Reisen anlässlich von Festen und Veranstaltungen besonders im Mittelpunkt. Gegenseitige Besuche werden natürlich auch in Stolberg großgeschrieben. Besuch aus Faches-Thumesnil gibt es in diesem Jahr wieder zu Karneval. Das sei mittlerweile zu einer liebgewordenen Tradition geworden, sagt Gisela Kopp. Und auch zu „Stolberg goes“ im Juni haben sich Delegationen aus den beiden französischen Partnerstädten angekündigt. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Monaten auf Hochtouren, verrät Schmitz. Schließlich sollen auch alle Besucher entsprechend untergebracht und mit einem kleinen Rahmenprogramm unterhalten werden. Valognes besuchten die Stolberger zum letzten Mal im September 2016. „Letztes Jahr gab es keinen Besuch. Das ist für eine Freundschaft aber kein Problem“, sagt Schmitz. Den Kontakt halte man unter anderem über E-Mail.

 

Dass die Kontakte aufrecht erhalten bleiben, ist auch Gisela Kopp ein großes Anliegen.

 

„Die Kontakte sollen nicht einschlafen. Auch nicht für die nächste Generation“, sagt sie. Sie weiß aber auch, dass es immer schwieriger wird junge Menschen für das Thema zu begeistern. „Um Freundschaften aufrecht zu erhalten, braucht man heute meistens kein Partnerschaftskomitee mehr“, sagt sie. Das wird auch in der Umfrage deutlich. Die über 60-Jährigen stellen mit 40 Prozent die größte Teilnehmergruppe. 37 Prozent kommen aus der Altersgruppe der 30- bis 60-Jährigen. Knapp ein Viertel (23 Prozent) ist jünger als 30.

 

Dr. Stefan Schmitz hat allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich seit dem Amtsantritt des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wieder etwas tut. „Seitdem ist wieder eine gewisse Dynamik in das Thema gekommen. Auch in den französischen Schulen wird wieder Deutsch unterrichtet“, sagt er. Das Partnerschaftskomitee Stolberg-Valognes hat sich die Nachwuchsarbeit ebenfalls auf die Fahne geschrieben und möchte den Austausch zwischen den Städten bald auch zum Thema in Grundschulen machen. Damit auch der Nachwuchs viele schöne Erfahrungen in Sachen Städtepartnerschaft sammeln kann.

 

Umfrage unter 4100 Kommunen

  • Die Studie beruht auf einer Umfrage unter 4100 Kommunen, die eine deutsch-französische Städtepartnerschaft haben. 1332 haben sich beteiligt. Zudem wurden 17 Austauschbeispiele im Rahmen von Gruppen- und Einzelinterviews mit knapp 250 Teilnehmern untersucht. Die Erhebung fand von April bis September 2017 statt.
  • Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland bis 1975 mit zu den wichtigsten Gründungsmotiven für eine Partnerschaft gehört habe.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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