Start zu Stolbergs größtem Neubaugebiet

Rat befindet über Verkauf der Grundstücke an der Stadtrandsiedlung. Rund 140 Wohneinheiten. Im Herbst sollen Bagger anrollen.

Seit gut fünf Jahren laufen die Vorbereitungen; jetzt biegt die Realisierung von Stolbergs größtem Neubaugebiet auf die Zielgerade ein. Der erste Bauabschnitt des rund 23 Hektar großen Areals zwischen Höhenstraße und Trockener Weiher, Duffenterstraße und Otto-Lilienthal-Straße wird in diesem Jahr baureif gemacht. Die Stadtrandsiedlung, wo bislang nur eine Handvoll Häuser stehen, soll innerhalb des nächsten Jahrzehnts zu einer richtigen Siedlung entwickelt werden. Mehr als 200 Häuser sollen hier gebaut werden.

 

Am Dienstag soll der Stadtrat die ersten vier Hektar Bauland an die Stolberger Bauland Gesellschaft (SBG) veräußern. Auf der Sitzung am 20. März soll die Offenlage für den ersten Teil der Bauleitplanung beschlossen werden. „Je nach Umfang der Anregungen und Eingaben kann mit dem Satzungsbeschluss kurz vor oder nach den Sommerferien gerechnet werden“, sagt Tobias Röhm. „Die Erschließung kann dann im Herbst anlaufen“, so der Technische Beigeordnete weiter. In eine Vermarktung wolle die SBG zwar im Frühjahr einsteigen, aber bereits im Vorfeld gebe es ein reges Interesse an den gut 60 Grundstücken für Ein- und Doppelfamilienhäusern. Zudem sind zwölf Mehrfamilienhäuser und ein Kindergarten geplant. Unter dem Strich dürften im ersten Abschnitt um die 140 Wohneinheiten entstehen können.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Wiesen an der Stadtrandsiedlung in den Fokus der Städteplaner rücken. In den 1970er Jahren war ein Schulzentrum mit Sportplätzen angedacht. In den 1990er Jahren betrieb die Verwaltung die Planung für eine Wohnbebauung mit Integration der beiden Sportanlagen, die aber aufgrund des Lärmschutz-Aufwandes nicht weiter verfolgt wurde.

 

Mit Gründung der großen Koalition Ende 2011 werden die Gedankenspiele zur Stadtrandsiedlung wieder konkretisiert. Ihre Realisierung wird zu einer der Aufgaben der 2013 gegründeten SBG, die zu ihrer Hälfte in städtischem Eigentum ist. Gleichzeitig läuft die Bauleitplanung an. Mit politischer Rückendeckung haben mittlerweile die früher hier ansässigen Clubs – DJK Frisch-Froh und FC Columbia – fusioniert und kicken in Münsterbusch sowie am Birkengang. Ihre bisherigen Anlagen sind bzw. werden in Kürze abgerissen. Sportemissionen sind somit kein Hindernis mehr.

 

Rat und Verwaltung streben für das neue Quartier einerseits ein einheitliches städtebauliches Niveau an, und wollen andererseits die Bürger in die Gestaltung einbinden. Der vom Aachener Büro Raumplan wird 2015 bei einer Planungswerkstatt von den Donnerbergern auch dezidiert unter die Lupe genommen und mit einer Vielzahl von Wünschen bespickt. Die Wesentlichen werden vom Stadtrat berücksichtigt. Dazu zählt beispielsweise der Erhalt der Grünzüge und eine lichtere Bebauung. Die bebaubare Fläche wird um 4,9 Hektar reduziert; auf etwa 80 potenzielle Baustellen wird verzichtet. Die Führung der Erschließungsstraßen wird angepasst und der Ausbau der Höhenstraße (siehe Box) ins Auge gefasst. Der Wunsch nach einem Dorfgemeinschaftshaus wird vorzeitig Realität durch den Ankauf der Saalgaststätte „Friederichs Ecke“. Sie dient den Vereinen nun als Bürgerhaus und neuer Treffpunkt.

 

Auf Basis der überarbeiteten Rahmenplanung – sie will die Stadt ausschließlich in Zusammenarbeit mit der SBG umsetzen – wird als erstes die südwestliche Ecke näher unter die Lupe genommen. Einer der Gründe ausgerechnet dort zu beginnen ist die Kanalisation des topographisch von der Höhenstraße her abfallenden Gelände, ein zweiter die erforderliche Ertüchtigung dieser wichtigsten Donnerberger Verkehrsachse. Je nach Vermarktungslage soll das Neubaugebiet peu á peu nach Norden wachsen.

 

Das erste Schnittchen des Kuchens umfasst 50 000 Quadratmeter; 15 500 davon werden als Grünflächen erhalten. Sie umfassen im Wesentlichen den bestehenden Grünzug zwischen den bisherigen Sportanlagen und den Gärten an der Otto-Lilienthal- und Obere Donnerbergstraße.

 

40 500 Quadratmeter erwirbt die SBG; die Netto-Baufläche rangiert bei 34 000 Quadratmetern. Sie übernimmt die Entsorgung der belasteten Aschen der Sportplätze, die schwer kalkulierbar sei. Knapp 1,1 Millionen Euro werden dafür veranschlagt; das Kaufpreis für das Areal wird mit 800 000 Euro beziffert, wobei ein Ausgleich von möglichen Differenzen bei der Entsorgung vorgesehen ist.

 

Zudem übernimmt bei der Erschließung die SBG den Ausbau eines einseitigen Gehwegs entlang des „Trockenen Weiher“ zwischen Otto-Lilienthal-Straße und „Stadtrandsiedlung“. Für eine Fortsetzung bis zur Duffenterstraße wird eine Pauschale gezahlt, da dort der Ausbau des Bürgersteigs erst im Rahmen einer grundlegenden Straßenerneuerung möglich wird. Außerdem verkauft die Stadt 243 000 Öko-Punkte, die für den ökologischen Ausgleich des Eingriffs investiert werden sollen.

 

Zudem soll ein gemeinsames Vermarktungskonzept von Stadt und SBG vereinbart werden. Ziel soll es sein, in dem neuen Baugebiet einen nennenswerten Anteil an geförderten Mietwohnungen zu realisieren. Über Details dazu will die Verwaltung den Stadtrat zwar zu einem späteren Zeitpunkt unterrichten, aber Tobias Röhm macht bereits heute deutlich, dass „die Schaffung von preiswertem Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten auch in der Kupferstadt eine große Herausforderung ist“, so der Beigeordnete.

 

Konzept beauftragt zur Lösung der Verkehrsproblematik auf der Höhenstraße

  • Eine wesentliche Forderung der Donnerberger war bei Planungswerkstatt und Bürgerbeteiligung, dass die Höhenstraße angesichts der zusätzlich erwarteten Verkehrsbelastung durch das Neubaugebiet verkehrssicher und ertüchtigt wird. Sie werde bereits heute nicht ihrer tatsächlichen Verkehrsbelastung gerecht. Mehr als 7500 Fahrzeuge schlängeln sich im Tagesschnitt über die teilweise holprige Piste.
  • Der Vergabeausschuss hat im Dezember ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Konzeptes zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der Höhenstraße beauftragt. Die Stadt beabsichtigt mittelfristig den Ausbau zwischen Rosenweg und Duffenterstraße. Auf etwa 1,82 Millionen Euro werden die Kosten geschätzt. Im Haushalt dieses Jahres stehen 50 000 Euro für das Konzept und erste nichtbauliche Maßnahmen bereit. In dem Konzept sollen drei Abschnitte bedacht werden:
  • Rosenweg – Heidestraße: Dieser Bereich befinde sich in einem baulich akzeptablen Zustand. Die Bushaltestelle „Heidestraße“ weist Mängel auf. So befindet sich die Querungshilfe im Bereich der Buskaps, ein barrierefreier Ausbau ist aktuell nicht möglich. Ein Lösungsansatz soll gefunden werden.
  • Heidestraße – Obere Donnerbergstraße: Die Aufgabenstellung umfasst zwei Schwerpunkte. Zum einen sollen punktuelle, nicht bauliche Maßnahmen zur kurzfristigen Verbesserung der Verkehrssicherheit führen, zum anderen sollen Ansätze für eine Erneuerung erstellt werden. Verkehrssicherheit, Parkplätze und Aufenthaltsqualität stehen im Mittelpunkt.
  • Obere Donnerbergstraße – Duffenterstraße: Dieser Bereich soll vollständig erneuert werden. Die Problematik Fahrbahnbreite und einseitiger Gehweg sollen unter Berücksichtigung des Baus der „Standrandsiedlung“ gelöst werden.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Bürgermeister der Stadt Stolberg
Dr. Tim Grüttemeier

 

Rathaus

52220 Stolberg

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