Alt, unbekannt, aber seit jeher besonders

In der Musikschule Merz gehört die Harfe zu den unpopulären Instrumenten, doch vermehrter Bedarf ist spürbar. Märchenhafte Klänge.

Ganz kurz zupft Gabriele Sous an den einzelnen Saiten der Harfe. Sie lässt ihre Finger tanzen. Gleitende Bewegungen so elfenhaft wie der Klang, der dabei den Raum erfüllt. Für Gabriele Sous ist dieser Klang das, was die Harfe so besonders macht. „Harfenmusik hat etwas Zauberhaftes an sich, etwas Mystisches und sehr Beruhigendes“, sagt die Musiklehrerin. Seit zehn Jahren spielt sie das Saiteninstrument nun und unterrichtet unter anderem an der Musikschule Merz in Stolberg. An diesem Abend gibt Sous der 15-Jährigen Evelyne Peiter Unterricht, die sich vor sechs Jahren für die Harfe entschieden hat: „Mich hat der besondere Klang überzeugt“, sagt auch sie. „Und Harfe ist ein Instrument, das nicht jeder spielt.“

 

Schaut man sich die Zahlen der Musikschule Merz an, zeigt sich das sehr deutlich. Nur vier von 465 Musikschülern spielen dort Harfe. Doch das ist gar nicht so wenig für dieses Instrument, sagt Sous, die insgesamt 15 Harfenschüler in der Region unterrichtet. Denn die Harfe ist zwar eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit, wird heute jedoch nur noch selten gespielt.

 

Deutlich beliebter unter den 14 angebotenen Instrumenten sind neben dem Klavier vor allem andere Saiteninstrumente. So spielen 66 von 465 Musikschüler Violine und sogar 102, also gut ein Fünftel der Schüler, haben sich für Gitarre entschieden.

 

Der Leiter der Musikschule Merz, Herbert Merz, sieht eine positive Entwicklung, das hängt aber auch mit der Schulpolitik zusammen. So war die Umstellung zu G8 auch in der Stolberger Musikschule spürbar. Schlagartig nahm die Mitgliederzahl ab, seit der Rückkehr von G9 gehe es aber wieder aufwärts. „Die Kinder haben wieder mehr Zeit, sich neben der Schule einem Hobby zu widmen“, sagt Merz. Er ist davon überzeugt: „Musik bleibt bei Kindern und Jugendlichen ein Thema.“

 

Auch die Harfe bleibt ein Thema, wenn auch nicht ein sehr großes. Das Instrument ist zwar eines der ältesten der Menschheit, aber relativ unbekannt. „Das kann daran liegen, dass die Harfe in Medien wie Fernsehen und Internet oder im Schulunterricht nicht so präsent ist“, sagt Merz. Zudem sei das Instrument durch seine Größe auch nicht so leicht zu transportieren wie andere. Hinzu kommt die kostspielige Anschaffung. Der Preis einer sehr einfachen Hakenharfe kann im vierstelligen Bereich liegen, große Konzerthafen sind kaum erschwinglich.

 

Doch das soll niemandem vom Harfenspielen abhalten. Sous sieht in letzter Zeit vermehrten Bedarf im Harfenunterricht. So viele Schüler wie im Moment hatte sie schon lange nicht mehr. Denen rät sie, eine Harfe auszuleihen oder gebraucht zu kaufen, damit es nicht an den hohen Kosten scheitert. „Auch schon einfache Harfen können zauberhaft klingen“, sagt Sous.

 

Das hat die Harfe wohl so an sich und macht sie auch als Einsteigerinstrument attraktiv. „Man hat relativ schnell ein Erfolgserlebnis“, erklärt Sous. „Schon sehr einfache Musik kann schön klingen.“ Darin sind sich Gabriele Sous und ihre Schülerin Evelyne Peiter einig. Selbst als die beiden ein ganz neues Stück einstudieren, ist von abgehackten oder schiefen Tönen nichts zu hören.

 

Die Musik kommt auch gut bei Zuhörern an, haben die beiden festgestellt. Beispielsweise bei den Benefizkonzerten der Musikschule. Diese sind für das fünfköpfige Harfen-Ensemble, in dem Peiter spielt und das von Sous geleitet wird, eine gute Gelegenheit, den Bekanntheitsgrad für ihre Musik zu steigern. „Wenn wir mit fünf Harfen spielen, gibt das einen bombastischen Klang“, sagt die in Stolberg geborene Musiklehrerin und lächelt.

 

Sie versucht die Stücke des Ensembles so einzurichten, dass jeder, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, entspannt spielen kann.

 

Dabei werden ganz verschiedene Musikrichtungen ausgewählt. Sowohl klassische, moderne, keltische, griechische oder auch Folk-Musik gehören zum Repertoire des Ensembles. Grundsätzlich sind beim Harfenspiel keine Grenzen gesetzt. „Man kann sehr gut improvisieren und seine eigene Melodien spielen“, sagt Gabriele Sous und lässt ihre Finger weiter über die Harfe tanzen.

 

Angebote in Stolberg für Musikunterricht

  • Neben der Musikschule Merz, Frankentalstraße 3, bietet auch die Musikschule Peters, Steinweg 20, Unterricht für E-Gitarre, E-Bass und Gesang an.
  • Zudem kann man auch Unterricht bei Privatlehrern nehmen: Oliver Lutter (Schlagzeug), Merit-Anches Schneiders (Gesang) oder bei Norbert Bree.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.