Zum Löschen müssen trockene Schläuche her

Die Stolberger Feuerwehr prüft regelmäßig alle Schlauchleitungen , die sie bei ihren Einsätzen verwendet. Das Material muss nach dem Gebrauch noch intakt sein. Im Schlauchturm wird es zum Trocknen länger aufgehängt.

Fotos: S. Essers
Fotos: S. Essers

Rund 20 Meter ist er hoch: der Schlauchturm der Stolberger Feuerwehr. Früher wurde er von außen genutzt, um das Leitersteigen zu üben. Jetzt ist er aber wegen aktueller Reparaturarbeiten eingerüstet und kann deshalb momentan nicht genutzt werden. Dafür ist jedoch ein Blick in den Turm überaus interessant.

 

Schließlich findet dort eine wichtige Arbeit der Einsatzkräfte statt: das Säubern und Trocknen der Schläuche. Und das ist eine ziemlich anspruchsvolle Tätigkeit, wie sich beim Besuch bei der Feuerwehr schnell rausstellt.

 

Doch von vorne. In der Hauptwache der Stolberger Feuerwehr hat Jan Kohlen in seiner Wachabteilung den Überblick über die Schläuche. Kommen die nämlich von einem Einsatz zurück, muss erst einmal geprüft werden, ob sie noch intakt sind. Schließlich kann während eines Einsatzes allerhand - darunter beispielsweise Scherben oder Brandgut - Schaden an den Schläuchen anrichten.

 

Einen Prüfdruck von bis zu 16 Bar muss jeder Schlauch aushalten. Schafft er dies, hat er den Test erfolgreich bestanden. Ist dies nicht der Fall, werden die Schläuche geflickt. Doch nicht nur Reparaturarbeiten nehmen die Feuerwehrleute selbst vor. Sie kümmern sich auch um das Säubern der Schläuche.

 

In einer großen Wanne werden die Schläuche eingeweicht und durch Bürsten gezogen, um sämtliche Verunreinigungen zu entfernen. Danach geht es zum Trocknen in den Schlauchturm. In diesem Turm werden die Schläuche elektrisch hochgezogen. „So kann die Luft im Schlauch zirkulieren“, sagt Kohlen. Wie lange die Trockenphase dauert, ist unterschiedlich. „Hier kommt es definitiv auf das Wetter an. Bei gutem Wetter dauert das Trocknen zwei bis drei Tage, bei schlechtem Wetter auch mal bis zu drei Wochen“, sagt Kohlen.

 

Beim Material der Schläuche habe sich in den vergangenen Jahren so einiges geändert. „Früher waren die Schläuche gummiert, heute sind sie aus einem neoprenartigen Material“, sagt Kohlen.

 

So gibt es auch weniger Reibungsverlust. Die älteren Schläuche hatten einen Reibungsverlust von rund 1,2 Bar auf 100 Meter und bei den neuen rechnet man nur noch mit 1,0 Bar. Der Wasserdruck ist für die Arbeit der Feuerwehr entscheidend. Deshalb sind die Einsatzkräfte darauf angewiesen, dass der Reibungsverlust so gering wie möglich ist.

 

Außerdem gebe es so heute weniger Schimmel, der sich an den Schläuchen bilde. „Das war früher öfter der Fall“, sagt Kohlen. Außerdem sind die C-Schläuche, die für den Innenangriff genutzt werden, neonfarben, damit man sie im Dunkeln oder auch im Rauch besser sehen kann und damit Stolperfallen ausschließt. Zu den Schläuchen, die bei der Stolberger Feuerwehr gebraucht werden, gehören unter anderem die 20 Meter langen B-Schläuche, die insgesamt 88 Liter Wasser umfassen und die 15 Meter langen C-Schläuche, die einen Durchmesser von 42 Millimetern besitzen. Bis vor einigen Jahren betrug der Durchmesser dieser Schläuche noch 52 Millimeter.

 

„Früher wurde auch mit viel Wasser gelöscht. Da waren die Schläuche aber auch viel zu schwer, um sie zu ziehen. Heute sind sie so viel handlicher. In der Regel werden auch mehrere aneinandergekoppelt“, sagt Kohlen. Ein C-Schlauch kostet übrigens 80 Euro, ein B-Schlauch liegt bei 130 Euro.

 

Doch nicht nur das Material der Schläuche hat sich verändert, sondern auch der Transport. Wurden diese nämlich in der Vergangenheit noch auf sperrigen Schlauchhaspeln transportiert, so findet man sie heute in so genannten Schlauchtragekörben, die auch von einer Person getragen werden können. Normalerweise rückt der Angriffstrupp mit zwei Exemplaren davon aus, auf jedem Wagen befinden sich vier Exemplare.

 

„Man nimmt lieber mehr Schläuche als zu wenig mit“, sagt Kohlen. Bei einem Brand wird in der Regel pro Geschoss ein Schlauch benötigt. Schließlich darf man sich einem Brand nicht ohne Wasser nähern. Außerdem müssen immer genügend Schlauchreserven vorhanden sein. Da man nie wisse, wie weit man bis zum Feuer durchdringen müsse.

 

Die Schläuche in der Stolberger Feuerwache sind allesamt gestempelt, und die Kupplungen sind in den Farben der Stadt – also in rot und schwarz – gefärbt. Schließlich unterstützen die Stolberger Einsatzkräfte auch die Kollegen in den umliegenden Kommunen, die Hilfe brauchen. Damit jeder Schlauch wieder zur richtigen Wache zurückkehrt, sind die Kupplungen farbig markiert. Doch nicht nur bei Einsätzen ist gegenseitige Hilfe angesagt, sondern auch bei der Reinigung und Trocknung der Schläuche. Schließlich ist die aufwendige Reinigung der Schläuche nur eine von vielen Aufgaben im Tagesgeschäft der Einsatzkräfte.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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