Rückkehr des Gesundheitsamtes wird der Weg bereitet

An der Rathausstraße beginnt der Abriss. An die Stelle von Druckerei, Schreibwaren und Agentur tritt ein zeitgemäßer Neubau.

Foto: Lange
Foto: Lange

Seit gestern wird in der Stadtmitte ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Vorbereitungen für den Abriss des Hauses Rathausstraße 66 sind angelaufen. Bis Mitte nächsten Jahres soll im Neubau an gleicher Stelle die Residenz des Gesundheitsamtes bezugsfertig sein. Damit kehrt die Einrichtung der Städteregion nach zwei Jahrzehnten des Exils in Eschweiler zurück an ihren historischen Standort im alten Kreisgebiet.

 

Mitte der 1920er Jahre war an der Eichsfeldstraße zunächst ein städtisches Gesundheitsamt aufgebaut worden, das ein Jahrzehnt später zu einer Einrichtung des Kreises wurde. Auch in der Nachkriegszeit blieb die Behörde an der innenstadtnahen Straße: An der Ecke zum „Hang“ wurde Mitte der 1950er Jahre ein zeitgemäßer Neubau errichtet, der vier Jahrzehnte lang Sitz des Gesundheitsamtes blieb. In den 1990er Jahren verlegte der Kreis seine Einrichtung zwar gemeinsam mit Schulpsychologischem Dienst und Erziehungsberatungsstelle an die Steinstraße in Eschweiler, aber mittlerweile hat sich die Städteregion entschieden, einen bürgerfreundlicheren Standort für das Gesundheitsamt zu suchen. Der wurde durch Vermittlung der Stolberger Verwaltungsspitze gefunden im Stadtzentrum, wo der Mühlener Bahnhof mit seinem Angebot an Bus- und Bahnverbindungen sowie Parkplätzen für eine gute Erreichbarkeit sorgt. Zudem liegen fast neben der Haustüre der Rathausstraße 66 zwei Bushaltestellen.

 

Ganz auf die Bedürfnisse des Amtes zugeschnitten wird der Neubau. Aus baurechtlichen Gründen folgt er zwar dem Verlauf der alten Fundamente, aber im Inneren sollen Barrierefreiheit, Beratungs-, Besprechungs-, Arzt-, Warte- und Gruppenräume auf rund 900 Quadratmetern moderne Ansprüche garantieren, während Schulpsychologischer Dienst und Erziehungsberatung zunächst in Eschweiler verbleiben.

 

Im Bestand hätte der für die öffentliche Behörde erforderliche barrierefreie Status nicht realisiert werden können, da das über die Jahrzehnte ausgebaute Gebäudeensemble unterschiedliche Höhenniveaus für die Etagen aufwies. Das Gebäude hat seine Historie. In der Nachkriegszeit baute an der Rathausstraße die Familie Leufgens ihre Existenz neu auf und sorgte für das bisherige Gesicht des Geschäftshauses. Johann Leufgens begann mit einer kleinen Druckerei im Hinterhaus, während Ehefrau Maria vorne im Laden Schreibwaren und Devotionalien anbot. Seitdem wurde das Haus immer wieder an- und umgebaut. Bis es zu eng wurde für die Druckerei: Sie bezog 1992 einen modernen und großzügigen Neubau im Gewerbegebiet der oberen Steinfurt und gilt heute als gefragter Spezialist vor allem in Marketingangelegenheiten.

 

Mittlerweile hatte der Zeitungsverlag Aachen seine Stolberger Engagements an der Rathausstraße gebündelt. Redaktionen, Anzeigenaufnahme und Vertrieb für Tageszeitung und „Super“ waren ebenso wie das Schreibwarengeschäft bis vor drei Jahren eine feste Anlaufstelle der Stolberger.

 

Lange hatten Erna und Hermann Leufgens nach einer passenden Nachfolgenutzung gesucht. „Wir wollten ein klares Signal für die Innenstadt setzen“, sagen die Geschwister, die viele Kaufangebote abgelehnt haben: „Damit unser Stammhaus auch weiterhin in Stolberger Hand bleibt“. Und dank Investition und langfristiger Vermietung bleibt die Immobilie sogar in Familienhand.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

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