Kurze Varianten sind besonders beliebt

In Sachen Vornamen folgt Stolberg nicht dem bundesweiten Trend. Lea und Leon häufig vergeben. Steigende Geburtszahlen.

Kurze Vornamen liegen eindeutig im Trend – zumindest bei den Eltern in Stolberg. Dort erblickten im vergangenen Jahr insgesamt 1698 Kinder das Licht der Welt und die meisten davon tragen kurze Namen, wie Kathrin Janowski vom Standesamt der Stadt Stolberg auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet.

 

Bei den Mädchennamen liegt Lea in Stolberg unangefochten auf dem ersten Platz, gefolgt von Mia, Marie, Sophia, Lina, Mia, Emma, Laura, Lena und Emilia. Der erste längere Name, der bei den Mädchen auftauche sei Charlotte auf Platz 24, sagt Janowski. Namen wie Sophie, Mia und Marie waren auch vor zwei Jahren schon bei den Stolbergern beliebt. Damals landete Marie auf Platz eins und verwies Sophie und Mia auf die Plätze zwei und drei.

 

Bei den Jungennamen lässt sich eine ähnliche Beobachtung machen – zumindest was die Länge der Vornamen angeht. Leon und Paul sind bei den Stolbergern eindeutig die beliebtesten Namen. Es folgen Elias, Ben, Julian, Noah, Jakob, Felix, Liam und Luca. Auf Platz elf landet Max, direkt dahinter liegt mit Maximilian auch der erste längere Vorname. Das war vor zwei Jahren noch ganz anders. 2015 landete Maximilian in Stolberg noch auf Platz eins gefolgt von Julian und Paul.

 

Und wie schneidet Stolberg im bundesweiten Trend ab? Der Vornamenanalytiker Knud Bielefeld wertet Jahr für Jahr eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen aus, um Deutschlands beliebteste Vornamen zu finden. Er erfasste die Namen von 212 942 Geburtsmeldungen und befragte insgesamt 633 Standesämter, Geburtskliniken und Geburtshäuser aus 494 verschiedenen Städten in ganz Deutschland, um so die Top-10-Vornamen des Jahres 2017 ermitteln zu können.

 

Laut dieser Studie ist der Name Ben der Favorit bei den Jungs und der Name Emma bei den Mädchen. Dicht nach Ben landen Jonas, Leon und Paul während Finn, Noah und Elias Platz fünf, sechs und sieben belegen. Auf Platz acht bei den Jungs ist der Name Luis gelandet, gefolgt von Felix und Lukas/Lucas.

 

Nach dem beliebtesten Mädchennamen Emma stehen unmittelbar die Namen Hannah an zweiter, Mia an dritter und Sofia/Sophia an vierter Stelle. Diese Vier sind seit mehreren Jahren konstant unter den Top Vier. An fünfter, sechster und siebter Stelle stehen Emilia, Anna und Marie gefolgt von Mila und Lina. Der Name Lea/Leah belegt den zehnten Platz.

 

Die Geburtsmeldungen – anhand derer diese Liste zusammengestellt wurde – beziehen sich nicht nur auf deutsche Mitbürger, sondern auf die Gesamtbevölkerung.

 

Bereits seit den 1890er Jahren werden jährlich die beliebtesten Vornamen für Mädchen und Jungen erfasst. Damals zählten bei den Mädchen die Namen Anna und Frieda und bei den Jungen Karl, Hermann und Wilhelm zu den Spitzenreitern. Anfang der 1900er Jahre waren es die Vornamen Wilhelm, Walter, Karl, Hans, Anna, Erna, Martha und Gertrud (siehe Infobox). Die beiden Stolberger Spitzenreiter aus dem vergangenen Jahr tauchten damals noch nicht in der Hitliste auf.

 

Und wie sieht es mit außergewöhnlichen Vornamen aus? „Es gab im vergangenen Jahr keine Namen, die wir hätten ablehnen müssen“, sagt Janowski. Das kann durchaus vorkommen. Schließlich können Standesämter Namen ablehnen, wenn diese die Gefahr bergen, das Kind der Lächerlichkeit auszusetzen.

 

Und auch Namen, die als Beleidigung empfunden werden, sind tabu. Zum Wohl des Kindes ist es außerdem in Deutschland verboten, seinen Sprössling nach Tieren, Städten oder Markenprodukten zu benennen. Auch der biblische Name Judas ist tabu, da er negativ besetzt ist. Wollen Eltern einen außergewöhnlichen Namen gegen den amtlichen Willen durchsetzen, müssen sie dafür vor Gericht ziehen.

 

Bei der Anzahl der Vornamen gäbe es keine Begrenzung, sagt Kathrin Janowski. Sie selbst hätte schon eine Trauung gehabt, bei der einer der Ehepartner stolze zehn Vornahmen gehabt hätte. In Stolberg sind mehrere Vornamen nicht sonderlich beliebt. Im vergangenen Jahr erhielten 1125 der insgesamt 1698 geborenen Kinder einen Vornamen. 529 Kinder bekamen noch einen zweiten Vornamen hinzu. Drei Vornamen erhielten insgesamt 42 Kinder und zwei Kinder bekamen sogar mehr als drei Vornamen.

 

Gestiegen ist in den vergangenen Jahren definitiv die Zahl der Geburten in Stolberg. Zwischen den Jahren 2000 und 2004 wurden jährlich rund 900 Babys im Bethlehem-Gesundheitszentrum geboren. Zwischen 2005 und 2013 stieg die Zahl bereits auf 1000 bis 1100 an. In den Jahren 2014 und 2015 waren es dann sogar schon mehr als 1200 Neugeborene, die im Stolberger Krankenhaus das Licht der Welt erblickten. 2016 kamen im Stolberger Krankenhaus 1501 Kinder in 1457 Geburten zur Welt. Und die Tendenz stieg weiterhin an. Und erreichte mit fast 1700 Neugeborenen im Jahr 2017 einen weiteren Höhepunkt.

 

Die steigenden Zahlen liegen auch daran, dass in Eschweiler keine Entbindung mehr möglich ist. Während die Geburtsstation in der benachbarten Indestadt im vergangenen Jahr also ihre Türen schloss, legte man am Stolberger Krankenhaus genau darauf den Fokus. Das langfristige Ziel: 1800 Geburten sollen jährlich in Stolberg stattfinden. Aus diesem Grund entschied man sich dazu, sechs neue Kreißsäle am Bethlehem-Gesundheitszentrum einzurichten. Diese sollen im April fertiggestellt sein.

 

Seit April 2017 ist am Bethlehem-Gesundheitszentrum auch eine Nebenstelle des Stolberger Standesamtes untergebracht. Den Eltern sollen auf diese Weise weitere Termine und Wege zum Standesamt im Rathaus abgenommen werden. Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier beschrieb die Einrichtung der Nebenstelle im Jahresgespräch mit unserer Zeitung als „großen Erfolg“. Mit der Nebenstelle habe man die idealen Voraussetzungen für den Ausbau der Kreißsäle geschaffen.

 

Die Trends für das Jahr 2018 stehen übrigens auch schon fest. Dafür hat die Internetseite vornamen.de untersucht, welche Vornamen von den Usern der Seite im Vergleich zum Vorjahr besonders oft gesucht worden sind. Das Ergebnis: Clea, Lian, Ares und Greta sollen in diesem Jahr zu den Spitzenreitern gehören. Ob sich diese Namen auch in Stolberg durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

 

Von Gertrud und Wilhelm zu Emma und Ben: Vornamen im Wandel der Zeit

  • In den 1910er Jahren lagen bei den Mädchennamen Anna, Erna, Martha und Gertrud weit vorne. Bei den Jungen waren Wilhelm, Walter, Karl und Hans besonders beliebt.
  • In den 1920er Jahren waren die Trendnamen für Mädchen Ilse, Gertrud, Hildegard und Ursula. Hans und Günter waren bei den Jungen modern.
  • Ursula, Ingrid und Helga hießen die meisten Mädchen in den 1930er Jahren. Bei den Jungen waren es die Namen Hans, Horst und Günter, die besonders beliebt waren.
  • In den 1940er Jahren kamen bei den Mädchen die Namen Karin, Renate und Monika auf. Peter, Klaus und Hans waren bei Jungen beliebt.
  • In den 1950er Jahren nannte man seinen Nachwuchs meistens Brigitte, Monika, Angelika, Sabine, Peter, Wolfgang, Hans, Michael oder Thomas.
  • Stefan, Thomas, Sabine, Susanne und Claudia waren auch in den 1960er Jahren modern. In den 1970er Jahren waren Stefan, Michael, Christian, Nicole, Sandra und Stefanie besonders beliebt.
  • In den 1980ern lagen Christian, Sebastian und Jan sowie Julia, Stefanie und Katharina im Trend. In den 1990ern waren es Julia, Lisa, Sarah, Sara, Laura und Anna sowie Jan, Kevin, Lukas und Lucas.
  • Marie, Anna, Leonie, Hannah, Hanna und Mia, Lucas, Lukas, Niclas, Niklas, Jan und Leon waren in den 2000er Jahren besonders beliebt.
  • Seit 2010 ist die Anzahl der beliebtesten Vornamen zurückgegangen. Bei den Mädchen waren Emma und Mia besonders beliebt, bei den Jungen waren es Leon und Ben.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

Kandidat für den Städteregionsrat
Dr. Tim Grüttemeier

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

in der StädteRegion Aachen

Martinstraße 8

52062 Aachen

 

Telefon: 0241 / 470 71 70
Telefax: 0241 / 470 71 77
E-Mail: gruettemeier@cdu-staedteregion-aachen.de

Für den Newsletter anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.