„Die Erfüllung meines Traums“

Jürgen Drössiger aus Stolberg nimmt als einziger deutscher Einzelfahrer an der Rallye Dakar teil.

 

 

 

 

 

 

 

Einmal in seinem Leben den eigenen großen Traum verwirklichen. Für viele bleibt dieses Ziel unerreicht oder nur eine Gedankenspielerei. Nicht jedoch für Jürgen Drössiger aus Stolberg. Der 53-Jährige verwirklicht zum neuen Jahr seinen Jahrzehnte gehegten Motorsporttraum – die Teilnahme an der Rallye Dakar. „Bereits in den 70ern habe ich die Rallye Dakar im Fernsehen gesehen und darüber in den Motorradzeitschriften gelesen. Die Teilnehmer sind für mich bis heute Helden“, sagt Drössiger, der vor zwei Jahren den Entschluss fasste, seinen Traum aktiv anzugehen. „Ich werde ja auch nicht mehr jünger und daher hieß es jetzt oder nie“, sagt der 53-Jährige, der bereits von 1985 bis 1990 an Motorrad-Straßenrennen teilnahm.

 

Den Weg zum Motocross fand Drössiger jedoch erst vor vier Jahren. „Nachdem ich mit den Straßenrennen aufgehört hatte kamen erst einmal die Selbstständigkeit und die Familie“, erklärt der Familienvater, der bis 2015 ein eigenes Fahrradgeschäft in Eschweiler hatte, dies dann verkaufte und das Geschäft seines Vaters übernahm. Seitdem er mit dem Motocross angefangen hat, wird stetig trainiert, egal ob im Winter oder Sommer – noch intensiver, seit er das Ziel Dakar vor Augen hat. Auf dem Trainingsplan stehen unter anderem Joggen, Mountainbike fahren und Motocross-Training. „Ich bin die letzten zwei Jahre, zwei Mal pro Woche 15 Kilometer gejoggt, habe 100 Kilometer auf meinem Mountainbike absolviert und habe zwei Mal wöchentlich mit meiner KTM 450 Rallye Replica trainiert“, betont der 53-Jährige.

 

Zusätzlich zu seinem Training musste er umfangreiche Untersuchungen mit Blut- und Urinproben sowie EKG über sich ergehen lassen, um die vorgeschriebenen Anforderungen für eine Startlizenz zu erfüllen. „Wenn du nicht topfit bist, brauchst du auch gar nicht erst anzutreten.“ Körperliche Fitness und fahrerisches Können reichen aber nicht aus, man müsse beim Fahren auch gleichzeitig navigieren können, so Drössiger. Um sich für die Rallye Dakar zu qualifizieren, müssen jedoch auch gewisse Erfolge nachgewiesen werden, so der Motorsportbegeisterte. „Aus diesem Grund bin ich im Vorfeld drei kleinere Rallyes gefahren. Eine in Kroatien, zwei in Griechenland und meinen Qualifikationslauf hatte ich dieses Jahr im Mai in Marokko“, sagt der 53-Jährige. Ein Wertungsplatz reichte dabei aus, um sich den Startplatz für Dakar zu sichern.

 

Die ganze Vorbereitung hätte jedoch nicht so gut geklappt, hätte Jürgen Drössiger nicht die Unterstützung seiner Familie und Freunde gehabt, die ihn auch immer wieder daran erinnern, es nicht zu übertreiben: „Die finden das zwar alle klasse, dass ich bei der Dakar Rallye mitmache, aber ich bekomme auch immer wieder gesagt, dass ich vernünftig fahren und gesund zurück kommen soll. Die machen sich schon Sorgen“, sagt der Familienvater. Während der Rallye versucht er aber diese Sorgen komplett auszublenden: „Für mich gibt es während der Dakar nichts anderes als das Erlebnis“, betont Drössiger. Die Herausforderung sei schon groß genug und er wolle sich damit nicht zusätzlich belasten. Kontakt mit der Familie gebe es wenn überhaupt nur nach den einzelnen Etappen über eine kurze Whatsapp.

 

Das größte sportliche Abenteuer im Leben von Jürgen Drössiger, die Rallye Dakar 2018, startet am 6. Januar in Perus Hauptstadt Lima und endet am 20. Januar in Cordoba, Argentinien. „Meine KTM ist bereits seit dem 23. November unterwegs und für mich geht es am 2. Januar los. Dann fliege ich, gemeinsam mit zwei Holländern und zwei Kollegen aus Südafrika, nach Lima“, sagt Drössiger. Alle gehören zum niederländischen Team „BAS Dakar“, mit dem der Stolberger bereits seine letzten drei Rallyes gefahren ist.

 

„Nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte, habe ich mit den vorherigen deutschen Teilnehmern der Rallye Dakar gesprochen und viele haben mir dieses Team empfohlen. Die Mannschaft ist sehr professionell und mittlerweile sind wir auch gut eingespielt“, sagt der 53-Jährige. Ohne Team wäre eine Teilnahme auch unmöglich, „denn auch wenn jeder Fahrer das Rennen für sich alleine fährt, brauchen wir nach jeder Etappe den Service vom Team“, sagt Drössiger. Dazu gehören die Bereitstellung einer Übernachtungsmöglichkeit sowie die Reparatur der Fahrzeuge durch die Mechaniker, so der Stolberger.

 

Vor ihm und den über 300 Mitstreitern – egal ob auf dem Motorrad, Quad, oder mit dem Auto, Truck und SXS – liegen 14 Etappen und über 8000 Kilometer Wegstrecke von Peru über Bolivien nach Argentinien. „In Lima gestartet, geht es durch Wüstenlandschaften, vorbei am Titicacasee nach Bolivien, durch die Anden mit bis zu 4.700 Höhenmetern, über den großen Salzsee Salar de Uyuni, bis nach Argentinien“, erklärt Drössiger, der sich der körperlichen und mentalen Herausforderungen sehr bewusst ist. Die Teilnehmer müssen unter anderem sieben Wüstenetappen bei Temperaturen bis über 40 Grad Celsius überstehen und verbringen fünf Tage zwischen 3.000 und 4.700 Metern Höhe.

 

Dazwischen haben die Teilnehmer – am siebten Tag der Rallye – die Möglichkeit, einen Tag in La Paz durchzuschnaufen. „Neben den Sandetappen in Peru wird Bolivien eine große Herausforderung. Zum einen ist es dort durch die Äquatornähe sehr tropisch – außerdem haben wir momentan Regenzeit – zum anderen fährst du auf über 4.000 Meter Höhe bei Schneeregen und vier Grad Celsius. Dazu kommt, dass bei der dünnen Luft nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit nachlässt, sondern auch die des Motorrads“, erklärt Drössiger, dem die Höhe aber kein Kopfzerbrechen bereitet: „Da es als Privatfahrer schwierig ist, sich auf die Höhenverhältnisse mit dünner Luft einzustellen, muss man mit der Übelkeit und den Kopfschmerzen, die dort auftreten, leben.“ Im Gegensatz zu den Profis reise man als Privatfahrer einfach zu spät an, um sich vor Ort zu akklimatisieren, so der Stolberger. „Wenn ich die Höhe geschafft habe und nur noch Argentinien vor mir liegt, gehe ich davon aus, dass ich die letzten fünf Tage dann auch noch packe“, ist Drössiger überzeugt.

 

Wie bei jeder Rallye üblich, fahren die Teilnehmer aber nicht nur irgendwie von A nach B, sie folgen einer bestimmten Route. „Dafür bekommen wir am Anfang der Rallye ein GPS-System, auf dem die einzelnen Wegpunkte die abgefahren werden müssen, abgebildet sind sowie ein Roadbook, das wir immer am Vorabend der nächsten Etappe erhalten. Darauf ist die genaue Kilometrierung angegeben“, sagt Drössiger.

 

Die GPS-Systeme dienen den Fahrern jedoch nicht nur zur Orientierung, sondern sind für den Veranstalter eine Art Sicherheitssystem, da sie ständig wissen, wo sich welcher Fahrer aufhält und ob sich das Fahrzeug noch bewegt. „Außerdem bekommt jeder ein Satellitentelefon und einen Sender, den man drücken kann falls ein technisches oder körperliches Problem auftritt. Je nachdem wie oft gedrückt wird, wissen die Verantwortlichen was zu tun ist“, erklärt Drössiger. Sollte ein Fahrer stürzen und sich verletzen, könne so innerhalb von 20 Minuten der Notarzt mit Rettungshubschrauber vor Ort sein, so Drössiger. Bei einem technischen Defekt werde man irgendwann abgeholt.

 

Bevor ein Fahrer jedoch wegen technischer Probleme aufgeben muss, kann er sich selbst helfen oder einen weiteren Teilnehmer um Hilfe bitten. Nur die Hilfe dritter Personen sei laut Reglement untersagt, so der 53-Jährige, der nach eigenen Angaben alles was an Reparaturen theoretisch machbar ist, auch praktisch umsetzen kann. „Jeder Fahrer hat für Notfallreparaturen einen kleinen Kasten mit Werkzeug dabei. Darin enthalten ist ein kleiner Nusskasten mit Bits, ein Schraubendreher sowie eine Zange, Draht, Panzerband und ganz wichtig, Kabelbinder“, listet der Rallyefahrer auf. Jürgen Drössiger fährt nicht auf Biegen und Brechen: „Das ist die Erfüllung meines Traums und da fahre ich aufs Ankommen. Wenn ich das schaffe, wäre das für mich bereits eine kleine Sensation. Seit 2012 ist kein deutscher Fahrer mehr bei einer Rallye Dakar ins Ziel gekommen.“

 

Quelle: Super Mittwoch

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