Das Handwerk braucht Mitarbeiter

Bilanz beim Silvesterempfang der Kreishandwerker-schaft fällt überwiegend positiv aus. Sorgen bereitet Fachkräftemangel. „Mauenorden“ für Bernd Mathieu.

Fotos: Ralf Roeger
Fotos: Ralf Roeger

Natürlich bleiben immer ein paar Wünsche offen, aber im Großen und Ganzen ist das Handwerk zufrieden. Beim traditionellen Silvesterempfang der Kreishandwerkerschaft blickte Kreishandwerksmeister Herbert May mit Wohlgefallen in zwei Richtungen: Der Rückblick auf das vergangene Jahr fällt positiv aus, und die Aussichten für 2018 sind auch nicht schlecht.

 

Das zurückliegende Jahr sei für die Mehrheit der Betriebe zufriedenstellend verlaufen, sagte May vor zahlreichen Gästen im Saal Kommer in Aachen. Mehr als drei Viertel der Fachbetriebe habe bessere oder zumindest gleiche Umsätze eingefahren. Der Auftragsbestand sei um vier Prozentpunkte gestiegen, und laut Konjunkturbericht der Handwerkskammer Aachen zum Herbst hätten bis dahin 92 Prozent der Unternehmen gute oder befriedigende Geschäfte gemacht.

 

Bei den Ausbildungsverhältnissen gibt es einen leichten Anstieg um rund 3,5 Prozent, „trotz geringerer Schulabgängerzahlen“, wie May betonte. Er wertetet das auch als einen Erfolg der Imagekampagne des Handwerks, die Jugendliche zum Ausprobieren ermuntere. „Nicht jeder Bewerber ist für ein Studium geeignet“, sagte May und verwies auf eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, derzufolge in manchen Studiengängen die Abbrecherquote zwischen 30 und 40 Prozent liege. Deshalb müsse auch an Gymnasien über Ausbildungsmöglichkeiten in der gewerblichen Wirtschaft „praxisnah“ informiert werden.

 

Die überwiegend gute Stimmung wird allerdings etwas getrübt durch die Sorgen des Kraftfahrzeuggewerbes. Vor allem in Ballungsräumen sei das Geschäft mit gebrauchten Diesel-Pkw fast zum Erliegen gekommen, beklagen die Betriebe. „Der Dieselmotor wird sehr oft kaputtgeredet“, warnte May. Dabei seien ohne einen „ehrlichen Dieselmotor“ die gesteckten CO2-Ziele nicht zu erreichen. May sprach sich dafür aus, die freiwillige Nachrüstung von Fahrzeugen finanziell zu fördern, „idealerweise“ aus einem Fonds, an dem sich neben der öffentlichen Hand auch die Automobilhersteller beteiligen.

 

Finanzielle Anreize hält May auch für geboten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Notwendig sei ein deutlicher Impuls für die energetische Gebäudesanierung. „Nur mit einer steuerlichen Förderung für Hausbesitzer“, so May, „wird es gelingen, den derzeitigen Stillstand zu überwinden.“ Die Sanierungsquote liege seit Jahren unter einem Prozent. Zu den gestiegenen Kosten solcher Maßnahmen fand May deutliche Worte: „Das liegt nachgewiesenermaßen daran, dass Vorgaben von Politik und Verwaltung das Bauen und Sanieren deutlich verteuert haben.“ Er appellierte auch an die Verantwortlichen in den Rathäusern der Region, die Wirtschaft „nicht durch unnötige Bürokratie zu belasten“. Das größte Problem des Handwerks sei jedoch der Fachkräftemangel. Schon jetzt gebe es Betriebe, die mangels geeigneter Mitarbeiter nicht weiter expandieren könnten.

 

Dabei läuft es doch so gut: Laut Konjunkturbericht der Handwerkskammer blickten 87 Prozent der Betriebe zuversichtlich ins nächste Halbjahr, berichtete May, 81 Prozent planten Investitionen in Maschinen und Räumlichkeiten. Erwartet wird eine Steigerung der Auftragslage um zwei Prozent.

 

Zur Tradition des Silvesterempfangs gehören auch Überraschungen: Alljährlich ehrt die Kreishandwerkerschaft Aachen Persönlichkeiten, die sich um das Handwerk verdient gemacht haben – ohne sie vorzuwarnen.

 

Ausgezeichnet mit dem „Mauenorden“ wurde diesmal Bernd Mathieu. Der Chefredakteur unserer Zeitung sei ebenfalls „ein Meister“, erklärte der Kreishandwerksmeister, „allerdings einer der geschliffenen Worte“. Mathieu gelinge es immer wieder, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Seine Überraschung über den Orden, bestehend aus einem Paar Manschettenknöpfe, brachte der Geehrte auch gleich auf den Punkt: Er habe gar keine passenden Hemden dafür, bekannte Mathieu schmunzelnd. Ausgezeichnet mit dem Ehrenkrug der Kreishandwerkerschaft wurden daneben Oberstleutnant Holger Fleckenstein, der Leiter der Fachschule des Heeres für Technik, und Antonio Weinitschke, der Obermeister der Friseurinnung Aachen-Stadt.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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