Familie und Beruf vereinbaren können

Dazu will die Stadt einen Beitrag leisten und arbeitet am Ausbau der Kinderbetreuung. Die kann je nach Stadtteil unterschiedlich sein.

Foto: Sonja Essers
Foto: Sonja Essers

Der Eingangsbereich in der Kita Mäuseburg in Vicht ist kaum noch wiederzuerkennen: Dunkel und trist wirkte dieser einst. Das änderte sich in den vergangenen Wochen allerdings vollkommen. Das Sammelsurium an Fliesen und die beige Farbe an den Wänden sind mittlerweile verschwunden. Ein einheitlicher Boden in einem hellen Grün und weiße Wände laden zum Betreten ein. Und damit nicht genug. Der neue Boden dient gleichzeitig als Fallschutz, zudem wurde die Treppe zum oberen Bereich der Einrichtung mit Handläufen in verschiedenen Höhen und einem nachgiebigen Bodenbelag versehen. Der Grund für die Arbeiten: Die Einrichtung war in die Jahre gekommen und musste dringend auf den neusten Stand gebracht werden – auch in Sachen Sicherheit.

 

„Der erste Schritt ist nun gemacht“, sagen Jörg Beumers und Jochen Emonds vom Förderverein der Kita in Vicht. Weitere Umbauarbeiten sollen im kommenden Jahr folgen. In den Sommerferien steht unter anderem die Sanierung der Sanitäranlagen auf dem Programm. Armaturen und Waschbecken werden ausgetauscht, und auch ein Eltern-WC und ein Pausenraum für die Angestellten sollen entstehen. Den gibt es in dieser Form derzeit nämlich nicht. „Das Ziel ist es, die Kita weiter fit für die Zukunft zu machen“, sagt Emonds.

 

Und dazu gehört nicht nur eine moderne Ausstattung, sondern auch die Anpassung der Betreuungszeiten. Derzeit öffnet die Einrichtung, in der insgesamt 35 Kinder betreut werden, täglich von

7 bis 14 Uhr ihre Pforten. Bis zu

35 Stunden in der Woche können Eltern ihren Nachwuchs dort betreuen lassen. Ab sofort kann man bei der Anmeldung auch eine Betreuung von 45 Stunden in der Woche angeben. Ist der Bedarf groß genug, wird ab dem kommenden Kindergartenjahr dann auch eine entsprechende Gruppe eingerichtet. In Zahlen bedeutet das: Es müssen mindestens zwischen acht und zehn Kinder in der Vichter Kita angemeldet werden, die einen Betreuungsbedarf von 45 Stunden in der Woche haben, erklärt Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des Jugendamtes der Stadt Stolberg.

 

Wenn es um den Ausbau der Kinderbetreuung in Stolberg geht, hat sich die Verwaltung ambitionierte Ziele gesetzt, ist aber auf einem guten Weg, diese auch zu erreichen. Zumindest, wenn man die Stolberger Zahlen mit dem landesweiten Durchschnitt vergleicht. In Nordrhein-Westfalen liegt die Betreuungsquote momentan im Durchschnitt bei 25,7 Prozent, in Stolberg werden insgesamt

41,9 Prozent abgedeckt. „Dafür haben wir in den vergangenen Jahren auch enorme Anstrengungen unternommen“, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger. Und die sollen auch in den kommenden Jahren weitergehen. In der nächsten Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses will die Verwaltung den Mitgliedern ein Konzept vorstellen, in dem es um die weitere Umsetzung gehen soll.

 

Eine Erfahrung haben Robert Voigtsberger, Josef Offergeld und die Mitarbeiter der Stolberger Verwaltung bereits machen können. „Vor einigen Jahren gab es vor allem Bedarf ab dem dritten Lebensjahr der Kinder. Mittlerweile bewegt der sich mehr in Richtung zweites Lebensjahr oder jünger“, sagt Voigtsberger. Das Stichwort an dieser Stelle sei die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf, die durch flexiblere Angebote – wie beispielsweise eine Randzeitenbetreuung – gewährleistet werden soll. „Auf diese Weise kann man dem Bedarf der Eltern gerecht werden“, sagt Voigtsberger.

 

In den verschiedenen Stolberger Stadtteilen können diese Maßnahmen ganz unterschiedlich aussehen – je nach Bedarf. In der Stolberger Innenstadt wurde bereits der Ausbau der katholischen Kita St. Sebastianus umgesetzt. Zum Kindergartenjahr 2020/2021 soll auch eine neue Kita auf dem Donnerberg – „Kita Stadtrandsiedlung“ – an den Start gehen. Dort soll es 22 Plätze für Kinder unter drei Jahre und 48 Plätze für Kinder über drei Jahre geben. In Münsterbusch wird ebenfalls ein Neubau – „Kita Spinnereistraße“ – mit 16 Plätzen für Kinder unter drei und 49 Plätzen für Kinder über drei Jahre entstehen.

 

Diese soll zum Kindergartenjahr 2019/2020 in Betrieb genommen werden. Dann soll auch die Erweiterung in der Kita Foxiusstraße abgeschlossen sein. In der städtischen Kita Breinigerberg soll bis zum Kindergartenjahr 2018/2019 eine weitere Gruppe eingerichtet werden. Eine Erweiterung gibt es außerdem am Rektor-Soldierer-Weg (wir berichteten).

 

Doch nicht nur der Ausbau und die Modernisierung der Stolberger Kitas spiele in Zukunft eine wichtige Rolle, sondern auch die Kindertagespflege. Die soll nämlich ebenfalls ausgebaut werden. Beispielsweise in Form von Großtagespflegestellen, in denen bis zu neun Kinder untergebracht werden können. „Wir haben uns die verschiedenen Sozialräume angeschaut, und nicht überall gibt es Kitas oder eine U3-Betreuung. Dort könnte man auf die Kindertagespflege zurückgreifen. Getreu dem Motto: kurze Beine, kurze Wege“, sagt Josef Offergeld. Diese Möglichkeiten seien unter anderem in Breinig, Dorff oder auch Werth denkbar.

 

Wichtig sei darüber hinaus auch die Vernetzung zwischen Kindertagespflege sowie Kita und Verwaltung. „Kinder, die einen Platz in der Kindertagespflege bekommen, müssen im System mitbedacht werden und automatisch ab dem dritten Lebensjahr einen Platz in einer Kindertagesstätte bekommen“, sagt Josef Offergeld. Die Vernetzung der einzelnen Systeme sei zudem eine Aufgabe, mit der man sich im Rahmen des Auditierungsverfahrens zur familiengerechten Kommune intensiv auseinandersetze, so Voigtsberger.

 

Quelle: Stolberger Zeitung / Nachrichten

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